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Spaziergang: Von Kardinal Frings zu Millowitsch

Spaziergang : Von Kardinal Frings zu Millowitsch

Bei einem Spaziergang durch die Kölner Innenstadt kann man sich nicht nur beim Besuch bekannter Gebäude wie dem Dom oder dem Praetorium auf die Spuren der Stadtgeschichte machen. Auch Denkmäler bieten Historisches und ermöglichen Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten und Begebenheiten.

Wir haben uns für Sie auf den Weg durch die City gemacht. Natürlich ist es auch hier wichtig, auf die Abstandsregeln und die Maskenpflicht zu achten.

Das erste Denkmal findet sich unweit des Domes auf dem Laurenzplatz gegenüber des Rathauses. Dort ist einer der wohl bekanntesten Kölner Erzbischöfe zu sehen. Bekannt wurde Kardinal Frings durch seine Silvesterrede 1946, in der das Stehlen von Kohle, die auf Zügen unterwegs war, durch die schlechte Lage der Nachkriegszeit legitimierte und „Fringsen“ ein Begriff wurde. Geschaffen wurde das Denkmal vom Bildhauer Kurt Arentz.

Weiter geht es nun zum ruhigen Platz vor Groß St. Martin, den man durch einen Durchgang vom Alter Markt erreicht. Dort stehen mit Tünnes und Schäl zwei kölsche Originale. Beim Tünnes ist die dicke Nase schon blank gerieben – sie zu berühren, soll Glück bringen. Geschaffen hat das Denkmal der Bildhauer Wolfgang Reuter. Unweit davon, auf dem Heumarkt, sitzt König Friedrich Wilhelm III. stolz auf seinem Pferd. Das Reiterstandbild, das von den Kölnern liebevoll „et Pääd“ genannt wird, wurde 1878 feierlich enthüllt. Es gehört zu den markantesten Denkmälern der Stadt und wurde 2015 aufwendig restauriert.

Konrad Adenauer im Wintermantel von St. Aposteln

Vom Heumarkt führt der Weg nun zum nahegelegenen Neumarkt und von dort zur romanischen Kirche St. Aposteln. Dort wird einem großen Politiker aus Köln gedacht. Konrad Adenauer war sowohl Kölner OB als auch der erste Bundeskanzler Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Seinen Platz hat der Mann im übergroßen Wintermantel seit 1995 in der Innenstadt. Geschaffen wurde das Denkmal von Karl Wimmer und dessen Schüler Gerd Weiland.

Zu den bekannten Persönlichkeiten der Stadt zählt definitiv der Volksschauspieler Willy Millowitsch, der mit den TV-Übertragungen aus seinem Theater bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte. Heute sitzt er als Bronzestatue auf einer Bank und blickt gelassen auf die Hektik der Großstadt. Der Platz, den man über die Gertrudenstraße vom Neumarkt erreicht, wurde nach ihm benannt.

Ein ernstes Thema greift am Appellhofplatz gegenüber des Zeughauses das Deserteurdenkmal auf, das an die Deserteure und Kriegsgegner während des Zweiten Weltkrieges erinnert. Es wurde 2009 der Öffentlichkeit präsentiert. Um die Inschrift, welche die Zivilcourage der Kriegsgegner würdigt, lesen zu können, muss sich der Betrachter unter das Denkmal stellen und seinen Blick zum Himmel wenden.