So war der Tag der offenen Weide bei den Alpakas im Düsseldorfer Norden

Tier : So war der Besuchertag bei den Alpakas im Düsseldorfer Norden

Beim „Tag der offenen Weide“ in Kalkum ließen sich die genügsamen Rheinland-Alpakas auch nicht vom großem Publikum aus der Ruhe bringen.

Eigentlich gehen Detlef und Michaela Maluche ganz gewöhnlichen Berufen nach. Er ist Oralchirurg, sie ist Eventmanagerin. Nach einem Urlaub in Südtirol im Jahr 2009, bei denen sie zum ersten Mal mit Alpakas in Berührung kamen und sich direkt in sie verliebten, kam in ihnen der Gedanke auf, selber einen Hof mit Alpakas zu eröffnen. Nach einiger Recherchezeit wuchs ihre Herde in den letzten acht Jahren immer weiter an. Am Sonntag veranstalteten sie den mittlerweile jährlichen „Tag der offenen Weide“, um die mittlerweile 13 „Rheinland-Aalpakas“ zu präsentieren, sodass jeder mal die Möglichkeit bekommt, die südamerikanischen Tiere aus der Nähe zu sehen.

Die unscheinbaren Kameltiere aus der Andenregion lockten zwischen 12 und 15 Uhr hunderte Leute nach Kalkum. Das Publikum bestand aus allen Altersgruppen. Familien mit kleinen Kindern, junge Erwachsene und Senioren beim Spaziergang mit Hund scharten sich um die Weide, um einen Blick auf die Tiere zu erhaschen. Selbst aus Köln reisten zwei Alpaka-Fans an, um ihre Lieblingstiere mal streicheln zu können. „Sie haben einfach so ein ruhiges Gemüt und so einen entspannenden Blick. Das Fell ist so flauschig, wie man es sich vorstellt“, berichtete Lukas, der von seiner Freundin Sophie (beide 19) zum Tag der offenen Weide eingeladen wurde.

Entpannte Art der Alpakas hat therapeutische Wirkung

Dieses ruhige Gemüt bringt denTieren nicht nur viele Sympathisanten. Es hat auch eine therapeutische Wirkung, wie Michaela Maluche erzählt: „Wir bringen die Alpakas oft zu Diakonien. Kranke Menschen können sich den sanftmütigen Tieren oft besser öffnen und werden ruhiger.“ Menschen mit Sprachstörungen könnten mit den Alpakas zum Beispiel plötzlich viel flüssiger sprechen. Die Halter der Rheinland-Alpakas bieten auch eine einstündige  Spazier-Tour an, die aber bereits bis Februar ausgebucht ist.

Auch wenn die Tiere ähnliche Charaktereigenschaften haben, merkten die Besucher schnell, wie individuell sie im Umgang mit Menschen sind. Während einige Herdenmitglieder sich zurückhielten und nur vorsichtig auf die Menschentraube zugingen, posierten andere stolz vor den Handykameras und ließen sich gerne streicheln. Die Herdenälteste, Tuna, die die Alpakaherde als Matriarchin führt, hatte dabei stets ihr Auge auf die Situation und achtete darauf, dass ihre Schützlinge sicher sind. Auch den Besitzern war vor allem wichtig, dass niemand die Tiere zum Streicheln nötigt, und sie nicht überfordert werden. Deswegen findet der „Tag der offenen Weide“ nur ein Mal im Jahr statt und dauert nur drei Stunden lang.

Wissenswertes über Alpakas und ihre Fähigkeiten

Obwohl so viele Menschen vor Ort waren, wurden die Bedürfnisse der Tiere respektiert. Gestreichelt wurde nur, wenn die Tiere freiwillig an den Zaun kamen. Die meiste Zeit erzählte Detlef Maluche Wissenswertes über die Tiere. Er erklärte zum Beispiel, dass man keine  Angst haben müsse, angespuckt zu werden, solange die Tiere sich wohl fühlen. Außerdem klärte er auf, dass die Tiere in unseren Breitengraden sogar geschoren werden müssen: „In den Anden können sie auch im Sommer mit dem Fell leben, aber hier müssen sie geschoren werden. Wir tragen unsere dicken Jacken ja auch nur  im Winter.“ Er präsentierte mit einem Geschicklichskeitsparcour, wie gut die Tiere lernen und hören können. Mit seiner Hilfe stiegen die Tiere auf einen hölzernen Steig und durchquerten enge Passagen.

Passend zu den sinkenden Temperaturen im Herbst verkauften die Alpakabesitzer flauschige Socken, Mützen und Pullover aus der Wolle der Tiere. Diese ist zwar weich und hält warm, aber auch leichter als andere Wolle, und kann auch in den nächsten Wochen bei ihnen gekauft werden. Davon leben könne man mit 13 Tieren aber natürlich nicht, stellt Michaela klar.

So bleibt die Alpakaweide für den Chirurgen und die Eventmanagerin weiterhin ein reines Hobby.

Mehr von Westdeutsche Zeitung