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Düsseldorfer EG: Kreutzer: Im Play-off ist Träumen erlaubt

Düsseldorfer EG : Kreutzer: Im Play-off ist Träumen erlaubt

Aber um die ganz großen Ziele zu erreichen, fordert das Trainer-Team harte Arbeit von den Spielern der Düsseldorfer EG.

Düsseldorf. Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter können nur kurz Luft holen. Nach den 52 Spielen der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga beginnt erst am Mittwoch nächster Woche in Wolfsburg für die Düsseldorfer EG das Play-off-Viertelfinale. Wir sprachen mit Chef- und Co-Trainer der DEG.

Düsseldorfer EG: Kreutzer: Im Play-off ist Träumen erlaubt

Herr Kreutzer, wie schwer ist es Ihnen vor Saisonbeginn gefallen, die Erwartungen zu dämpfen.

Christof Kreutzer: Als Trainer stellst du Dir so das Leistungsvermögen zum Saisonstart vor und glaubst, dass sich die Mannschaft durch die Zugänge verbessert hat. Obwohl die Integration nicht so schnell geht. Ein Norm Milley hat sieben Jahre in Wolfsburg gespielt. Er ist ein genialer Spieler, aber auch er musste alles hier kennenlernen. Wir wollten dann auch nicht mit irgendwelchen Erwartungen zu viel Druck aufbauen. Da mussten wir geduldig sein. So sind wir etwas durchwachsen gestartet, und von außen hieß es, wir schießen keine Tore. Das hat sich hinterher geändert. So eine Aussage von Helmut de Raaf, dass man es hoch anerkennen muss, dass die DEG ihre Leistung des Vorjahres bestätigt hat, freuen mich sehr.

Dass die Liga so eng ist, müsste ja dann ebenfalls eine Bestätigung sein, oder?

Tobias Abstreiter: Wir haben von Anfang an gewusst, dass es schwierig ist. Dazu sind wir lange genug dabei. Auf dem Papier hatten sich alle Team hinter uns verstärkt. Wir mussten uns vernünftige Ziele setzen, um das auch den Spielern glaubwürdig rüberzubringen. Viele haben uns das nicht zugetraut.

Hatten Sie irgendwann in der Saison Zweifel — vielleicht in der nicht optimalen Anfangsphase — wieder so gut abzuschneiden?

Kreutzer: Da habe ich eigentlich nie drüber nachgedacht.

Abstreiter: Zweifel dürfen nie aufkommen. Es gibt immer schwierige Phasen, die eine Herausforderung sind und denen man entsprechend begegnen muss.

Kreutzer: In den Problemphasen erst stellt sich heraus, ob die richtigen Spieler geholt wurden. Wenn du das System ändern willst, brauchst du Spieler, die das transportieren. Es gab aber auch nicht so viele schlechten Phasen. Das gilt auch für die Offensive. Wenn wir da, als wir nicht so viele Tore geschossen haben, keine Chancen gehabt hätten, dann erst hätte ich ein echtes Problem gesehen.

Wie wichtig war es dann auch vor dem ersten Derby in Köln, die Sturmreihen zu ändern?

Kreutzer: Das war schon wichtig, weil wir gesehen haben, es könnte passen. Es hat da bei dem 6:3-Erfolg auch funktioniert und uns weitergebracht.

Die DEG hat eine gute Auswärtsbilanz, warum hat es vor eigenem Publikum nicht so gut geklappt?

Kreutzer: Schwer zu sagen.

Abstreiter: Vielleicht liegt es daran, dass wir auswärts einfacher gespielt und nicht so sehr die Betonung der Offensive im Kopf hatten. Vielleicht will man zuhause etwas zu viel.

Kreutzer: Es sind nur Kleinigkeiten. Es waren drei Spiel zuhause, bei denen die Ehrungen für meinen Bruder Daniel waren. Alle drei Spiele waren nicht gut. Das ist so ein Indiz dafür, dass die Mannschaft meint, sie müsste etwas Besonderes machen. Das lief alles unterbewusst ab. Es ist wichtig, diese Lockerheit nicht zu verlieren. So war es in Augsburg, als wir mit einem 5:1-Erfolg Tabellenführer wurden — was zuvor aber nicht abzusehen war.

Und die Fans sind nicht hilfreich?

Kreutzer: Doch wir brauchen sie sehr. Allerdings sollte die Erwartung nicht höher sein als der Schub, den sie uns geben.

Warum gab es so Diskrepanzen innerhalb der Spiele, einzelne Drittel schwach waren oder besonders stark?

Abstreiter: Das ist ein Indiz dafür, dass du in keiner Sekunde nachlassen darfst. Bestes Beispiel ist das letzte Spiel gegen Schwenningen. Da haben wohl einige beim 2:0 gedacht, das passt schon und machten ein paar Schritte weniger. Wer zufrieden ist mit seiner Leistung, der Platzierung oder der Situation ist eine Gefahr für das ganz Konstrukt. Eine Selbstzufriedenheit darf’s nicht geben.

Kreutzer: Du arbeitest dafür, dass du erfolgreich bist. Aber du darfst nicht zu viel loben. Es ist einfach zu eng und jeder Punkt wird gebraucht.

Ist es unter diesen Voraussetzungen viel leichter die Spieler in den Play-offs zu motivieren?

Kreutzer: Wer in den Play-offs keine Motivation hat, sollte gar nicht spielen. Der klare Vorsprung vor dem Tabellensiebten in der Schlussphase der Hauptrunde war vielleicht ein wenig Gift für uns. Es ist schwer dagegen anzukämpfen.

Wie wichtig ist jetzt das Heimrecht im Play-off?

Kreutzer: Wir haben auswärts eine gute Bilanz. In den Play-offs kannst du dich nicht darauf verlassen, dass du nur zuhause gewinnst. Ich glaube nicht, dass es für uns sportlich von Nachteil ist. Vierter gegen Fünfter ist ohnehin eng, wobei Sechster gegen Dritter auch spannend wird. In Iserlohn hat kaum jemand gewonnen.

Wie sehen die Ziele der DEG-Trainer denn aus?

Kreutzer: Play-off wird Runde für Runde gerechnet. Wenn du die Play-offs erreichst, kannst du alles träumen. Dann ist Träumen erlaubt — auch vom Titel. Aber erst einmal steht harte Arbeit an. Du musst für deine Ziele ganz viel leisten.

Wie stark ist Gegner Wolfsburg?

Abstreiter: Die Bilanz ist ausgeglichen, und Wolfsburg hat die stärkste Abwehr. Die Grizzlys haben nur 2,267 Gegentore im Schnitt kassiert. Es werden also sehr enge Spiele.

Kreutzer: Die Mannschaft spielt sehr diszipliniert und immer in Höchstgeschwindigkeit. Die Mannschaft, die in Führung geht, wird einen Vorteil haben.