Düsseldorf: Architekten plädieren für Fotozentrum im Schloss Kalkum

Gegenentwurf zum Ehrenhof : Fotozentrum in Düsseldorf - Bund Deutscher Architekten plädiert für Kalkumer Schloss

Der Bund Deutscher Architekten in Düsseldorf schlägt einen neuen Standort für das Foto-Institut vor. Ein Gegenentwurf zum geplanten Bau am Ehrenhof.

Die Diskussion um das nationale Fotozentrum ist in vollem Gange. Nun hat der Düsseldorfer Bund Deutscher Architekten (BDA) einen neuen Vorschlag gemacht: Das Foto-Institut soll im Schloss Kalkum untergebracht werden.

Investor Peter Thunnissen hat das denkmalgeschützte Schloss in Kalkum vom Land Nordrhein-Westfalen gekauft. Er wollte dort ein Kulturzentrum errichten, im Gespräch war bislang eine Musikakademie. Doch eine Kooperation mit Musikinstitutionen wie der Robert-Schumann-Hochschule oder der Tonhalle finden nun nicht statt. Für kleinere Musikschulen sei das Objekt zu groß und zu teuer (die WZ berichtete). Nicht zuletzt plante Thunnissen, einen Teil der rund 20 Millionen Euro für die Sanierung des Schlosses dadurch zu finanzieren, dass er die Ackerflächen vor dem Gebäude mit Wohnungen bebauen wollte. Die Initiative „Bürger gegen die Bebauung der Kalkumer Äcker“ verhinderte dieses Vorhaben allerdings, der Planungsschuss des Regionalbeirates untersagte es.

BDA fordert Architekten-wettbewerb für das Foto-Insitutut

Noch befindet sich das Schloss Kalkum im Besitz des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB). Obwohl es einen Kaufvertrag zwischen BLB und Thunnissen gibt, ist er noch nicht vollzogen worden. Aus diesem Grund regt der BDA Düsseldorf nun an, den Verkauf rückabzuwickeln und einen Architektenwettbewerb für ein Fotoarchiv im Schloss Kalkum durchzuführen. Der Vorschlag richtet sich gegen den bisherigen Plan, das Fotozentrum im Ehrenhof am Rand des Hofgartens zu etablieren: zwischen Tonhalle, NRW-Forum und Kunstpalast. Der Entwurf stammt von der Düsseldorfer Kulturberatungsgesellschaft „Projektschmiede“ um Architekt Jan Hinnerk Meyer und Kulturmanager Hagen Lippe-Weißenfeld. Auch Fotokünstler Andreas Gursky macht sich für ein Fotoarchiv in Düsseldorf stark, er hat eigens dafür einen Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstitutes vorangetrieben.

Der Kulturkreis Kalkum sieht das geplante Fotozentrum am Ehrenhof allerdings kritisch, da ein Teil des Hofgartens bebaut werden müsste: „Der Hofgarten steht als Grüngürtel den Bürgern zur Erholung zur Verfügung und steht unter Denkmalschutz“, schreibt Gerhard Becker, der Vorsitzende des Kalkumer Kulturkreises, in einem Pressebrief. Laut Becker unterstützen auch viele Kalkumer Bürger den Vorschlag des BDA, im Schloss ein nationales Fotoarchiv einzurichten.

Der Vorsitzende des BDA Düsseldorf, Georg Döring, hat den Vorschlag für das Foto-Institut schriftlich an mehrere politische Entscheidungsträger verschickt: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, OB Thomas Geisel, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Planungsdezernentin Cornelia Zuschke und Ratsmitglied Alexander Fils (CDU). Im Schreiben, das der WZ vorliegt, bezeichnet Döring das Konzept als „Win-win-Situation“: Das Fotozentrum erhalte einen würdigen Standort, durch den nicht nur der Hofgarten unversehrt bliebe. „Die erforderlichen Gelder für den Bau des Fotoinstituts kämen auch dem Denkmal Schloss Kalkum zugute.“

Im Schloss Kalkum würden Bau-, Garten-, und Fotokunst vereint

In der denkmalgeschützten, wasserumwehrten Vierflügelanlage ließen sich klassische Ausstellungsräume einrichten, aber auch ein Museumsteil mit verschiedenenen Veranstaltungs, Schulungs- und Forschungsräumen, Dozenten-Appartements, Werkstätten, ein Museums-Shop sowie ein Café. Der umliegende Park lade zum Flanieren ein. „So würden Bau-, Garten- und Fotokunst vereint“, schreibt Georg Döring. Als Vorbild diene etwa die Stiftung Schloss Moyland bei Bedburg-Hau.

Bislang ist allerdings noch offen, ob das Fotozentrum überhaupt nach Düsseldorf kommt. Im Dezember bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages für das Bauprojekt 41,5 Millionen Euro - in Düsseldorf, wie es hieß. Kulturstaatsministerin Monika Grütters gab daraufhin aber zu verstehen, dass der Standort erst noch durch eine Expertenkommission festgelegt werden müsse. Neben Leipzig, Dresden und Köln bewirbt sich auch Essen um das Fotozentrum. Ende März soll die Entscheidung bekanntgegeben werden.