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Burscheider bevorzugen die Brezel

Burscheider bevorzugen die Brezel

In der Tanzschule „Top 4 Dancing“ entdecken die Teilnehmer ihre Begeisterung für den Discofox. Beim Tango aber hält sich die Euphorie in Grenzen.

Burscheid. Der Tanz ist eine Form der Kommunikation. Wie kein anderer Stil drückt der Tango Sehnsucht und Leidenschaft aus. Es ist ein Spiel mit der Distanz zwischen den Tanzpartnern. Es liegt ein Knistern in der Luft, wenn der Mann seine Partnerin sanft aber bestimmt über die Tanzfläche führt. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach Tango-Kursen in vielen Tanzschulen steigt. Allerdings ist Burscheid da eine Ausnahme, wie Carsten Brosche berichtet.

Burscheider bevorzugen die Brezel
Foto: Jürgen Venn

„Steht der Tango im Unterricht an, setzen sich viele Tanzpaare hin“, wie Brosche berichtet. Diese Erfahrung macht der 62-Jährige immer wieder in den Kursen für Gesellschaftstanz, die in der Tanzschule „Top 4 Dancing“ an der Kölner Straße 30 angeboten werden. In diesem Unterricht sollen Anfänger einen Überblick über die hierzulande gängigen Gesellschaftstänze bekommen, wie Walzer, Cha-Cha-Cha, Rumba, Foxtrott und eben auch Tango. „Tango ist ein Tanz, der nicht so gerne genommen wird. Es entscheidet sich in den ersten drei Unterrichtsstunden, ob man den Stil mag oder nicht“, berichtet der Inhaber der Tanzschule in Hilgen. Ist die Meinung erst einmal gefällt, sei es schwer, einen Musikschüler doch noch vom Gegenteil zu überzeugen.

Carsten Brosche unterscheidet da noch zwischen dem europäischen und dem argentinischen Tango. Erstere Variante sei sehr streng. Es gibt vorgegebene Figuren, während beim Tango Argentino ein großer Teil des Tanzes über Improvisation gestaltet wird. Allerdings müssen die Schüler ein Gefühl für die Musik mitbringen. Es sei nicht damit getan, so Carsten Brosche, über ein generelles Taktgefühl zu verfügen. Auf die lateinamerikanischen Rhythmen müsse man sich einlassen können.

Der Burscheider mag da doch lieber den Discofox, dessen Abläufe deutlich planbarer sind. „Der Discofox hat im Moment einen kleinen Boom“, berichtet Carsten Brosche. „Viele sagen, dass man ihn im Gegensatz zu anderen Tänzen überall und zu jeder Musik tanzen kann.“ Der Stil ist ein Allrounder, der heute längst nicht nur Menschen mittleren Alters in seinen Bann zieht. „Die Kurse sind gemischt. Von 20 bis 60 Jahren ist jede Altersgruppe vertreten“, so Brosche.

Wer welchen Stil letztendlich bevorzugt, ist dem 62-Jährigen, der seine Begeisterung für den Sport als 15-Jähriger selbst in der Tanzschule entdeckte, gleich. Er selbst bezeichnet den Wiener Walzer als seine Königsdisziplin. Carsten Brosche sieht vor allem den gesundheitsfördernden Nutzen der Bewegung zur Musik. „Bis ins hohe Alter kann man so etwas für seine Gesundheit tun und fit bleiben“, sagt er. „Man muss mit dem Kopf dabei sein. Einige Teilnehmer tanzen bereits seit mehreren Jahrzehnten und sind mittlerweile über 70 Jahre alt.“