Verkehr : Ringe: Mehr Platz für Radler

Zwischen der Lindenstraße und dem Zülpicher Platz gibt es eine eigene Radspur.

Noch scheint es nicht jeder Radfahrer gemerkt zu haben. Viele nutzen auf dem Habsburger- und den Hohenzollernring zwischen der Lindenstraße und dem Zülpicher Platz noch die alte Radspur auf dem Gehweg. Dabei ist auf der Straße in beiden Fahrtrichtungen eine breite Fahrspur für Radler markiert. Dort befindet sich aber auch noch der eine oder andere Autofahrer und geparkt wird auf dem Streifen ebenfalls noch in zweiter Reihe.

In den vergangenen Wochen hat die Stadt auf dem Habsburger- und dem Hohenzollernring eine Fahrspur für Autos in eine Radspur umgewandelt. Diese erstreckt sich auf einer Länge von 450 Metern und soll auch dafür sorgen, dass Radfahrer von den anderen Verkehrsteilnehmern auf der Straße besser gesehen werden. In der Vergangenheit hatte es auf den Ringen immer wieder teils schwere Unfälle mit Radlern gegeben.

Kurzzeitparkplätze fallen weg, neue Radabstellflächen entstehen

„Die Spur ist deutlich abmarkiert und ist so ein sicheres Angebot für Radfahrer. Jetzt gibt es reichlich Platz für schnelle und für langsamere Radfahrer“, freut sich Verkehrsdezernentin Andrea Blome. Der Bereich zwischen der Lindenstraße und dem Zülpicher Platz ist zunächst eine Pilotstrecke.

Dahinter steckt der Plan, auf den Kölner Ringen zwischen der Bastei im Norden und dem Bayenturm im Süden eine möglichst einheitliche, komfortable Radverkehrsführung herzustellen. Dazu gehört auch die durchgängige Einführung von Tempo 30 für den Autoverkehr. Auch wenn sich nicht jeder daran hält, ist es schon deutlich leiser geworden auf dem Habsburgerring, wovon auch Anwohner und Fußgänger profitieren dürften. Sollte der bisherige Radstreifen nach der Testphase wegfallen, hätten die Fußgänger auch deutlich mehr Platz zum Flanieren.

Auf der nun für den Verkehr freigegebenen Pilotstrecke an Habsburgerring und Hohenzollernring war neben umfangreichen Markierungen auch die Erneuerung von zwei Ampelanlagen an den Kreuzungen Lindenstraße/Schaafenstraße und Beethovenstraße/Schaevenstraße erforderlich. Die Gesamtkosten für den Umbau liegen bei rund 650.000 Euro – 570.000 Euro für die Ampelanlagen sowie je 40.000 Euro für den Straßenumbau und die Markierungsarbeiten.

Neben der Reduzierung von zwei Fahrspuren auf eine und der neuen Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern sind auch die beiden neuen Ampelanlagen wichtig im Radverkehrskonzept der Stadt. Sie verfügen über gestaffelte Haltelinien für Radler sowie über Aufstellflächen in den einmündeten Straßen und indirekte Linksabbieger. Geöffnet wurde zudem die Einbahnregelung auf der Schaevenstraße für Radfahrer in Gegenrichtung mit einer Grünpfeilregelung für abbiegende Radler nach rechts.

Weggefallen sind Plätze für Kurzzeitparker in den Parktaschen. Dadurch sollen ausreichende Ladezonen entstehen, um den neuen Radfahrstreifen möglichst freizuhalten. Laut Stadt gibt es für Kurzzeitparker ausreichend Plätze in den Parkhäusern an den Ringen. Von 48 Kurzzeitparkplätzen auf den Ringen stehen künftig 26 Flächen für das Laden und Liefern (tagsüber von 8 bis 19 Uhr) und als Bewohnerparkplätze (abends und nachts von 19 bis 8 Uhr) zur Verfügung. 22 Kurzzeitparkplätze werden zu Flächen für das Fahrradparken umgewandelt. Dadurch stehen in diesem Bereich künftig 234 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Die bisher auf den Gehwegen vorhandenen 162 Fahrradabstellplätze werden abgebaut, um dort zusätzliche Flächen für Fußgänger zu schaffen.

Von der Initiative „RingFrei#“ und von Radfahrerverband ADFC gab es Lob für die Neuregelung der Verkehrs auf den Ringen. Man hoffe, dass nun in absehbarer Zeit auch der restliche Teil der Ringe neu für den Radverkehr gestaltet wird. Man sehe die Pilotstrecke als Vorbild für alle mehrspurigen Straßen in Köln. Um die neue Radspur sicherer und sichtbarer zu machen, befürwortet man eine komplette Roteinfärbung der neuen Spur.