ICE-Werk in Nippes eröffnet

ICE-Werk in Nippes eröffnet

Bahn investiert rund 220 Millionen Euro in Europas modernstes Fernverkehrswerk und schafft 400 neue Arbeitsplätze.

Köln. Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe wurde am Freitag das komplett CO2-neutrale ICE-Instandhaltungswerk in Köln-Nippes feierlich in Betrieb genommen. Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, eröffnete mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Kölns OB Henriette Reker und Vertretern von Bahn und Politik das 23 Hektar große Werk. Dies entspricht mehr als 32 Fußballfeldern. Gleichzeitig wurde der erste ICE in Europas modernstem und umweltfreundlichstem ICE-Werk der Deutschen Bahn begrüßt — dem Anlass entsprechend mit grünem statt mit rotem Seitenstreifen.

„Mit dem ersten CO2-neutralen ICE-Werk in Nippes stärkt die Bahn ihre Vorreiterrolle im Klimaschutz. Zudem reisen unsere Fernverkehrskunden seit Januar mit 100 Prozent Ökostrom“, sagt Berthold Huber. „Reisende profitieren so doppelt: Bahnfahren ist jetzt nicht nur noch umweltfreundlicher, sondern mit der Vervierfachung unserer Wartungskapazitäten in Köln steigern wir auch den Komfort und die Verlässlichkeit unserer ICE-Züge. Außerdem schaffen wir hier 400 neue Arbeitsplätze.“

Mit dem massiven Ausbau der Instandhaltungskapazitäten werde einer der wichtigsten Eisenbahnknoten in Deutschland gestärkt — und damit auch der Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. „Das neue umweltbewusste ICE-Werk ist ein starkes Zeichen für die Mobilität der Zukunft in unserem Land. Leistungsfähiger, öffentlicher Verkehr bleibt wichtige Grundlage unserer Mobilität. Auch deshalb passt dieses Werk gut zu NRW“, sagte Laschet.

Kölns Oberbürgermeistern Henriette Reker freute sich, dass in Köln nunmehr das modernste ICE-Instandsetzungswerk Europas steht und gratuliere den Bauherren. „Die Deutsche Bahn unterstreicht mit ihrer Entscheidung für Köln die Bedeutung unserer Stadt als europäischen Verkehrsknotenpunkt. Wir führen seit vielen Jahren einen engen Dialog bei der umweltgerechten Verkehrsgestaltung. Gerade der Bahn kommt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der schwierigen Aufgabe zu, eine umweltgerechte Mobilität für Personen aber auch Güter auszubauen “, sagte Reker

Die Bahn hat in das grüne ICE-Werk rund 220 Millionen Euro investiert. Verbaut wurden vornehmlich regionale Baustoffe. Im laufenden Betrieb ist das grüne Werk CO2-neutral und spart jährlich somit 1000 Tonnen Kohlendioxid ein. Alle ICE-Baureihen, auch der ICE 4, werden demnächst hier gewartet. Mit der Inbetriebnahme des neuen Werks in Nippes werden Instandhaltungskapazitäten am Standort Köln vervierfacht. Bundesweit steigt die Kapazität um zwölf Prozent. Das soll für noch mehr Qualität und Zuverlässigkeit im Fernverkehr sorgen.

Für den Ausbau der Kapazitäten sucht die DB derzeit noch Mitarbeiter, insbesondere Handwerker (vor allem Mechatroniker und Elektroniker), Lokführer, Fachkräfte für Lagerlogistik oder Materialwirtschaft sowie Meister und Ingenieure. Es wurden bereits 170 Mitarbeiter neu eingestellt, in den nächsten Jahren werden hier insgesamt 400 neue Arbeitsplätze entstehen.

Um das Werk CO2-neutral zu betreiben, setzt die Bahn auf Wärme aus Geothermie (Erdwärme) und Strom aus Sonnenenergie; die Klimatisierung des Gebäudes erfolgt durch die geothermische Nutzung des 12,5 Grad Celsius warmen Grundwassers. Im Sommer kühlt das Wasser die Halle sowie die angrenzenden Gebäude. Im Winter heben drei Wärmepumpen die Grundwassertemperatur auf ein angenehmes Temperaturniveau, um die Gebäude zu heizen. Zusätzlich wurde eine rund 2100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 300 Kilowattstunden gebaut, die den Strombedarf der Wärmepumpen deckt. Auf die Nutzung von fossilen Brennstoffen wird im neuen Werk gänzlich verzichtet. Um die Lärmbelastung für Anwohner zu reduzieren, hat die Deutsche Bahn sogenannte Flüsterschienen verlegt, auf denen Züge leiser fahren.

Bis 2030 will die Bahn die spezifischen CO2-Emissionen im Vergleich zu 2006 um 50 Prozent senken. Zusätzlich will sie den derzeitigen Ökostromanteil im gesamten DB-Bahnstrommix von 42 auf 70 Prozent steigern. Bis 2050 soll der Zugverkehr emissionsfrei sein.

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