Anwalt aus Köln kriegt rechte Hassmail – Zusammenhang mit Polizei-Affäre?

„NSU 2.0“ : Anwalt aus Köln kriegt Hassmail – Zusammenhang mit Affäre um rechte Polizisten?

Eine Hassmail an einen bekannten Anwalt aus Köln könnte die Affäre um mögliche rechtsextreme Netzwerke bei der Polizei in Hessen nach NRW ausweiten. Der Betreff ist erneut „NSU 2.0“.

Der Kölner Anwalt Mustafa Kaplan hat laut einem Spiegel-Bericht Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Kaplan habe eine E-Mail mit dem Betreff „NSU 2.0“ bekommen und vermute dahinter „dieselbe Quelle“, die einer Anwältin in Frankfurt eine E-Mail mit Hassbotschaft geschickt hatte, heißt es in einem Bericht des Spiegels weiter. In dem Schreiben, das dem Spiegel vorliege, soll der Absender „Wehrmacht“ zehn Millionen Euro fordern und mit dem Mord an Kindern und Beamten drohen, heißt es in dem Bericht weiter. Mustafa Kaplan ist als Anwalt bekannt, da er NSU-Opfer und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Streit um das „Schmähgedicht“ Jan Böhmermanns vertreten hat. Die Anfang der Woche bekannt gewordenen Ermittlungen gegen fünf Frankfurter Polizisten, die rechtsextreme Chat-Nachrichten ausgetauscht haben sollen, gehen auf einen Drohbrief an die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz zurück, wie die "Frankfurter Neue Presse" (FNP) am Wochenende berichtete. In diesem Drohbrief sei auch die private Adresse der Rechtsanwältin genannt worden. Staatsschutz-Ermittler entdeckten daraufhin, dass von einem Dienstcomputer im ersten Frankfurter Polizeirevier die Melderegister-Einträge von Basay-Yildiz abgerufen worden waren. Die Frankfurter Anwältin verteidige Islamisten und trat im NSU-Prozess als Nebenklage-Vertreterin auf. Am 2. August habe die Anwältin eigenen Angaben zufolge ein Drohschreiben erhalten, das mit "NSU 2.0" unterzeichnet worden sei, schrieb die "PNP". In dem Schreiben heiße es: "Miese Türkensau! Du machst Deutschland nicht fertig. Verpiss dich lieber, solange du hier noch lebend rauskommst, du Schwein! Als Vergeltung schlachten wir deine Tochter." Den fünf inzwischen suspendierten Beamten wird zur Last gelegt, über ihre Mobiltelefone regelmäßig rechtsextremistische Inhalte ausgetauscht zu haben. Es soll sich um vier Männer und eine Frau handeln.

(red/afp)
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