Düsseldorf: Auf Entdeckungsreise im eigenen Viertel

Stadtführung : Auf Entdeckungsreise im eigenen Viertel

Elke Knauer-Wagner bietet seit Anfang des Jahres kulinarische Stadtführungen an. Sie ist schon jetzt stets ausgebucht.

Nein, die Stadtführerin Elke Knauer-Wagner ist zur Überraschung vieler Teilnehmer keine Rheinländerin, sondern Schwäbin und kommt aus Filderstadt. Schon als junge Frau zeigte sie mit Begeisterung ihrer Familie Stuttgart und Umgebung. „Ich hatte immer großen Spaß daran, mich in vergangene Ereignisse einzulesen“, erzählt Knauer-Wagner. Seit 13 Jahren lebt sie nun der Liebe wegen in Düsseldorf und seit fünf Jahren arbeitet sie als Stadtführerin in der Landeshauptstadt.

 Anfang des Jahres hat sie sich selbstständig gemacht und bietet nun Stadtführungen unter „Auf ins Viertel“ an. Ihre Touren in die Stadtteile sind der Renner und vor allem bei den Düsseldorfern selbst sehr gefragt. Die 55-Jährige führt ihre Gäste fünf Tage die Woche von mittwochs bis sonntags durch Benrath, Flingern, Bilk oder Unterbilk und ist schon jetzt, fünf Monate nach ihrem Start, stets ausgebucht.

 „Ich biete kulinarische Stadtführungen mit Genusserlebnissen zum Probieren und Kultur zum Hören an“, erzählt sie und das Konzept kommt gut an. „Ich habe selbst schon viele Stadtführungen miterlebt und weiß daher, wie anstrengend es sein kann, wenn man von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten gepeitscht wird. Wie oft habe ich mir da gewünscht, mal anzuhalten und einen Kaffee zu trinken.“

Ab Sommer wird Wagner auch Kaiserswerth und das Japan-Viertel mit in ihr Programm aufnehmen. Ob Geburtstage, Firmen-Events oder Familienfeiern, 80 Prozent ihrer Aufträge sind privat. „Der Vorteil dieser privaten Touren ist, dass ich mich individuell auf die Gruppe und ihre Bedürfnisse einstellen kann“, sagt Wagner.

Bis zu drei Stunden dauern ihre Ausflüge und die führen die Teilnehmer auch in Cafés, Geschäfte und Restaurants. „Ich mache allerdings nur in kleinen, inhabergeführten Läden Station, dort gibt es dann Kostproben für jeden.“ Die sympathische Stadtführerin versetzt auch die einheimischen Teilnehmer bei ihren Touren immer wieder ins Staunen: „So weiß kaum jemand, dass der Grundriss der Martinskirche in Bilk dreieckig ist, was sehr selten ist. Die meisten Sakaralbauten sind im Langbau ausgeführt“, berichtet Wagner. „Oder das Bäderhaus an der Konkordiastraße, dort konnten bis in die 60er Jahre die Düsseldorfer für 20 Pfennig duschen oder baden. Heute ist in dem Gebäude eine Mehrzweckhalle, die zum Leo-Statz-Berufskolleg gehört.“

Die Stadtführerin ist immer
wieder im Stadtarchiv

Elke Knauer-Wagner erzählt gerne, auch davon, was sie im Stadtarchiv entdeckt, wo sie nach neuen alten Fakten in der Stadthistorie sucht. „Ich führe meine Gäste auch gerne zum Vietnamesen, in Streetfood-Lokale oder in einen türkischen Feinkostladen“, berichtet sie. „Ich erfahre dann, dass es oft eine Hemmschwelle gibt, solche Läden zu betreten und die Teilnehmer sehr froh sind, ihre Berührungsängste auf diese Art und Weise abbauen zu können.“

 Zu ihren Geheimtipps gehören auch ein Handtaschen-Laden mit lauter Unikaten im Loretto-Viertel, ein kleines japanisches Restaurant  in Unterbilk (Kyodaina) und „Schoco & Laden“ in Benrath, wo es die beste heiße Schokolade der ganzen Stadt gebe. „Man muss nur bereit sein, den Blick auf die kleinen Dinge zu richten und sich für andere Kulturen und neue Genüsse zu öffnen.“

Der Unverpackt-Laden „Pure Note“ steht auf ihrer Liste, wenn sie durch Bilk führt: „Ich rege Menschen gerne zum Nachdenken an, auch wenn sie zum Beispiel ihr Einkaufsverhalten nach dem Besuch bei „Pure Note“ nicht komplett umkrempeln, etwas bleibt doch in Erinnerung.“Weitere Informationen zu den Stadtteil-Führungen „Auf ins Viertel“ gibt es bei Elke Knauer-Wagner unter der Telefonnummer 0171 / 928 22 56 oder auf der Internetseite mit folgender Adresse: auf-ins-viertel.de