Max Eberl: FC Bayern? Ich wäre nicht gesprächsbereit gewesen.

Borussia Mönchengladbach : Max Eberl: "FC Bayern? Ich wäre nicht gesprächsbereit gewesen"

Personalien, Transfer-Gezerre und Saison-Ziele - Gladbachs Sportdirektor äußerte sich zum Ende des Trainingslagers am Tegernsee über viele Themen.

Am Sonntag Vormittag absolvierten die Spieler von Borussia Mönchengladbach auf der Sportanlage an der Birkenmoosstraße in Rottach-Egern noch eine leichte Regenerationseinheit. Die grauen Wolken hingen tief, es regnete. Der Himmel weinte, dass die nach nun sieben Jahren inzwischen doch sehr liebgewonnene "Fohlenelf" das Tegernseer Tal bis zum nächten Sommer wieder verließ. Mit dem Mannschaftsbus ging es am frühen Nachmittag zum Flughafen München, von dort nach Düsseldorf und da weiter per Bus nach Mönchengladbach. Zuvor hatte sich Sportdirektor Max Eberl aber noch über viele Dinge geäußert. Der 45-Jährige sprach unter anderem über...

...DIE ARBEIT AUF DEM TRANSFERMARKT: Diesen Sommer war sie bisher intensiv, kompliziert, irgendwie anders. Der Wunsch ist immer, den Kader so schnell als möglich zusammen zu haben. Das ist inzwischen jedoch schwer machbar. Man muss nicht nur wissen, wessen Vertrag ausläuft, sondern auch vermuten, wer seinen Verein verlassen könnte. Dabei sieht man sich teilweise mit unverschämten Angeboten konfrontiert. Mit dem Spieler kommt man häufig schnell auf einen Nenner, aber nach dem ersten Gespräch ist selten etwas fix. Dabei sind nicht immer die Berater das Problem, auch die abgebenden Vereine sind oft schwierig. Aber wir sind zum Glück dann doch schon recht weit.

...MÖGLICHE ZU- UND ABGÄNGE: Bei Marcus Thuram müssen nur noch ganz kleine Steinchen aus dem Weg geräumt werden. Dass Malang Sarr zu uns will, ist natürlich erfreulich - allerdings hat OGC Nizza in der Hinsicht so seine Vorstellungen und unser Budget ist endlich. Wir müssen auch nicht zwingend einen reinen Linksverteidiger verpflichten, wir könnten einen universell einsetzbaren Abwehrspieler holen oder vielleicht sogar beides. In dem Falle würde es allerdings wohl sicher auch noch Abgänge geben. Aber wenn der Kader so bleiben sollte, wie er sich momentan zusammensetzt, dann ist das eben auch so.

Für die von Max Eberl in Erwägung gezogenen Abgänge in der Abwehr wären Andreas Poulsen und Michael Lang zwei Kandidaten. Der junge Linksverteidiger Poulsen (19) soll dabei allerdings nur ausgeliehen werden, um auf höherem Niveau als dem der U23 in der Regionalliga West Spielpraxis zu sammeln. Michael Lang spielt im System von Trainer Marco Rose keine große Rolle. "Seine Situation ist schwierig, aber er hat einen Vertrag und so etwas respektieren wir. Michael gehört voll dazu, wir werden ihn mit Sicherheit nicht separat trainieren lassen oder in die U23 schicken", betonte Eberl. Zudem könnte bei weiteren Zugängen nach Recherchen von WZ und RP auch Fabian Johnson gehen. Der 31-Jährige ist universell einsetzbar und sollte damit für Werder Bremen interessant sein. Dort wird ein Rechtsverteidiger gesucht, der auch links spielen kann.

Max Eberl äußerte sich natürlich lieber über fest eingeplante Akteure und sprach dann weiter über...

...DIE VERLETZTEN BREEL EMBOLO UND LARS STINDL: Bei Breel war uns mit seiner Verpflichtung klar, dass er auf Grund seiner Fußverletzung noch Zeit benötigen würde. Er liegt aber voll im Plan und wird zügig dabei sein. Bei Lars ist das leider nicht so absehbar. Er wolllte hier am Tegernsee jedoch unbedingt bei der Mannschaft sein.

...DIE ANGREIFER ALASSANE PLEA UND PATRICK HERRMANN: Alassane war in der vergangenen Hinrunde nicht bekannt und konnte so durch die Decke schießen. Danach wurde er von den Gegnern natürlich anders begleitet. Er zeigt sich jedoch äußerst engagiert und ich bin mir sicher, dass er den nächsten Schritt nach vorne machen wird. Patrick ist ein Stück unserer Akademiegeschichte.

Er ist ein Gesicht des Vereins und beisst sich in seine Aufgaben hinein. Er würde auch rechter Verteidiger spielen, auf Patrick kann man sich zu 100 Prozent verlassen.

...DIE ANGEBLICH VOM FC BAYERN MÜNCHEN UMWORBENEN FLORIAN NEUHAUS UND DENIS ZAKARIA: Diesbezügliche Meldungen soll Münchens Trainer Niko Kovac erzählt haben. An mich ist jedoch niemand herangetreten und ich wäre in dieser Hinsicht auch nicht gesprächsbereit gewesen.

Abschließend ging es natürlich um das wichtigste Gesicht und was sich daraus für die neue Saison ergibt. Eberl über...

...DEN NEUEN TRAINER MARCO ROSE: Marco passt als Mensch wie als Trainer zu uns. Spätestens die Woche hier am Tegernsee hat gezeigt, dass die Symbiose zwischen ihm und der Mannschaft bestens funktioniert. Allerdings haben wir keinen Zauberer geholt. Wir werden mit Marco jetzt nicht automatisch deutscher Meister oder kommen in die Champions League, wo es in der Bundesliga nur noch um die Frage geht, ob als zweiter, dritter oder vierter. Das neue System wird Zeit benötigen.

...DIE SAISON-ZIELE: In der Europa League wollen wir die Gruppenphase überstehen und dann mal schauen, wie weit es geht. Was für ein geiler und spannender Wettbewerb das sein kann, hat Eintracht Frankfurt ja gerade erst bewiesen. Im Pokal möchte ich schon gern mal nicht nur als Zuschauer beim Finale in Berlin dabei sein. Ein Ziel für die Bundesliga zu formulieren, fällt mir dagegen schwer. Wir schlagen einen neuen Weg ein und die Konkurrenten schlafen nicht. Es wird schwer, Platz fünf zu behaupten. Allerdings haben auch die jeweils neunten Plätze 2017 und 2018 geholfen, den Verein zu stabilisieren.

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