Evangelische Johanneskirche wird zum teuren Sanierungsfall

Herbstsynode : Düsseldorfer Johanneskirche muss für zehn Millionen Euro saniert werden

Die Synode der evangelischen Kirche beschloss, eine Fundraising-Kampagne. Außerdem fragt sie die Düsseldorfer, welche Zukunft sie für Religion und Glaube sehen und wünschen.

Die evangelischen Christen sorgen sich um ihre größte Kirche: Die Johanneskirche am Martin-Luther-Platz ist ein Sanierungsfall. Auf der Herbsttagung der Synode des Kirchenkreises Düsseldorf wurde jetzt bekanntgegeben, dass eine Sanierung der Turmspitze, des Glockenstuhls und der Rabitzdecke unumgänglich sind. Die Kosten für die Arbeiten werden auf 10 Millionen Euro geschätzt.

Um diese Summe stemmen zu können, will die Stadtkirche nun eine Kapital-Kampagne auflegen, die wiederum die Grundlagen für ertragreiche Fundraising-Maßnahmen legen soll. Die Kampage soll zwei bis drei Jahre laufen, damit das ehrgeizige Ziel, den Großteil der Sanierungskosten durch Spenden zu decken, erreicht werden kann. Eingeweiht wurde die Johanneskirche 1881, der letzte Umbau im Inneren (u.a. Kanzel aus Glas, zurückversetzte Emporen) erfolgte 2008.

Im Mittelpunkt der Synode stand ansonsten der kricheninterne Erneuerungsprozess. „Die Zeit ist vorbei, in der etwas Innovationspuder oder eine aufgeregte Neuformatierung kirchlicher Veranstaltungsformate ausreichend scheinen“, sagte Superintendent Heinrich Fucks. Der Bedeutungsverlust der Kirche zwinge zu Veränderungen, die zentralen Frage seien „Wer sind wir als Kirche?“ und  „Was bedeutet das Evangelium in den Umbrüchen der Gegenwart?“

Neue Antworten zur Zukunft der Kirche  finden und geben soll ein Bürgergutachten zum Thema „Religion und Glaube in der Stadt“. Dafür werden ab Frühjahr 200 Düsseldorfer in insgesamt acht Planungszellen, darunter sowohl Gemeindemitglieder als auch Kirchenferne, befragt. Fucks: „Wir wollen die Bedürfnisse der Düsseldorfer kennenlernen und die vorhandene Bereitschaft und Kompetenz der Bürger anregen und aufnehmen.“

Nach der Auftaktveranstaltung im Januar finden „Runde Tische“ mit Beteiligung von Experten statt, im August startet die zweite Phase des Bürgergutachtens, Ergebnisse sollen in etwa einem Jahr vorliegen.