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Düsseldorf: Düsseldorfs Prinzenpaar fiebert dem Start der Session entgegen

Düsseldorfs Prinzenpaar ist bereit : „Die 2 G-Regel ist im Karneval alternativlos“

Lange musste das „Corona-Prinzenpaar“ auf seinen großen Auftritt warten. Die Kürung liegt in greifbarer Nähe.

Das hat es im Düsseldorfer Karneval bislang noch nicht gegeben, doch Corona machte es möglich: Das designierte Prinzenpaar Dirk Mecklenbrauck (52) und Uåsa Katharina Maisch (49) hat für die Dauer von zwei Jahren das Zepter inne. Wenn alles nach Plan läuft, geht das Duo, das die Zwangspause nutzte, um fleißig zu netzwerken, bald in die Vollen. Unvergessen ist für das designierte Düsseldorfer Prinzenpaar jedenfalls jetzt schon die Proklamation ihrer Regentschaft.

Wissen Sie eigentlich noch, wann es verkündet wurde, dass Sie Düsseldorfs neues Prinzenpaar sind?

Dirk Mecklenbrauck: 8. Juli 2020, ein Mittwoch.

 Das offizielle Prinzenpaar-Foto wurde am Rhein gemacht. So wird sich das Paar in der Session oft zeigen.
Das offizielle Prinzenpaar-Foto wurde am Rhein gemacht. So wird sich das Paar in der Session oft zeigen. Foto: CC

Das kommt wie aus der
Pistole geschossen.

Mecklenbrauck: Ich werde das nie vergessen. Es war im Autokino, ein einschneidendes Erlebnis.

Uåsa katharina Maisch: Es hat furchtbar geregnet, und es war total kalt, aber es war ein fantastischer Abend, weil es so ergreifend war: Wir kamen auf diese riesige Bühne, vor uns 500 Autos und alle hupten.

Wie schlimm war der coronabedingte Karnevals-Entzug für Sie?

Maisch: Während der Lockdowns war ja nichts, aber seitdem es wieder geht, sind wir schon ordentlich unterwegs. Jetzt blicken wir auf den 11.11. – Hoppeditz-Erwachen – und unsere Kürung am 19. November.

Sie hatten einen längeren Vorlauf, ist die Vorfreude damit auch größer?

Maisch: Wir kennen jetzt viele Menschen, wir hatten viel Zeit, uns mit den Leuten zu unterhalten. Das hat man vielleicht sonst in einer normalen Session nicht. Das Beste liegt noch vor uns.

Die Karnevalisten kündeten schon vor Wochen 2 G für alle Saalveranstaltungen an und jetzt auch für die nächsten Open-Air-Events.
Wie stehen Sie dazu ?

Mecklenbrauck: Das ist sehr gut. Ich kenne niemanden, der eine bessere Idee hat. Kommunen, Länder, Fußballvereine denken darüber nach oder setzten es schon um. Ich kenne bisher nichts Besseres. Nach aktueller Corona-Schutzverordnung ist das die Chance, Karneval so zu feiern wie vor Corona. Es ist alternativlos. Das hilft auch den kleinen Vereinen, denn die hätten sonst einen logistischen Aufwand, den sie vielleicht gar nicht bezahlen könnten.

Wenn Sie an die Kürung denken, macht sich dann eine gewisse Aufregung breit?

Maisch: Ich bin zwar aufgeregt, aber die Vorfreude überwiegt. Ich freue mich einfach total irre darauf.

Hat eigentlich irgendjemand das Sagen in Ihrer Prinzenpaar-Verbindung?

Mecklenbrauck: Ich bin wohl eher die Rampensau. Viele sagen uns, dass der Prinz die wichtigere Person sei. Ob es so ist, weiß ich nicht. Irgendwie erscheint mir das komisch. Wir beide kannten uns, wir wussten, worauf wir uns einlassen. Dass ich meinen könnten, ich müsste den Leader machen, passt nicht zu mir und auch nicht zu unserer Art, das „Projekt“ Prinzenpaar anzugehen.

Sie beide sind Juristen. Hilft Ihnen das für Ihre Aufgabe als Prinzenpaar?

Maisch: Ein Stück weit sicher. Ich glaube schon, dass wir strukturiert sind und organisiert und im Job schon einiges kennengelernt haben. Da wirft einen nichts mehr so schnell um. Wir gehen gelassen an die Dinge heran und sind vermutlich nicht zu flatterig, eher wohltemperiert.

Mecklenbrauck: Aber am besten, man fragt uns noch mal nach der Session, wie entspannt wir dann wirklich waren.

Gibt es Bützchen?

Maisch: Ich hoffe doch sehr, ein Karneval komplett ohne Bützchen wäre schon schade. Wie das dann in der Session sein wird, werden wir sehen. Ist ja noch ein paar Monate hin. Et kütt wie et kütt.

Zuletzt bewies die die Festsetzung der 2 G-Regel, dass Karneval längst auch politisch ist. Belastet das auch?

Maisch: Nur Feiern geht nicht mehr, das war uns klar. Wenn wir diese Position bekleiden, dann repräsentiert man, das steht für uns klar im Vordergrund. Das wird dem Amt durchaus gerecht.

Düsseldorfs Karnevalisten sind oft Taktgeber für andere Städte. Gibt es denn etwas, was Düsseldorf noch von anderen Hochburgen lernen kann?

Mecklenbrauck: Wir waren kürzlich auf einer Schiffstour mit Karnevalisten aus Duisburg, Aachen und Bonn. Und was die so erzählten, da waren tolle Sachen dabei: Dass die zum Teil Jahre vorher Bescheid wissen, wer die Tollitäten werden. Mit langem Vorlauf werden Filme, Internetauftritt, eigene Lieder und Tänze konzipiert. Wenn die auf die Bühne kommen, dann ist das eine komplette Choreographie, die einstudiert wurde.

Ein großes Thema im Karneval ist nach wie vor der Nachwuchs. Frau Maisch, wie ist das bei Ihren zwei Kindern. Machen die mit?

Maisch: Auf jeden Fall. Die sind schon seit Langem dabei und sind große Fans des jecken Treibens. Die kleineren Kinder bis zum Teenageralter sind schon sehr gut im Karneval integriert. Ab Teenager bis so Mitte 20, für diese Altergruppe fehlen meines Erachtens die Angebote, da könnte man sich noch mehr einfallen lassen. Da gibt es sicher noch was zu tun für uns Karnevalisten, um diese Altersgruppe für dieses Brauchtum zu
begeistern.