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Die größten Sorgen gelten der Wahlbeteiligung

Die größten Sorgen gelten der Wahlbeteiligung

Erstmals wird über das Spitzenamt im Rheinisch-Bergischen Kreis außerhalb der Kommunalwahlen entschieden.

Rhein.-Berg. Kreis. Das Bürgermeister- und Landratsamt vom Parteienwettstreit lösen und die Kandidaten-Persönlichkeiten stärker herausstellen: Das war einer der Hauptgründe, die Wahlen der Stadträte und Kreistage von der Besetzung der kommunalen Spitzenämter zu entkoppeln. So weit die Theorie. Sie muss sich am Sonntag erstmals und unverhofft früh im Rheinisch-Bergischen Kreis in der Praxis beweisen.

Durch das vorzeitige Ausscheiden von Rolf Menzel (CDU) und seinen hinlänglich bekannten Wechsel Anfang 2012 zur Energieversorgung Leverkusen sind die vorgezogenen Neuwahlen nötig geworden. Fünf Kandidaten gehen ins Rennen um die sechsjährige Amtszeit im Kreishaus von Bergisch Gladbach. Von 8 bis 18 Uhr sind die kreisweit knapp 200 Wahllokale geöffnet.

Die bange Frage dabei: Zieht die Entscheidung um das Spitzenamt im Kreis allein genug Wähler an? Denn die Entscheidungsebenen zwischen der jeweiligen Kommune und dem Land tun sich in der öffentlichen Wahrnehmung naturgemäß schwerer.

Dabei fallen dem Landrat als Leiter der Kreisverwaltung und oberstem Repräsentanten des Kreises eine Reihe wichtiger Aufgaben zu. Gerade finanzschwache Kommunen wie Burscheid sind auf ihn in seiner Funktion als Kommunalaufsicht und Wächter über das örtliche Finanzgebaren angewiesen. Zudem ist der Landrat in Nordrhein-Westfalen auch noch Chef der Kreispolizeibehörde.

Vertreten wird der Landrat auf Verwaltungsseite vom Kreisdirektor, auf der repräsentativen Seite von den drei stellvertretenden Landräten, die der Kreistag bestimmt.

Wenn am Sonntag keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erhält, gibt es anders als 2009 wieder eine Stichwahl, in die die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen einziehen. Sie würde 14 Tage später am Sonntag, 4. Dezember, stattfinden.

Bei der ersten Direktwahl des Landrats 1999 war sie noch nicht nötig. Damals erhielt Norbert Mörs (CDU) 56,2 Prozent der Stimmen. 2004 dagegen konnte sich Rolf Menzel erst in der Stichwahl mit 51,6 Prozent gegen Gerhard Zorn (SPD; 48,4) durchsetzen. 2009 lag Menzel dann sofort klar mit 53,8 Prozent vor Zorn (26,7).