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So wird das Musikjahr 2020 in Düsseldorf

Feuilletönchen – Die Kulturkolumne : So wird das Musikjahr 2020 in Düsseldorf

Unser Kolumnist Miguel Passarge blickt auf die kommenden musikalischen Höhepunkte in der Rhein-Metropole.

Die ersten Schlagzeilen im neuen Düsseldorfer Musikjahr produzierte kein Musiker, sondern ein Politiker. Oberbürgermeister Geisel wirbt für seine Idee, ein Open Air-Konzert auf den Rheinwiesen mit den größten Düsseldorfer Bands, Kraftwerk und den Toten Hosen, zu veranstalten. Bevor überhaupt die Künstler angefragt wurden, kommt schon Gegenwind von den Naturschützern des Vereins Deichwächter. Neben der Kirmes und den Zirkus-Gastspielen sollen die Natur und die Anwohner des Rheinufers nicht weiter belastet werden. Ob Geisels Open Air zum 75. NRW-Geburtstag wahr wird, steht zu diesem Zeitpunkt also komplett in den Sternen. Derweil spielt die Musik in der Landeshauptstadt natürlich weiter, in den kleinen Musikclubs und großen Hallen.

Im Stahlwerk in Lierenfeld etwa gastiert am 20. März Kummer. Bekannt wurde der Sänger und Rapper mit seiner Band Kraftklub, nun hat er ein Solo-Album namens „Kiox“ aufgenommen, das er live vorstellt. Am 27.März kommen Fans von britischem Elektropop im Stahlwerk auf ihre Kosten: mit Soft Cell feierte Marc Almond in den achtziger Jahren große Erfolge. „Tainted Love“ ist der Welthit der Band, den Almond mit Sicherheit auch bei seinem Düsseldorfer Auftritt spielen wird.

Die Psychedelic Rock-Reihe „Ritus Underground Shows“ hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen. Im monatlichen Rhythmus werden spannende Bands aus dem Feld der experimentellen Rockmusik vorgestellt. Am 25. April kommen The Düsseldorf Düsterboys zum insgesamt 34. Ritus-Konzert. Die Band hat sich zwar nach unserer Stadt benannt, kommt aber aus Essen und macht einen schrägen Sound zwischen Folk und Indietronic. Ilgen-Nur ist einer der wichtigsten weiblichen Stimmen im deutschen Indierock, sie gibt am 4. Juni ein Konzert in der Ritus-Reihe. Im Vorprogramm spielen die Bloodflowers. Die Düsseldorfer Gruppe um Sängerin Nadia Wardi zählt zu den hoffnungsvollsten jungen Bands aus unserer Stadt, ihre Songs bewegen sich zwischen Dream -und Retropop und werden in Zukunft noch viele Hörer finden.

Im Südpark kann man ab Juni viele großartige Musik-Acts beim Vier Linden- Open Air erleben. Curse ist bereits eine HipHop-Legende und wird am 25. Juni seine überragenden Rap-Skills zeigen, das Weird Pop-Duo Stereo Total aus Berlin verzaubert am 9. Juli mit dem Charme ihrer Sängerin Francois Cactus das Publikum, und King Khan & The Shrines bringen am 30.Juli ihre abgedrehte Glamrock-Show auf die Bühne.

In der zweiten Jahreshälfte schließlich stehen Jubiläen von zwei Musikfestivals an: das New Fall feiert Zehnjähriges, und Lieblingsplatte findet im Dezember zum fünften Mal statt.