Internet : Virtueller Besuch in den Museen

In der vergangenen Woche hat das Kölner Wallraf seine neuen digitalen Angebote erstmals präsentiert. Dazu gehört eine App, bei der Studenten vier virtuelle Touren für junge Menschen durch das Museum anbieten und dabei als Kuratoren ihren ganz eigenen jungen Blick auf die alte Kunst präsentieren.

Über die Homepage des Wallraf kommen Interessierte auch zum virtuellen 360-Grad-Rundgang durch das Haus, der alle Ausstellungsräume umfasst. Es ist in der Zeit der erneuten Lockdowns voraussichtlich bis Ende November die einzige Chance, die außergewöhnlichen Meisterwerke zu sehen. Dabei gibt es zahlreiche Zusatzinfos und die Chance, der Kunst so nahezukommen wie das bei einem normalen Besuch im Museum nicht möglich ist.

www.wallraf.museum

 

Auch das Museum Ludwig musste seine Pforten bis zum Monatsende für Besucher schließen. Aber die Social-Me­dia-Kanäle auf Facebook, Instagram und Twitter sind weiterhin aktiv. Der „Lange Donnerstag“ am 5. November zur Fotopräsentation „Sisi privat. Die Fotoalben der Kaiserin“ wird digital auf Instagram stattfinden unter: instagram.com/MuseumLudwig/. Es wird ein Gewinnspiel geben, Wiener Walzer und die Kuratorin der Ausstellung, Miriam Szwast, wird etwas über Sisis Kleiderwahl erzählen. Der Vortrag von Hubertus Butin „Kunstfälschungen im Museum - Skandal oder Chance?“ wird ebenfalls am 5. November um 19 Uhr live gestreamt. Ein Link zum Vortrag ist unter www.kunstfreunde.koeln/kunstbewusst/ zu finden. Auch das Symposium zur Russischen Avantgarde am 6. und 7. November wird ausschließlich digital durchgeführt. Interessierte können sich anmelden unter zoom-museum@gmx.de. Weiterhin findet sich auf der Webseite des Museum Ludwig ein digitaler 360 Grad Rundgang durch ausgewählte Sammlungsräume.

Zahlreiche digitale Angebote gibt es auch bei Kölner NS-Dokumentationszentrum im El-De-Haus. Durch die spannende und bewegende Dauerausstellung sowie durch die Gedenkstätte mit dem Gestapo-Gefängnis im Keller des Hauses gibt es einen 360-Grad-Rundgang, der über die Homepage des NS-Dok zugänglich ist. Er umfasst nunmehr insgesamt 88 Panoramen, in die sämtliche Inhalte der 28 Medienstationen integriert wurden: 980 Ausschnitte aus Zeitzeugeninterviews und historische Filme, 187 Fotos sowie 20 Audiodateien. Auch die erheblich ausgeweitete Audioführung durch das Haus sind nunmehr Bestandteil des 360-Grad-Rundgangs. Hier bieten insgesamt 1168 Audiodateien in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Russisch, Hebräisch und Polnisch mit einer Dauer von jeweils 5¼ Stunden pro Sprache allumfassende Einblicke in Haus und Ausstellung sowie die Geschichte Kölns während der NS-Zeit. Der gesamte Inhalt des Audioguides steht zudem in allen acht Sprachen auch in Textform zur Verfügung.

Einen digitalen Zugang gibt es auch zum Projekt „Erlebte Geschichte – Kölnerinnen und Kölner erinnern sich an die Zeit des Nationalsozialismus“ sowie zu der Website „Jugend in Deutschland 1918-1945“. Im Rahmen des Projekts „Erlebte Geschichte“ schilderten seit 2002 bislang etwa 120 Kölner Zeitzeuginnen und Zeitzeugen (davon fast 80 bereits im Internet abrufbar) ihre Lebensgeschichten. So entsteht – bei deutlicher Schwerpunktsetzung auf die Zeit von 1933 bis 1945 – ein vielseitiges und umfassendes Bild der Kölner Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert – eine Art kollektiven Gedächtnisses in Form eines Videoarchivs. Seit 2008 führt das NS-Dokumentationszentrum in einer zunächst bis 2010 währenden Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland ein größeres Projekt zum Thema der „Jugend im Nationalsozialismus“ durch. Das Projekt fand am 20. März 2012 mit der Eröffnung der umfangreichen Ausstellung „Begeistert! Unangepasst? Ausgegrenzt! - Jugend im Nationalsozialismus 1933 – 1945“ im „Haus der Essener Geschichte“ seinen vorläufigen Abschluss. Parallel zur Ausstellung entstand das neue, in dieser Form und diesem Umfang weltweit wohl einzigartige Internetportal „Jugend in Deutschland 1918-1945“.

www.museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum

Einen weiteren 360-Grad-Rundgang können Interessierte ebenfall beim Museum Schnütgen abrufen, der durch die gesamte Sammlung des Hauses inklusive des Museumsraums in der romanischen Cäcilienkirche führt, die mehr als 1000 Jahre alt ist. Das Spektrum der Dauerausstellung reicht von Holz- und Steinskulpturen über kostbare Goldschmiedekunst und Glasmalerei bis hin zu seltenen Elfenbeinen und Textilien. Weitere interessante digitale Museumsangebote der Kölner Museen finden sich auch unter deren Social-Media-Kanälen wie Instagram, Facebook oder Twitter. Digitale Angebote des Museumsdienstes finden sich online unter:

www.museenkoeln.de

www.museum-schnuetgen.de