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U78 in Düsseldorf wird umfangreich ausgebaut, Haltestellen verlängert

Ausbau des ÖPNV in Düsseldorf : U 78 soll mehr Menschen transportieren

Die Stadtbahn U78 soll mehr Menschen transportieren können. Haltestellen müssen dafür verlängert, Parkplätze gestrichen werden. Ein Überblick, was alles gemacht werden muss.

Die Stadt möchten den ÖPNV verbessern. Dazu gehört, künftig mehr Fahrgäste auf der Linie U 78 transportieren zu können.

Das Ziel

Die Linie U 78, die zwischen dem Düsseldorfer Hauptbahnhof und der Messe und Arena verkehrt, soll besonders bei Veranstaltungen und im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2024 mehr Menschen befördern können. Eine Taktverdichtung kann nur noch im geringen Maße erfolgen, da die Kapazitäten in den Tunneln begrenzt sind, deshalb sollen die Züge bei großem Fahrgastaufkommen von heute drei Wagen (Zuglänge 85 Meter) auf künftig vier Wagen (Zuglänge 115 Meter) verlängert werden.

Die betroffenen Haltestellen

Für längere Züge muss es auch längere Haltestellen geben. Diese sind auf der Linie der U 78 bereits bei den Haltestellen im Tunnel und bei der Haltestelle „Arena/Messe Nord“ vorhanden. Alle anderen Stationen müssen auf unterschiedliche Weise ausgebaut werden. Da zwischen Kennedydamm und Reeser Platz eine Verlängerung des Stadtbahn-Tunnels geplant ist, die dortigen nicht barrierefreien Haltestellen also irgendwann wegfallen, sollen diese nicht komplett umgebaut, sondern nur provisorisch verlängert werden. Dafür werden insgesamt auf der Kaiserswerther Straße 26 Parkplätze entfallen und zwei Bäume müssen gefällt werden.

Die Haltestellen Reeser Platz, Nordpark/ Aquazoo, Messe Ost/ Stockumer Kirchstraße und Freiligrathplatz sind barrierefreie Hochbahnsteige, die sich laut Verwaltung in einem baulich schlechten Zustand befinden. Sie sollen deshalb neu gebaut und dabei verlängert werden. Da dies aber bis zur EM 2024 nicht realisierbar ist, werden auch diese Haltestellen zunächst nur provisorisch verlängert. Mittelfristig soll dann die Haltestelle Reeser Platz in einen U-Bahnhof umgewandelt werden. Außerdem ist geplant, später die Haltestellen Nordpark/ Aquazoo und Messe Ost/ Stockumer Kirchstraße in ihrer Mitte zu einem neuen Haltepunkt zusammenzulegen.

Der Straßenumbau

Die technische Aufsichtsbehörde schreibt vor, dass Bahnen mit einer Zuglänge von 115 Metern einen besonderen Bahnkörper erhalten müssen, der vom übrigen Verkehr durch Hochbordsteine getrennt wird. Auf der etwa 1,2 Kilometer langen Strecke zwischen den Haltestellen Kennedydamm und Reeser Platz müssen nun solche Begrenzungen gebaut werden. Da dabei der Straßenraum verkleinert wird, kann die Kaiserswerther Straße in diesem Bereich nicht länger die Funktion einer Hauptverkehrsstraße übernehmen. „Die Straße soll als ,Sammelstraße‘ künftig vorrangig anliegerbezogenen Verkehr aufnehmen“, sagt die Verwaltung. Das Tempo wird auf 30 Stundenkilometer begrenzt und die Benutzungspflicht der dortigen Radwege aufgehoben. Zudem wird das Linksabbiegen aus der Kaiserswerther Straße in die Georg-Glock-Straße unmöglich.

Die Kosten

Die Baukosten für die Herstellung des Bahnkörpers auf der Kaiserswerther Straße inklusive der Verlängerung der Haltestellen zwischen Kennedydamm und Theodor-Heuss-Brücke werden auf circa 2,7 Millionen Euro geschätzt. Die provisorischen Verlängerungen der Haltestellen Reeser Platz bis Freiligrathplatz werden rund 650 000 Euro kosten. Der spätere Neubau der Haltestelle Freiligrathplatz und der zusammengelegten Station Messe Ost/ Nordpark-Aquazoo wird auf 9,5 Millionen Euro geschätzt. Ob und in welchem Umfang Fördermittel beantragt werden können, muss noch geklärt werden.

Die Reaktionen der Politiker

In der Bezirksvertretung 5, unter anderem zuständig für Stockum, wurde das Projekt bereits vorgestellt. Waldemar Fröhlich (Grüne) wundert sich, dass sich die Hochbahnsteige, die vor weniger als 20 Jahren gebaut wurden, jetzt schon in einem baulich schlechten Zustand befinden sollen. Er will daher wissen, ob das auf weitere Hochbahnsteige zutrifft. Fröhlich vermisst eine Beteiligung der Bürger am Projekt und Infos zu den Folgekosten. Marianne Hagen (FDP) hält den Umbau der Kaiserswerther Straße für problematisch, da damit der Norden weiter von der Innenstadt abgeschnitten würde. Die CDU strebt dauerhaft eine andere Lösung für den Streckenabschnitt an. Sie fordert die Verwaltung auf, den geplanten Tunnel nicht am Reeser Platz enden zu lassen, sondern bis zum Freiligrathplatz zu verlängern. „Der oberirdische Straßenraum kann für alle Verkehrsteilnehmer entsprechend gewinnbringend genutzt werden.“ Am 5. März wird sich die Bezirksvertretung 1 und am 24. März der Ordnungs- und Verkehrsausschuss mit dem Projekt befassen.