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Die Tipps für den Tag des Denkmals in Düsseldorf

Architektur : Die Tipps für den Tag des Denkmals

Am Sonntag gibt es rund 50 Programmpunkte zu Denkmälern in Düsseldorf. Führungen durch Stadtteile oder Besichtigungen von Gebäuden sind im Angebot.

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“: Unter diesem Motto steht der diesjährige, bundesweite Tag des offenen Denkmals am Sonntag und knüpft damit an das 100-jährige Bestehen des Bauhauses in diesem Jahr an. In Düsseldorf laden über 50 haupt- und ehrenamtliche Veranstalter zu Streifzügen in die Vergangenheit ein. Alle Programmpunkte sind eintrittsfrei.

 Das Haus gehört zu der Künstlersiedlung, die vom Deutschen Werkbund 1936 realisiert wurde. Als der Künstlerin Beatrix Sassen das Haus 2002 zugesprochen wurde, wurde es mit den zehn übrigen freistehenden Atelierhäusern in der Franz-Jürgens-Straße unter Denkmalschutz gestellt. Die Häuser werden an Künstler aus dem Umfeld der Kunstakademie unter der Bedingung vergeben, dort zu arbeiten und zu wohnen. Geöffnet von 15 bis 18 Uhr.
Das Haus gehört zu der Künstlersiedlung, die vom Deutschen Werkbund 1936 realisiert wurde. Als der Künstlerin Beatrix Sassen das Haus 2002 zugesprochen wurde, wurde es mit den zehn übrigen freistehenden Atelierhäusern in der Franz-Jürgens-Straße unter Denkmalschutz gestellt. Die Häuser werden an Künstler aus dem Umfeld der Kunstakademie unter der Bedingung vergeben, dort zu arbeiten und zu wohnen. Geöffnet von 15 bis 18 Uhr. Foto: Beatrix Sassen

Der Blick soll jedoch nicht nur auf die Bauhaus-Bewegung gerichtet werden. Am Tag des offenen Denkmals dürfen alle revolutionären Ideen oder technischen Fortschritte der letzten Jahrhunderte ins Rampenlicht gerückt werden, die zu Umbrüchen in der Kunst, Architektur oder im Städtebau führten. Das (bau-)kulturelle Erbe bietet sich besonders an, diese Brüche zu entdecken und ihre gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Zusammenhänge begreifbar zu machen. Umbrüche sind überall zu finden, besonders in einer lebendigen Stadt wie Düsseldorf.

Für einen wichtigen Umbruch in der Architektur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht auch der Ort der Eröffnungsveranstaltung, das Mannesmann-Hochhaus (Berger Allee 9): Der Entwurf stammt von Paul Schneider-Esleben, einem gebürtigen Düsseldorfer und einem der prominentesten Architekten der Nachkriegszeit. Bauherrin war die Mannesmann AG. Der Bau galt Mitte der 1950er-Jahre in mehrfacher Weise als Experiment: Bauweise und Materialien waren neu in der Bundesrepublik. Der erste Stahlskelettbau mit Vorhangfassade in Deutschland entwickelte deutschlandweite Strahlkraft.

 Die Bezirksregierung an der Cecilienallee 2. 1907 bis 1911 nach dem Vorbild des Berliner Reichstagsgebäudes erbaut. Es ist ein schlossartiger Gebäudekomplex, bestehend aus sechs Gebäudeflügeln und drei Binnenhöfen. Das seitlich angelagerte Palais ist der ehemalige Wohnsitz des Regierungspräsidenten, wird Präsidentenschlösschen genannt und für Empfänge genutzt.   Geöffnet von 10 bis 16 Uhr, Führungen: 11, 12.30, 13 und 14 Uhr.
Die Bezirksregierung an der Cecilienallee 2. 1907 bis 1911 nach dem Vorbild des Berliner Reichstagsgebäudes erbaut. Es ist ein schlossartiger Gebäudekomplex, bestehend aus sechs Gebäudeflügeln und drei Binnenhöfen. Das seitlich angelagerte Palais ist der ehemalige Wohnsitz des Regierungspräsidenten, wird Präsidentenschlösschen genannt und für Empfänge genutzt.   Geöffnet von 10 bis 16 Uhr, Führungen: 11, 12.30, 13 und 14 Uhr. Foto: Stadt Düsseldorf
 Für einen Besuch offen steht auch die Werkstatt zur Herstellung und Instandhaltung der historischen Gaslaternen am Höherweg 200 bei den Stadtwerken. Die Werkstatt befindet sich mit mehreren denkmalgeschützten Bauten des ehemaligen Kraftwerks Flingern 2 auf dem Betriebsgelände. Führungen um 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr. Eine vorherige Anmeldung per E-Mail ist bis Freitag, 13 Uhr, erforderlich: besichtigungen@swd-ag.de
Für einen Besuch offen steht auch die Werkstatt zur Herstellung und Instandhaltung der historischen Gaslaternen am Höherweg 200 bei den Stadtwerken. Die Werkstatt befindet sich mit mehreren denkmalgeschützten Bauten des ehemaligen Kraftwerks Flingern 2 auf dem Betriebsgelände. Führungen um 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr. Eine vorherige Anmeldung per E-Mail ist bis Freitag, 13 Uhr, erforderlich: besichtigungen@swd-ag.de Foto: Nikolas Golsch

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen greift das Veranstaltungsmotto auf und bietet mit nordrhein-westfälischen Partnern ein buntes Programm im Zeichen des ehemaligen Mannesmann-Standortes und des Bauhaus-Jahres an. Zwischen 12.30 und 17.30 Uhr im Foyer gibt es an der Berger Allee 25 etwa das: Das Projekt „#urbana“ bietet so zum Beispiel die Chance, mit einer Virtual-Reality-Brille „Bauhäuser“ und andere Gebäude aus NRW und der Welt zu entdecken. Beim Projekt „#bauhauswow“ werden imposante Bilder einer Architekturreise zu Hochburgen des Bauhauses im Westen inszeniert.

 Der Landtagwurde 1982-88 nach Entwürfen des Architekturbüros Eller, Walter, Moser & Partner erbaut. Entwurfsgedanke war ein Gebäude, das die notwendige Funktionalität der politischen Arbeit mit dem repräsentativen Charakter eines modernen, bürgernahen Parlaments vereint. Bauten der 1980er-Jahre stehen in Düsseldorf kaum unter Denkmalschutz. Geöffnet von 11 bis 17 Uhr. Führungen: 11.15, 12.15, 13.15, 14.15, 15.15 und 16.15 Uhr.
Der Landtagwurde 1982-88 nach Entwürfen des Architekturbüros Eller, Walter, Moser & Partner erbaut. Entwurfsgedanke war ein Gebäude, das die notwendige Funktionalität der politischen Arbeit mit dem repräsentativen Charakter eines modernen, bürgernahen Parlaments vereint. Bauten der 1980er-Jahre stehen in Düsseldorf kaum unter Denkmalschutz. Geöffnet von 11 bis 17 Uhr. Führungen: 11.15, 12.15, 13.15, 14.15, 15.15 und 16.15 Uhr. Foto: Landtag NRW/ Bernd Schälte

Parallel zu den Aktionen im Foyer führen Prof. Dr. Horst A. Wessel, der ehemalige Leiter des Mannesmann-Archivs, und Reinhard Lutum vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. Gruppen durch das berühmte Hochhaus und über den ehemaligen Mannesmann-Standort, an dem mit Paul Schneider-Esleben, Peter Behrens und Ludwig Mies van der Rohe gleich drei berühmte und visionäre Planer tätig waren.

 Auf dem Gelände des früheren Schlachthofs befindet sich heute der neue Campus der Hochschule. In der denkmalgeschützten ehemaligen Großviehmarkthalle dokumentiert der Erinnerungsort Alter Schlachthof die 1941-44 begangenen Verbrechen. Eine Führung startet um 13 Uhr, von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Außerdem gibt es eine Ausstellung (Berliner Bibliotheken im Nationalsozialismus), eine Filmpremiere und ein Theaterstück. 
Auf dem Gelände des früheren Schlachthofs befindet sich heute der neue Campus der Hochschule. In der denkmalgeschützten ehemaligen Großviehmarkthalle dokumentiert der Erinnerungsort Alter Schlachthof die 1941-44 begangenen Verbrechen. Eine Führung startet um 13 Uhr, von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Außerdem gibt es eine Ausstellung (Berliner Bibliotheken im Nationalsozialismus), eine Filmpremiere und ein Theaterstück.  Foto: HSD/Eric Fritsch

Svenja Schrickel, die Leiterin der Denkmalbehörde: „Beim Programm am 8. September ist für jeden was dabei: Es gibt Angebote für Architekturinteressierte, für Menschen mit vertieften Geschichtskenntnissen, aber auch für Personen, die einfach neugierig sind und besondere Facetten Düsseldorfs kennenlernen möchten. Interessant finde ich beispielsweise die Führungen durch Benrath, Oberkassel oder die Kasernenstraße, die gleich die Innovation eines ganzen Quartiers in den Blick nehmen. Auch Kinder können mit ihren Eltern verkehrstechnische Fortschritte erleben: bei kostenlosen Fahrten mit den historischen Fahrzeugen der Rheinbahn. Sportliche Gäste haben die Gelegenheit, nach einer Führung durch die denkmalgeschützten Münster-Therme kostenfrei zu schwimmen. Musikbegeisterten empfehle ich, im Standesamt in der Inselstraße ein Schellackplatten-Konzert zu besuchen.“

 Das historische Straßenbahndepot Am Steinberg 35 steht teilweise unter Denkmalschutz. Die erste Halle wurde 1908 eröffnet. Der Architekt W. Kordt fertigte einen ungewöhnlichen Entwurf: Spitz zulaufende, schlanke Eisenbetonbögen tragen die Glasflächen des Dachs. Mit den historischen Straßenbahnen sind über 100 Jahre Stadt- und Verkehrsgeschichte erlebbar. Geöffnet 11 bis 18, Führungen stündlich 11.30 bis 17.30 Uhr.
Das historische Straßenbahndepot Am Steinberg 35 steht teilweise unter Denkmalschutz. Die erste Halle wurde 1908 eröffnet. Der Architekt W. Kordt fertigte einen ungewöhnlichen Entwurf: Spitz zulaufende, schlanke Eisenbetonbögen tragen die Glasflächen des Dachs. Mit den historischen Straßenbahnen sind über 100 Jahre Stadt- und Verkehrsgeschichte erlebbar. Geöffnet 11 bis 18, Führungen stündlich 11.30 bis 17.30 Uhr. Foto: Linie D/Hans Männel