Fortuna Düsseldorf: Fortuna: Ein Gießelmann für alle Fälle

Fortuna Düsseldorf : Fortuna: Ein Gießelmann für alle Fälle

In jedem der neun Pflichtspiele der Fortuna stand der 26-Jährige in der Startelf. Er spürt des Trainers Vertrauen und widersteht dem Rotations-Prinzip.

Düsseldorf. Neben Kaan Ayhan und Marcel Sobottka ist Niko Gießelmann der einzige Fortune, der in allen Pflichtspielen von Anfang an auf dem Platz gestanden hat. Die Funkel-Rotation hat vor ihm immer Halt gemacht. „Es ist wirklich ein sehr schönes Gefühl, das Vertrauen des Trainers so zu spüren. Darauf bilde ich mir aber jetzt noch nichts ein“, sagt Gießelmann. „Vielleicht am Ende mit 34 Spielen auf dem Buckel.“ Bei den Fans hatte er schnell die Kategorisierung ins Fach Volltreffer erhalten. Der 26-Jährige spielt nicht nur solide, sondern er glänzt durch Spielübersicht, gute Technik und Einsatzfreude.

Auf die Frage, wie er sich als Tabellenführer fühlt, sprach Gießelmann nur von einem „schönen Nebeneffekt“. Warum das noch so ist, erklärte er damit, dass er und seine Teamkollegen die Niederlage an seiner alten Wirkungsstätte, in Fürth, so gut weggesteckt hätten. „Danach haben wir zwei sehr kampfbetonte Spiele abgeliefert, was für die Moral ganz wichtig war“, sagt Fortunas Abwehrspieler. „Es wurde erklärt, dass die Fortuna englische Wochen nicht kann. Wir haben jetzt das Gegenteil bewiesen.“

Ausschweifende Blicke zurück und ein Ausruhen kommt für Gießelmann nicht in Frage. „Nach dem nächsten Spiel kann das schon wieder ganz anders aussehen“, sagt er. „Aber wir haben jetzt ein Heimspiel, das am Montagsabend bestimmt eine geile Stimmung mit sich bringt.“ Den Vorsprung ausbauen, wäre ganz im Sinne des Ex-Hannoveraners, der sich in seiner Jugend genügend Derbys mit Eintracht Braunschweig und später in Diensten von Fürth auch gegen Nürnberg mit einer besonderen Stimmung geliefert hat. „Wir versuchen das Derby auch für die Fans zu gewinnen“, sagt Gießelmann und sieht diesmal sogar einen Vorteil darin, erst am Montag zu spielen, wenn die Fortuna weiß, wie die Konkurrenz gespielt hat. „Dann gibt es vielleicht auch die Chance, sich noch ein wenig abzusetzen.“ Aber das würde nicht im Vordergrund der Vorbereitung auf das Spiel gegen den MSV Duisburg stehen. „Durch die aufgeheizte Atmosphäre ist das schon ein ganz spezielles Spiel, das wir auf jeden Fall gewinnen wollen.“ Am liebsten mit großer Effektivität.

Dazu sollte die Leistung der ersten 30 Minuten aus dem Spiel beim FC St. Pauli wiederholt werden. „Das war echt top, die beste halbe Stunde der bisherigen Saison“, sagt Gießelmann. „Wir hätten einfach die zwei, drei Kontersituationen besser ausspielen müssen, dann hätten wir die Probleme am Ende nicht mehr gehabt.“ Der Lernauftrag ist schlicht formuliert. Die Ballsicherheit muss über 90 Minuten Bestand haben. Ruhe am Ball ist die erste Profipflicht. „Wir müssen dann öfter versuchen, eine spielerische Lösung zu finden.“ Gießelmann fordert seine Mitspieler auf, sich gerade in den Druckphasen des Gegners auf die eigenen Stärken zu besinnen. „Den Ball auf die Tribüne schlagen, können wir dann gerne in den letzten fünf Minuten immer noch machen“, sagt der 26-Jährige, der sich bei der Fortuna sehr wohl fühlt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung