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Rundgang: Vom Düxer Bock zum Schiffswrack

Rundgang : Vom Düxer Bock zum Schiffswrack

Die Stadt hat den Besuchern Dinge zu bieten, die es so nur in Köln zu sehen und zu erleben gibt. Das sind nicht nur die Markenzeichen wie der Dom. Es sind kleine Geschichten, die man bei einem Stadtspaziergang entdecken kann.

Dazu gehört der Düxer Bock, der auf einem kleinen Platz in Deutz auf seiner Säule thront. Und der hat nichts mit Hennes, dem Maskottchen des FC zu tun. Er erinnert an einen profanen Streit unter Nachbarn. Dabei ging es um einen Schneider mit laut piependen Singvögeln und einem Steuereintreiber, der dem Gepiepe einen meckernden Bock entgegengesetzt hat. Und es geht um eine große Liebe zwischen des Schneiders Tochter und dem Sohn des Steuereintreibers, die anders als bei Romeo und Julia am Rhein glücklich endet. Heute erinnert eine Skulptur von Bildhauer Gerhard Marcks an die Begebenheit.

Von Deutz geht es jetzt zur Severinstraße mit der katholischen Kirche St. Johann Baptist. In die Schlagzeilen kam das Gotteshaus, als dessen Kirchturm durch die unterirdischen Arbeiten für die Nord-Süd-Bahn plötzlich in Schieflage geriet. Damit hatte auch die Kölner ihren „Schiefen Turm“, den man sonst nur aus dem italienischen Pisa kennt. Inzwischen steht der Kirchturm wieder gerade. An den U-Bahn-Bau und den damit verbundenen Einsturz des Historischen Stadtarchivs erinnert nur etwa 500 Meter weiter eine große Baugrube, wo inzwischen die Arbeiten wieder aufgenommen worden sind.

Nicht weit vom Kirchturm befindet sich ein anderes interessantes Gotteshaus – die Elendskirche St. Gregor. Ihren Namen erhielt diese nach einem mittelalterlichen Friedhof am Katharinengraben. Dort wurden nur Ketzer, Arme und Hingerichtete bestattet. Bis 1764 stand am gleichen Ort die Privatkapelle der Familie de Groote, der die Kirche bis heute gehört. Die katholischen Einwanderer aus den Niederlanden waren in der Domstadt zu Ansehen gelangt und stellten dort sogar den Bürgermeister. Die heutige neobarocke Kirche, die 1771 geweiht wurde, trägt in ihrer Fassade ein Relief mit den Symbolen des Todes, die an das Geschehen im Mittelalter erinnern.

Jetzt führt der Weg in die Kölner Altstadt. Dort findet sich das Rote-Funken-Plätzchen, wo mit einem Relief an die früheren Stadtsoldaten erinnert wird. Recht lebendig bleibt ihre Tradition durch Kölns ältestes Traditionskorps, die Roten Funken, die die Uniform der Soldaten bis heute tragen – natürlich mit dem Strüßje in der Knabüs absolut friedlich. Nicht weit davon entfernt findet sich am Rheinufer die große begehbare Brunnenskulptur. Sie ist Teil des Rheingartens – einer beliebten Grünanlage. Der Brunnen, der vor allem bei Kindern sehr angesagt ist, wurde von Eduardo Paolozzi geschaffen und ist ein Ensemble aus Bronze, Steinquadern, Pflastersteinen und Wasser, das an einen halb versunkenen Rheinkahn erinnert.

Nun geht es zum Abschluss durch den Hauptbahnhof zum Eigelstein mit seiner Torburg. Dort scheint in einem der Torbögen ein Schiff zu schweben. Es sind die Überreste des Kreuzers Cöln, die 1926 ihren Platz mitten an Land gefunden haben. Die Fregatte Cöln, war das erste Kriegsschiff, das den Namen Köln trug. Sie ging 1914 bei einem Seegefecht vor Helgoland mit 200 Mann Besatzung unter. Einer der Kutter der Cöln wurde als Wrack gefunden. Dieses ging als Geschenk an die Stadt Köln. Zunächst kam das Schiff in den Vorhof des Spanischen Bau des Rathauses und wanderte von dort zum Eigelstein. Bis heute gibt es vier Marineschiffe, die den Namen der Stadt tragen.