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Kultur: Auf den Spuren der Nachtengel von Köln

Kultur : Auf den Spuren der Nachtengel von Köln

Endlich hat Kommissar Jan Schiller mit Nadine wieder eine Frau gefunden, mit der die große Liebe möglich scheint. Noch hat er die Trennung von seiner früheren Partnerin Carla nicht ganz überwunden.

Da scheint ein Kurzurlaub in Bordeaux mit seiner Theatermacherin gerade richtig. Doch aus den Plänen des Paares wird nichts, denn plötzlich gibt es einen Hilferuf von Schillers Ersatzmutter, der alten Hebamme Therese. Sie hat eine junge, deutschstämmige Rumänin getroffen, die bei ihr Schutz gesucht hat. Jetzt ist die Frau plötzlich verschwunden und Therese vermutet das Schlimmste.

Auch Schillers Kollegin, die Norddeutsche Birte Jessen, will mit ihrem Freund Max in den langersehnten Urlaub. Hawaii ist das Traumziel der beiden – alles scheint bereit zu sein, doch dann wird plötzlich eine verbrannte Frauenleiche gefunden. Ist es die junge Rumänin, die Therese vermisst? Doch bevor die alte Frau etwas von dem schrecklichen Fund erfährt, ist ihr von Hilfsbereitschaft und großem Engagement für die Schwachen der Gesellschaft geprägtes Leben auf einen Schlag in großer Gefahr. Sie wird mit schwersten Kopfverletzungen vor einem Krankenhaus gefunden.

Schiller ist geschockt – Therese ist die Bezugsperson für ihn, ein Leben ohne sie scheint für den kölschen Kommissar undenkbar. Jetzt will er nur noch den Menschen finden, der seiner Ersatzmutter das angetan hat. Birte hat derweil eine andere junge Frau aus Osteuropa getroffen, die ebenfalls dringend Hilfe braucht. Dabei denkt die Polizistin direkt an Therese, doch von der fehlt jede Spur. Da muss der Künstler Broder, Jans bester Freund weiterhelfen. Und es kommt für das Ermittlerduo noch schlimmer – Therese überlebt ihre schweren Verletzungen nicht – Schiller ist am Boden zerstört. Zum Glück hat er Nadine an seiner Seite, die mit ihm über den Fall nachdenkt und ihn so unterstützt.

Der Fall hält beide Kommissare in Atem. Plötzlich taucht mit Vladan der Name eines Rumänen mit deutschen Wurzeln auf, der eine dubiose Vergangenheit unter anderem die Mitarbeit beim berüchtigten rumänischen Geheimdienste Securitate vorweisen kann. Er soll junge rumänische Frauen – bevorzugt aus der früheren Heimat der deutschstämmigen Rumänen – unter falschen Versprechungen nach Deutschland holen, um dort im Auftrag seiner Hintermänner mit ihnen Geld zu verdienen.

Doch auch er scheint ein Gejagter zu sein. Schiller stößt hierbei auf eine unheimliche Figur und auf einen Kölner Rechtsanwalt, der einem rechten Netzwerk angehört. Für beide Kommissare wird die Situation bei den Ermittlungen immer verworrener und Schiller muss auch noch gleichzeitig eine würdevolle Beerdigung für seine Therese organisieren – die wohl größte Herausforderung seines Lebens.

Der neue Krimi „Nachtengel von Köln“ ist ein spannender Thriller aus der Feder von Reinhard Rohn, der seinen kölschen Kommissar Jan Schiller in seinen inzwischen neunten Fall in die Domstadt schickt. Spannend ist auch hier das ungleiche Ermittlerduo. Dazu kommt ein Milieu aus dem Bereich Menschenhandel, das nach wie vor hochaktuell ist.

Mit viel Lokalkolorit versehen, ist dieser Krimi für die Schiller-Fans wie ein nach Hause kommen mit viel Vertrautem sowohl bei den Protagonisten als auch bei der Umgebung, in der Kripoleute ihren spannenden Dienst tun. Rohn selbst ist in Osnabrück geboren, lebt aber seit über 30 Jahren in Köln. Er arbeitet als Leiter in einem Berliner Verlag. Das neue Werk ist auch als E-Book erhältlich.

 

Reinhard Rohn: Nachtengel von Köln, Emons-Verlag, 240 Seiten 12 Euro.