Got to Dance: Keine Angst vor dem Auftritt

Got to Dance: Keine Angst vor dem Auftritt

Majid „MaGilla“ Kessab tanzt Donnerstagabend gegen zwei Gegner. Jury und Publikum entscheiden.

Krefeld. Der Mann ist sympathisch, das merkt man schnell. Gleich zu Beginn des Interviews bietet Majid „MaGilla“ Kessab das Du an, „das ist doch viel einfacher.“ Dabei erlebt der Krefelder Tänzer dieser Tage viel Rummel um seine Person: Er nimmt sehr erfolgreich an der Dance-Show „Got to Dance“ von ProSieben und Sat1 teil. Am Donnerstag steht er im Halbfinale und muss sich in einer „Battle“ gegen zwei weitere Solotänzer durchsetzen.

Auch abseits der Teilnahme an „Got to Dance“ ist das Jahr 2014 für die Karriere des 21-Jährigen mit kurdischen Wurzeln schon jetzt bahnbrechend: Im Januar eröffnete er am Hauptbahnhof die Tanzschule „Area 47“ (47 wie die Krefelder Postleitzahl), im März holte er den Weltmeistertitel im Hip-Hop-Tanz in Paris. Außerdem studiert er Architektur im dritten Semester an der TBSA Düsseldorf.

Sein Tanzstil ist ein ganz eigener: „MaGilla“ steht für Majid, den Vornamen, und für „Gorilla-Chiller“, was seinen zum einen sehr ruhigen, dann wieder vor Energie explodierenden Tanz sehr treffend beschreibt. „Bei meinen Auftritten sind 80 Prozent meiner Performance improvisiert. Ich habe keine Choreografie, an die ich mich halte“, erklärt Kessab. Das ist mutig: vor einem riesigen Publikum und einer Jury ganz frei auf seine Improvisation zu vertrauen, ist Teil seiner Philosophie.

Seit 2007 nimmt er an Tanz-Wettbewerben teil. „Und am Anfang habe ich ganz oft verloren. Aber das habe ich einfach akzeptiert und weiter gemacht. Und jetzt läuft es ja ganz gut.“ Das ist Understatement. In einem Werbespot für Qatar Airways hatte er einen Auftritt neben Lionel Messi. Und auf der Homepage von „Got to Dance“ springt Kessab im Beliebtheits-Ranking der Zuschauer immer zwischen Platz eins und zwei hin und her. Und das bei derzeit noch 95 weiteren Dance-Acts.

Das Tanzen ist für Kessab elementar. „Mein Vater ist Folklore-Tänzer. Als Kind hat er mich oft an die Hand genommen und ließ mich nachtanzen, was er tanzte.“ Im Bereich Hip-Hop entdeckte Kessab dann seine ganz eigene Leidenschaft für das Tanzen. „Das habe ich alles in Krefeld erlebt, Krefeld ist meine Heimat. Deshalb habe ich auch die Tanzschule hier eröffnet.“ Sein Ziel: andere, besonders Jugendliche, zu inspirieren und zum Tanzen zu motivieren. Sein Lieblingsort in Krefeld: Seine „Hood“ mit Familie und Freunden am Schicksbaum.

Morgen fährt der Krefelder dann wieder nach Köln ins Studio und tritt im Halbfinale gegen Arman und Herrie an. Nach der „Battle“ entscheidet zunächst die Jury, wer gewonnen hat. Von den insgesamt neun Battle-Gewinnern werden dann vier „Acts“ von den Zuschauern ins Finale gewählt. „Ich habe bis gestern sehr hart trainiert, jetzt heißt es abwarten“, sagt Majid Kessab. „Angst vor dem Auftritt habe ich gar nicht, aber bei den Entscheidungen werde ich definitiv nervös sein.“

Donnerstag, 20.15 Uhr, auf ProSieben

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