Die 13 bringt Aeolus-Bläserwettbewerb viel Glück

Musik : Die 13 bringt Aeolus-Wettbewerb viel Glück

Beim Bläserwettbewerb gab es diesmal viele Gründe zum Feiern. Gewinner ist der 17-jährige Hornist Bora Demir.

Ein runder Geburtstag, ein 17 Jahre junger Gewinner, durchweg höchstes künstlerisches Niveau und zudem noch eine bestens – auch mit zahlreichen jungen Menschen – gefüllte Tonhalle: Die Zahl 13 kann ab jetzt bei dem Internationalen Aeolus-Bläserwettbewerb – diesmal für Oboe, Horn und Fagott – unstrittig als Glückszahl gelten. Bei dem großen Finale, das traditionell unter Mitwirkung der Düsseldorfer Symphoniker stattfindet, gab es aber nicht nur musikalischen Grund zur Freude. Der „Vater“ des Wettbewerbs, Mäzen und Bankier Sieghardt Rometsch, feiert dieses Jahr seinen 80. Geburtstag.

Doch sollte bei dem Preisträgerkonzert, das zugleich die letzte Runde des Wettbewerbes ist, – ganz im Sinne Rometschs – die Musik im Mittelpunkt stehen. Die instrumentalkünstlerische Qualität der Finalisten, ihre Musikalität, ihre Interpretationsgabe ist entscheidend. Hierauf legt man bei dem Wettbewerb, der sich über die Jahre großes Renommee erarbeitet hat, viel Wert. Dieser verdankt seine Strahlkraft nicht zuletzt den immer mit gutem Blick ausgesuchten Jurys. 2018 bildeten sie unter Vorsitz von Fabrizio Ventura, Laurent Lefèvre, Lucas Macias Navarro, Milan Turkovic, Froydis Ree Wekre, Radovan Vlatkovic, Christian Wetzel und Raimund Wippermann, Rektor der Robert-Schumann-Hochschule.

Bei der Matinee, die von Maja Ellmenreich (Deutschlandfunk) moderiert wurde, präsentierten sich zunächst die drei Finalisten mit drei vollständigen Instrumentalkonzerten unter der musikalischen Leitung von Hossein Pishkar. Den Auftakt machte der 24-jährige Franzose Marceau Lefèvre mit Webers Concerto für Fagott, gefolgt von Bora Demir – er sorgte mit seinen 17 Jahren für eine beachtenswerte Überraschung – mit Richard Strauss‘ Hornkonzert Nr.1. Ein Jugendwerk – wie passend. Den Bogen zum späten Strauss und zur Oboe schlug man mit seinem Konzert für Oboe und kleines Orchester gespielt von Ilyes Boufadden-Adloff (23 Jahre). Der Solo-Oboist am Pariser Orchestre de Chambre sollte sich mit seiner Kunst den dritten Preis in Höhe von 6000 Euro erspielen. Doch schien das Publikum den auch menschlich reif wirkenden Musiker besonders zu schätzen, denn der in der Pause ermittelte Publikumspreis in Höhe von 2000 Euro ging auch an den Franzosen.

Den zweiten Platz errang Marceau Lefèvre, erster Fagottist bei den Brüsseler Philharmonikern, mit seinem (fast zu) makellos kultiviertem Spiel. Er erhält 7000 Euro. Er ist dem Publikum des Aeolus kein Unbekannter, errang er doch schon 2015 einen Sonderpreis für die beste Interpretation zeitgenössischer Musik. Der in diesem Jahr an den Schweizer Hornisten Pascal Deuber ging, der mit äußerstem Feinsinn Esa-Pekka Salonens Concert Étude für Horn Solo zum Klingen brachte.

Gewinner – und dies in Anbetracht seiner Kunst keinesfalls überraschend, wenngleich sein junges Alter verblüffen mag – ist der türkische Hornist Bora Demir. Ausgebildet wird er zurzeit am Istanbul University State Conservatory, doch wird bei seinem Spiel deutlich, dass musikalische Reife nicht unbedingt etwas mit dem Alter eines Musikers zu tun hat. Schönster Ton lädt sich bei ihm mit interpretatorischem Tiefgang. Er darf sich auf 10 000 Euro Preisgeld freuen und auf eine gewiss vielversprechende Karriere.

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