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Handel: Geschäft war für viele Händler gut

Handel : Geschäft war für viele Händler gut

Positiv „überrascht“ zeigen sich viele Geschäftsleute von den Umsätzen in der Weihnachtszeit. Es gibt aber auch schlechte Bilanzen – und Angst vor dem nächsten Baustart.

Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Händler in Burscheid nach eigener Aussage „überraschend gut“ gelaufen. Das ergab eine Umfrage von der oberen bis zur unteren Hauptstraße des Bergischen Volksboten. Allerdings gab es auch schlechte Bilanzen.

Ina Seifarth vom gleichnamigen Ledergeschäft am Markt ist nach den vergangenen beiden „Weihnachtsverkaufs-Monaten“ positiv gestimmt. „Dieses Jahr hat sich unser Umsatz deutlich verbesser“, erklärt sie. Besonders der November sei gut gelaufen. Gefragt gewesen seien Reisegepäck, Handtaschen, Börsen (Kleinlederwaren) und – ausgerechnet nach den zurückliegenden trockenen Monaten – Schirme. Noch im vergangenen Jahr hatte die Inhaberin des Lederwarengeschäftes „deutliche Rückgänge“ im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. Dieses Jahr fällt die Bilanz völlig anders aus. Eine Erklärung dafür kann die Burscheiderin nicht liefern – zumal auch die Vertreter der Branche aus Geschäften in anderen Orten unisono von schlechten Umsätzen sprächen. Aber auch die eher der Tradition verbundene Einzelhändlerin habe sich neuen Informationskanälen geöffnet. Seit wenigen Wochen präsentiert sie ihr Geschäft auch bei Facebook. Eine Gesamtbilanz könne Ina Seifarth zwar auch noch nicht präsentieren. Grundsätzlich aber sagt sie: „Wir können zufrieden in das neue Jahr gehen.“

Ebenfalls optimistisch ist Buchhändlerin Ute Hentschel. „Es ist besser als im vergangenen Jahr gelaufen.“ Sogar das fünfstellige Euro-Minus durch die Baustellen-Zeit im September und Oktober habe sie mit den Weihnachtsverkaufs-Umsätzen abfedern können. „Wir haben aber auch wahnsinnig dafür gearbeitet“, sagt sie. Noch mehr Aktionen als sonst habe es insbesondere im Advent gegeben – abends, an den Samstagen und am verkaufsoffenen Sonntag. Und selbst wenn beim Late-Night-Shopping um 21.15 Uhr niemand mehr im Geschäft gewesen sei, ist es ihrer Meinung nach das richtige Signal. „Wir hatten um 19.30 Uhr noch Kunden. Und die waren froh, dass sie nach einem berufstätigen Tag noch ein bisschen Luft nach hinten hatten.“

Auch Claudia Hinrichs vom „Lädchen“ in der oberen Hauptstraße ist zufrieden. Schmuck und Uhren seien gekauft worden wie im vergangenen Jahr. „Es ist genauso gut gelaufen.“ Das schlechte Geschäft aus der Zeit, als wegen der Baustelle die Straße gesperrt gewesen war (und bald wieder ist) habe sie mit dem Weihnachtsgeschäft aber nicht auffangen können. „Diese Verluste kann man nicht kompensieren.“ Das Positive sei aber, dass die Kunden, die während der Baustellenzeit weggeblieben seien, wieder das Geschäft betreten und dort gekauft hätten.

Grunert & Schluck setzt schon
auf das Karnevalsgeschäft

Wenige Meter weiter bei Grunert & Schluck fällt die Bilanz weniger zufriedenstellend aus. Und dort habe man auch in der Weihnachtszeit den Verlust der Kunden aus der Baustellenzeit gespürt. „Als das Parkverbot aufgehoben wurde, hat sich das bei der Kundenfrequenz nicht bemerkbar gemacht“, sagt Silvia Grunert. „Wir haben nicht gedacht, dass das so läuft. Und das dicke Ende kommt ja noch.“ Ab dem 9. Januar werden die Baustelle und damit Sperrungen und Behinderungen fortgesetzt. Dennoch stecke man den Kopf nicht in den Sand und habe sich schnell von dem alten Sortiment verabschiedet – um schon mal närrische Stimmung zu verbreiten. „Unsere Burscheider Kunden sind immer schnell mit dem Karneval“, sagt Silvia Grunert. Frühzeitig wolle man ihnen deshalb schon eine entsprechende Auswahl anbieten.

Bestellungen für Auslieferung von Blumen deutlich zurückgegangen

Im Blumengeschäft von Nathanan Kanpan in der unteren Hauptstraße fällt der Rückblick ebenfalls bescheiden aus. „Es war ein bisschen ruhiger als im vergangenen Jahr.“ Der Inhaber des Floristikladens führt dies nicht nur auf die immer dünner werdende Geschäftswelt ab dem Markt Richtung Kirchenkurve zurück. Gespürt habe er wie viele Vertreter seines Bereichs, dass Bestellungen beispielsweise über Fleurop fast gänzlich zurückgegangen seien. „Im vergangenen Jahr waren es 20 bis 30, dieses Jahr waren es noch vier.“ Und auch die Kunden, die jede Woche Blumen bei ihm kauften, setzten weniger um.