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Drachenboote: Alle ziehen an einem Strang

Drachenboote: Alle ziehen an einem Strang

Im ISS Dome kämpften am Samstag 30 Teams um den WM-Titel – der Gewinner schaffte den eisigen Weg in nur 28,07 Sekunden.

Düsseldorf. Lautlos gleiten die Kufen des Drachenbootes über das Eis - ganz anders die zehn Insassen. Hier wird gekeucht, geschrien, angefeuert.

Das Seil ist straff gespannt, alle müssen synchron ziehen. Schneller, immer schneller wird das Boot - halt! Die Wendung, der kritische Punkt.

Wer nicht schnell genug aufspringt, sich umdreht und erneut zu ziehen beginnt, der hat keine Chance auf die Urkunde, die Fahrt mit der Party-Bahn und den WM-Titel. Und um den geht es am Samstag bei der zweiten "Drachenbootregatta on Ice" im ISS Dome.

Um 10.30 Uhr beginnen die 30 Teams mit dem Training. Hin und zurück über die Eisfläche, das macht insgesamt 100 Meter. Auf dem gefrorenen Nass stehen drei Boote, die es zu bewegen gilt. Keine leichte Aufgabe. Denn mit Besatzung wiegt ein Boot etwa 1000 Kilo.

Auf die Technik kommt es an, reine Kraft ist fehl am Platze - alle müssen an einem Strang ziehen. "Die Konzentration ist am Wichtigsten, gerade bei der Wende", resümiert Teilnehmerin Ulrike Tefke von den Fire Dragons der Feuerwehr. "Beim ersten Mal bin ich umgefallen. Außerdem habe ich mich an dem Seil gekratzt", sagt sie. "Aber so etwas nimmt man gerne in Kauf, wenn man dafür die Aussicht auf einen WM-Titel hat."

Aussicht haben zu Beginn des Tages noch alle Teams, die aus Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen bestehen. Doch mehr und mehr Mannschaften scheiden aus. Drei stehen schließlich im Gold-Finale. Die ISS Ice Breaker, die Fire Dragons der Feuerwehr und die Malteser.

Am Ende heißt es ziehen, ziehen, ziehen: Die Fire Dragons gewinnen mit schnellen 28,07 Sekunden. Doch bei den Konkurrenten herrscht kein Neid: Jacqueline Schmidt von den ISS Ice Breakern (die in 29,51 Sekunden im Ziel waren) ruft: "Dabei sein ist alles, wir sind immerhin Zweiter geworden", und Nicole Klocke sagt grinsend: "Es ist doch nur gut, wenn die Feuerwehr schnell ist."

Wann die Gewinner mit der Party-Bahn fahren werden, wissen sie noch nicht. Claus Thieme von der Feuerwehr überlegt erst einmal nach dem Sieg: "Vielleicht haben wir gewonnen, weil wir ständig im Team arbeiten." Oder aber, weil sie bei der Wende schnell waren und Glück hatten. Denn wie Michael Vangompel sagt, der auch bei der Drachenbootregatta im Medienhafen dabei war: "Auf Eis zu trainieren, ist komplett anders als auf Wasser." Wasser ist nämlich nicht rutschig.