Neues Vereinsmuseum - Große Momente aus Gladbachs Fußball-Historie

Mönchengladbach : Neues Vereinsmuseum - Große Momente aus Gladbachs Fußball-Historie

Borussia Mönchengladbach eröffnet mit viel Prominenz das neue Vereinsmuseum – die „FohlenWelt“. Mit dabei - die Fußballhelden der Vergangenheit.

Der „Ballon d’Or“ ist die prestigeträchtigste Auszeichnung im europäischen Fußball. Als bisher einziger Gladbacher Borusse reckte Allan Simonsen 1977 in Paris den goldenen Ball in die Höhe. 42 Jahre später ist die begehrte Trophäe im neuen, aufregenden Vereinsmuseum von Borussia Mönchengladbach untergebracht. Der dänische Klassestürmer aus den 70er Jahren, der dreimal mit der Fohlenelf Deutscher Meister wurde und ein echter Publikumsliebling war, hat das wertvolle Stück seinem ehemaligen Klub gespendet. Gestern entdeckte der 66-jährige Ex-Borusse bei seiner Erkundungstour durch die „FohlenWelt“ den Cup in einer Vitrine wieder und war sichtlich gerührt: „Das ist ein guter Platz für den goldenen Ball. Ich bin begeistert. Das Museum ist überwältigend.“

Große Gala im Borussia-Park: Es war nicht Klubpräsident Rolf Königs, der am Freitag die feierliche Eröffnung des neuen Vereinsmuseums mit mehr als 400 Gästen übernahm, nein, er überließ den offiziellen Part und die große Bühne den Fußballhelden der Vergangenheit. Sodann begaben sich Simonsen, Stefan Effenberg, Berti Vogts, Lothar Matthäus, Jupp Heynckes und viele andere auf eine Zeitreise, tauchten in den kommenden Minuten  in eine Welt voller Überraschungen, Eindrücke und Emotionen ein.

Auch Günter Netzer, der „King“ vom Bökelberg, ist gekommen

Dass sich am Freitag Tradition und Moderne vermischten und etliche Gladbacher Fußball-Stars aus mehreren Generationen im Borussia-Park einfanden, machte die besondere Note und den Charme des Abends aus. Borussia Mönchengladbach hatte gerufen und alle kamen. Auch Günter Netzer, der „King“ vom Bökelberg, durfte in diesem illustren Kreis nicht fehlen.

Er widmete sich beim fast andächtigen Rundgang im Museumsbereich nicht nur staunend dem Filmmaterial von seinem legendären Siegtreffer 1973 im Pokalfinale gegen den 1. FC Köln (2:1), sondern natürlich auch dem Szenario um seine Selbst-Einwechslung in der Verlängerung – quasi an Trainer-Legende Hennes Weisweiler vorbei.  Ja, und dann sah er plötzlich sogar die edle, silberfarbene Kasse aus seiner Diskothek „Lovers‘ Lane“ in der Gladbacher Altstadt, die die Fohlen-Welt-Macher durch Zufall aufgestöbert hatten.

Hinter der Eingangspforte zum Museum im Foyer des Borussen-Stadions verbergen sich auf rund 1150 Quadratmetern wahre Schätze aus der reichen Geschichte des Vereins, echte Kleinode, ein Kaleidoskop von Bildern, Exponaten und Filmen aus 119 Jahren. Die Ausstellung ist anschaulich gegliedert, unterteilt in neun Chronologie-Bereiche, in denen der Werdegang des Arbeiterklubs lebendig wird, gespickt mit Exponaten und multimedialen Inhalten.

Dazu kommen 21 Themenbereiche, wie zum Beispiel Trikotgalerie, Torfabrik und Fans. Hier können die Besucher das Wissen über Borussia Mönchengladbach vertiefen, legendäre Augenblicke noch einmal erleben oder ganz persönliche neue VfL-Momente schaffen, indem sie sich beispielsweise ihre eigene Lieblings-Elf zusammenstellen. Das interaktive Guide-System rundet das Erlebnis im Zeichen der Mönchengladbacher Raute ab.

Dass der Torpfostenbruch von 1971 eine große Rolle spielt im neuen Museum ist ebenso einleuchtend wie die berühmte Cola-Dose vom unvergessenen Inter-Mailand-Spiel, als Boninsegna nach dem ominösen Wurf den sterbenden Schwan spielte und Gladbachs 7:1-Triumph im Landesmeister-Pokal annulliert wurde. Eher ungewöhnlich und leicht gruselig ist dagegen die Kammer des Schreckens. „Aber auch das gehört zum Mythos Borussia. Es gab nicht nur Titel und Triumphe, sondern auch Tränen und Tristesse“, sagt Mediensprecher Markus Aretz.

Die Helden von einst treffen sich Samstagnachmittag im Logenbereich des Stadions wieder. Im wichtigen Bundesligaspiel um die lukrativen Europapokalplätze wollen die Fohlen von heute gegen Hoffenheim ihre mäßige Heimbilanz in der Rückrunde aufpolieren, um vielleicht doch noch die Qualifikation für Europa zu schaffen und ihrerseits ein kleines Stück Klubgeschichte zu schreiben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung