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Landwirtschaft: „Wir haben viel mehr Zuspruch“

Landwirtschaft : „Wir haben viel mehr Zuspruch“

Ein Jahr nach der offiziellen Umstellung des Sieferhofs auf Bio sind die Eheleute Paas zufrieden. Durch den heißen Sommer muss wohl aber Futter dazugekauft werden.

Fast genau ein Jahr, nachdem auf dem Sieferhof von Julia und Frank Paas offiziell Biomilch produziert wird, sind die Besitzer zufrieden mit der Umstellung. „Wir haben deutlich mehr Zuspruch auf dem Hof gehabt, seitdem das Schild vorne an der Straße steht“, sagt Landwirt Frank Paas. Es werde damit klar, dass sich viele Menschen offenbar bewusster mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Ein wirtschaftliches Standbein sei der Direktverkauf ab Hof allerdings nicht - das sei auch nicht geplant gewesen.

Mehr finanzielle Erträge liefere aber jetzt der Verkauf der Milch an die Molkerei. Biomilch kostet mehr im Handel und wird auch besser bezahlt. Gleichzeitig gibt es Fördergeld vom Land NRW und der Molkerei für die Wechsel des Hofs zum biologischen Kreislauf. Das ausschließlich Futter von den nicht mehr mit mineralischem Dünger und chemischem Pflanzenschutz belasteten Weiden genutzt werden kann, klappt in diesem Jahr allerdings noch nicht. Die wiitterungsbedingt schlechtere Ausbeute der Weiden trifft allerdings die gesamte Landwirtschaft, nicht nur jene Bauern, die auf Bio setzen. Frank Paas: „Wir haben eigentlich im Jahr fünf Schnitte. Aber der vierte Schnitt war fast gar nichts.“ Nun müsse man schauen, wie viel der letzte Schnitt um den 20. Oktober herum abwirft. Zu vermuten ist aber, dass Futter für die Wintermonate dazu gekauft werden muss. „Das Futter ist doppelt so teuer geworden, weil alle Landwirte das selbe Problem haben und die Nachfrage entsprechend hoch ist“, sagt der Biobauer. In dieser Region sei man aber noch mit einem blauen Auge davongekommen. Landwirte in norddeutschen Regionen hätten ihr Vieh schon im Sommer hereinholen und im Stall mit Zusatzfutter ernähren müssen, weil die Weiden nichts mehr hergegeben hätten.

Bestand der Tiere wurde bereits um zehn Prozent reduziert

Ein weiteren Schritt zum Biobaunerhof,  den Bestand des Viehs zu reduzieren, habe man deshalb jetzt schon vorgezogen. Zehn Prozent weniger Tiere leben jetzt auf dem Sieferhof. „Die Kühe haben uns aber nicht die Haare vom Kopf gefressen“, sagt der Burscheider Sprecher der Ortsbauernschaft. Die angespannte Lage sei nur der Anlass gewesen, früher die geplante Reduzierung in Angriff zu nehmen.

Noch einige Wochen wird es übrigens dauern, bis auch das Fleisch der Tiere, die den Hof verlassen, als Biofleisch verkauft werden kann. Am 1. Januar wird es soweit sein. Auch das Fleisch der Tiere gilt dann als Bioprodukt.