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Keine Parkplätze, keine Kunden – Wuppertaler Händler geraten in Not

Uellendahler Straße : Keine Parkplätze, keine Kunden – Händler geraten in Not

An der Uellendahler Straße sorgt eine Bushaltestelle dafür, dass Parkplätze nicht genutzt werden können. Die Folge sind das Ausbleiben der Kunden und leere Kassen bei den Händlern.

Es ist ein Ärgernis, an das sich weder Bäcker Thomas de Haas noch Petra und Jürgen Hund vom gleichnamigen Fachhandel für Unterhaltungselektronik in der Nachbarschaft gewöhnen wollen: Infolge von Baumaßnahmen im unteren Bereich der Uellendahler Straße (Höhe Nummer 132-134) wurde die Bushaltestelle Eschenbeek vor mehr als einem Jahr unmittelbar vor die genannten Läden gelegt, womit die davor liegenden Parkplätze blockiert sind.

Schon vor einem Jahr hat die WZ über diesen für Kunden und Geschäftsinhaber unbefriedigenden Zustand berichtet. Geändert hat sich nichts.

Die Haltestelle wird von den Linien 625, 635, CE 65 und vom Nachtexpress NE3 angefahren, mit der Folge, dass praktisch ständig Busse an- und abfahren. „Wir sind im Grunde nur von der in unmittelbarer Umgebung wohnenden Stammkundschaft erreichbar. Wenn Autofahrer aus der Stadt kommen, sehen sie, dass die Busse vor der Tür stehen, und fahren weiter“, berichtet Stephanie de Haas über die Folgen der vor das Haus verlegten Bushaltestelle. „Das hat natürlich auch Auswirkungen für unsere Lieferanten, die die schweren Säcke mit Mehl und Zucker aus größeren Entfernungen ins Geschäft schleppen müssen.“

Busfahrer der Stadtwerke
zeigen sich verständnisvoll

Petra Hund klagt darüber, dass beispielsweise mit sperrigen Fernsehgeräten ebenfalls größere Entfernungen zurückgelegt werden müssen. „Zum Glück sind die Busfahrer der WSW kulant, wenn mal ein Lieferfahrzeug direkt vor dem Haus parkt“, freut sie sich über das Verständnis der Buslenker und merkt an: „Zum Glück haben wir Rücklagen, die uns helfen, diese schwierige Phase zu überstehen.“

„Mein Mann hat sich bei den WSW und der Stadt Wuppertal erkundigt, wie lange die Parkplätze noch blockiert sein werden, aber noch keine Antwort erhalten“, wundert sich Stephanie de Haas.

„Wir werden die Haltestelle sofort wieder an ihre ursprüngliche Stelle verlegen, wenn die Baustelle beendet ist“, versichert Sascha Burghoff, der Baustellen-Koordinator der WSW auf WZ-Anfrage.

Die Situation an der Uellendahler Straße nervt seit rund anderthalb Jahren Kunden und Geschäftsinhaber. Existenzen sind bedroht. Erforderlich gewordene Abrissarbeiten machten eine Absperrung zur Absicherung von Fußgängern und Autoverkehr durch rotweiße Baaken nötig. Statische Neuberechnungen durch vom Eigentümer im Nachbarhaus vorgenommene Änderungen hatten zur Destabilisierung geführt. Die Hausnummer 136 ist dadurch unbewohnbar. 

„Als wir die Sanierungsarbeiten ausgeschrieben haben, hat sich nur eine interessierte Firma gemeldet, und die hat ein höheres Angebot vorgelegt, als vom Gebäudemanagement eingeplant war“, so Klaus Liedtke, Projektmanager des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal (GMW). „Das hatte eine Neuausschreibung zur Folge, nach der jetzt eine kleine Wuppertaler Firma ab September 2020 mit den sehr aufwändigen Betonierarbeiten betraut worden ist“, führt Liedtke weiter aus. „Corona und der Frosteinbruch in der letzten Woche haben die Arbeiten zusätzlich erschwert und belastet.“

Doch nun gibt es endlich Licht am Horizont. „Wenn uns das Wetter nicht einen weiteren Strich durch die Rechnung macht, sind die Arbeiten bis Ende März aller Voraussicht nach fertig, und die Bushaltestelle wird wieder zurückverlegt. Und damit sind die Parkplätze vor den Geschäften vor den betroffenen Hausnummern 132 – 142 wieder frei“, versichert Liedtke.