Borussia Mönchengladbach gegen Rayo - Fan-Prügelei und Polizeieinsatz bei Testspiel

Fan-Prügelei und Polizeieinsatz : Gladbach gegen Rayo - Spanische Fans randalieren bei Testspiel

In einem nickligen Test gelingt der müden "Fohlenelf" ein zäher Sieg. Die Fans der Gäste fallen aus der Rolle.

DAS SPIEL GEGEN RAYO VALLECANO

Trainer Marco Rose verzichtete für die Partie auf Angreifer Alassane Plea. Der Franzose beklagte leichte muskuläre Probleme, Rose wollte daraufhin kein Risiko eingehen. Eine gute Idee, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Die Akteure des Gegners aus Spanien nämlich zeigten sich zuweilen übermotiviert und übertrieben den körperlichen Einsatz zum Unmut der Gladbacher Anhänger einige Male doch erheblich. Am Ende aber konnten sie ein 2:1 (0:1) ihrer "Fohlenelf" beklatschen und weil das Spiel bereits um 17.30 Uhr angepfiffen worden war, kamen auch alle trocken in ihre Unterkünfte.

Garstig dunkle Wolken, Blitze und Regen folgten kurz darauf. Bei strahlendem Sonnenschein hatten die rund 2000 Zuschauer im Birkenmoos-Stadion zuvor sehen müssen, wie sich die Borussia gegen den taktisch gut organisierten Absteiger aus der ersten spanischen Liga schwer tat und durch einen platzierten Schuss von Jonathan Montiel in der 21. Minute sogar in Rückstand geriet. Keanan Bennetts verpasste das 1:1, als er eine Vorlage von Florian Neuhaus am linken Pfosten vorbei schob (28.).

Auf der anderen Seite konnte Yann Sommer nach einem Fehler des als Innenverteidiger eingesetzten Michael Lang nur zwei Minuten später gegen den frei vor ihm auftauchenden Federico Piovaccari das 0:2 verhindern.

Rayo Vallecano allerdings nahm sich kurze Zeit später dann selber aus dem Spiel. Mit einer gelben Karte gegen Andrés Martin wollte Schiedsrichter Wolfgang Haslberger ein Zeichen gegen die vermehrten Nickligkeiten der Gäste aus Madrid setzen. Ein Zeichen, das Martin jedoch nicht verstand. Nur eine Minute nach seiner Verwarnung foulte er erneut und sah folgerichtig gelb-rot (32.). Zwar intervenierten Jonas Hofmann und Yann Sommer beim Unparteiischen aus St. Wolfgang bei Erding, um weiter mit elf gegen elf testen zu können. "Es gibt aber eben halt auch für Freundschaftsspiele Regeln", sagte Trainer Marco Rose.

So verlagerte sich das Geschehen in die Hälfte der Iberer. Nico Elvedi setzte einen Kopfball knapp links vorbei (34.), nach der Pause fand Raffael in der komplett ausgetauschten Elf mit einem strammen Schuss seinen Meister in Torwart Miguel-Angel Morro (51.). Die Wende kam - wie konnte es anders sein - durch einen Elfmeter. Jordi Amat hatte im Strafraum Fabian Johnson abgeräumt, Mickael Cuisance verwandelte vom Punkt zum Ausgleich (55.). In Unterzahl machten die Gäste in ihren an das Nationalteam Perus erinnernden Trikots mit dem roten Diagonalstreifen die Räume eng. Borussia tat sich schwer. Bis Christoph Kramer dann nach zwei abgewehrten Versuchen eine Lücke fand und das Runde in der 76. Minute zum 2:1 ins Eckige drosch.

DAS MEINT DER TRAINER ZUM TEST

Obwohl das Ergebnis knapper ausfiel als beim 5:1 gegen Basaksehir FK, zeigte sich Trainer Marco Rose zufriedener. Was nicht nur an der Tatsache lag, dass sein Kader nach einer intensiven Woche ein wenig die Puste fehlte. Der Gegner zeigte die auch in der Segunda Divison vorhandene taktisch wie technisch hochveranlagte Qualität und war damit ein anderer Gradmesser als der mit großen Namen der Vergangenheit gefüllte Oldie-Kader aus Istanbul.

"Rayo ist eine spielstarke Mannschaft. Ich bin zufrieden, dass wir die Begegnung gedreht haben - auch wenn ich dies gerne mit elf gegen elf getan hätte. Es war eine schwierige Partie, die Spieler hatten nach der arbeitsreichen Woche hier am Tegernsee schwere Beine. Es fehlte an Frische und Frische ist für unsere intensive Spielweise sehr wichtig. In dieser Hinsicht freut es uns, dass wir mit Breel Embolo jetzt eine weitere Option besitzen. Wir brauchen eine gute Kaderstärke sowie eine gesunde Konkurrenz-Situation. Schließlich spielen wir in der Europa League und haben auch in der Bundesliga etwas vor", sagte Rose.

Der 42-Jährige zeigte sich mit dem Trainingslager in Rottach-Egern insgesamt sehr zufrieden. "Ich kann ein positives Fazit ziehen, die Jungs haben alle gut durchgezogen. Damit haben sie sich zwei freie Tage verdient, bevor es am Mittwoch weitergeht. Dann müssen wir am offensiven Umschalten feilen. Das hat mir noch nicht ganz so gut gefallen. Zudem werden wir uns mehr mit dem "Pressing" beschäftigen. Dieses habe ich bisher noch nicht im Speziellen auf dem Programm gehabt."

Am Sonntag Vormittag gab es noch ein leichtes Regenerationstraining, am Nachmittag stand die Heimreise an. Rose aber ließ durchblicken, dass er in einem Jahr gerne nach Rottach-Egern zurückkehren würde. "Die Bedingungen hier sind wirklich sehr gut. An dieser Stelle auch mal ein Kompliment an das fleißige Personal unseres Hotels. Die Mitarbeiter dort kümmern sich wirklich rührend um uns", sagte der Leipziger. An seinem einzigen Wermutstropfen konnten sie nichts ändern. "Der See hatte nur 19 Grad. Ich bin jedoch Warmduscher - unter 26 Grad springe ich nicht ins Wasser", meinte Rose lachend.

AM RANDE NOTIERT: SPANISCHE "FANS" SORGEN FÜR ÄRGER

Gelächter gab es auch, als der Platz-Sprecher in Rottach-Egern der Borussia für das erste Saison-Spiel auf dem BÖKELBERG alles Gute wünschte. Weniger amüsant war das, was die rund 50 "Fans" von Rayo Vallecano aufführten. Schon in einem kleinen Café am Tegernsee waren sie unangenehm aufgefallen. Im Stadion mussten sie dann unbedingt ihre Bengalos zünden, obwohl der Platz-Sprecher wegen der durch die trockenen Büsche möglichen Feuer-Gefahr um Unterlassung gebeten hatte. Das missfiel einigen Gladbach-Fans, es kam zu einer Auseindersetzung und die Polizei musste mit einem Großaufgebot aus Rosenheim anrücken. Zwei Anhänger wurden leicht verletzt, einer musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Die Polizei in Bad Wiessee ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, zur Sicherung dieses Strafverfahrens musste ein spanischer Randalierer noch an Ort und Stelle eine Sicherheitsleistung bezahlen. "Unser Feierabend wird sich leider noch etwas verzögern", sagte eine Polizeibeamter im kurzen Gespräch mit der WZ.

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