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Eliot Quartett beim Schumannfest Düsseldorf: Die Unprätentiösen

Schumannfest : Eliot Quartett: Die Unprätentiösen

Die vier Streicher spielten im Hentrich-Saal.

Das Schumannfest zeigte sich auch bei dem Konzert des Eliot Quartetts im Hentrich-Saal der Tonhalle von ihrer intim-kleinformatigen Seite. Kammermusik ist wohl die kondensierteste, zeitgleich persönlichste, Form des kunstmusikalischen Ausdrucks, da braucht es keine großen Orchester, keine überbordenden Instrumentenschlachten, nur — wie in unserem Fall vier — Musiker, die sich ganz auf die Musik konzentrieren und das Publikum mit in Klang übersetzter Sprache betören wollen.

Damit dies gelingt, braucht es nicht nur viel Übung im gemeinsamen Zusammenspiel, sondern auch das Talent jedes einzelnen Musikers, sich in seine jeweilige Stimme hineinversetzend das in Noten gefasste in Klängen sprechen auszudrücken. Gerade bei noch recht jungen Streichquartetten mag es hier hin und wieder noch Optimierungsbedarf geben. Manchmal fehlt es an dialogischer Stringenz zwischen den einzelnen Musikern — man redet etwas aneinander vorbei — oder man konzentriert sich zu sehr auf den Gesamtklang und vergisst dabei die Ausformung und gedankliche Durchdringung der eigenen Stimme.

Nun solche oder ähnliche Probleme finden sich bei dem Eliot Quarttet nur ganz am Rande, vielleicht mal in einer weniger durchdachten Phrase, kleineren Patzern oder einen Hauch von Tendenz, in den Tempi bisweilen etwas zu versteifen, wenn es komplexer wird. Aber bitte, das Quartett, bestehend aus den Geigern Maryana Osipova und Alexander Sachs, Dmitry Hahalin, Viola und dem Cellisten Michael Preuss, spielt mit höchster Kultur, viel Emphase auf den energiegeladenen musikalischen Bogen, durchaus auch mit einer erfreulichen Eigenständigkeit. Diese zeichnet sich durch einen zwar satt-warmen, aber nicht zu rauhen oder aggressiven Klang aus. Noch in Teilen etwas eindimensional gelang die Bearbeitung von Schumanns Kinderszenen (Benjamin Godard), glanzvoll indes Thomas Adès (Jahrgang 1971) durchaus anrührend intensives neo-expressionistisches Stück „The Four Quarters“. Dieses Werk arbeitet viel mit harmonischen Reibungen, die sich in raffinierte Klangspielereien zerpflücken. Wirklich den Funken zündeten die überaus sympathischen — angenehm unprätentiösen — Vier jedoch mit Mendelssohns op. 44/2.