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Wuppertal: Arbeit für Konzept zur Präsentation des Kalktrichterofens

Denkmal : Bürgerverein arbeitet an einem Konzept zur Präsentation des Kalktrichterofens

Das Industriedenkmal und seine Umgebung sollen bald wieder aufleben.

Am Eskesberg, in direkter Nachbarschaft zur Nordbahntrasse, steht ein einzigartiges Industriedenkmal: Der große Kalktrichterofen, erbaut wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, hat nicht nur durch eine interessante Historie, sondern bietet heute auch attraktive Freizeitmöglichkeiten durch seine Anbindung an die Trasse, den angrenzenden Skatepark und das Naturschutzgebiet auf der einstigen Deponie. Deshalb bestehen Pläne, den Ofen und seine Geschichte sichtbar zu machen und das umliegende Areal attraktiver zu gestalten. Noch wartet man aber auf das Ergebnis eines Gutachtens zur Sanierung.

Seit mehr als zwei Jahren ist das Denkmal geschlossen. Eigentlich wurden hier regelmäßig Führungen unternommen, bei der die Historie des Ofen unter die Lupe genommen wurde. Bei einer Routine-Überprüfung stellte die Stadt dann Sicherheitsmängel fest, seitdem ist das Bauwerk nicht mehr zugänglich.

Vorreiter in den Belebungs-Versuchen ist der Bürgerverein Sonnborn-Zoo-Varresbeck, der vor drei Jahren die Arbeit des mittlerweile aufgelösten Vereins Kalkofenfreunde aufgenommen und fortgesetzt hat. Es gab eine Arbeitsgruppe, die das Thema aufgriff, angeleitet vor allem vom kürzlich verstorbenen Christian Hörning. Auch nach dessen Tod will der Verein das Projekt weiterführen. Der Vorsitzende Bernd Udo Hindrichs hegt den Wunsch, ein großes Vorhaben daraus zu machen: In Zusammenarbeit mit Lars Bluma. Leiter des Museum Industriekultur, sei daran gedacht, die Sichtbarmachung der Historie mit einem Park oder Bürger-Treff zuverbinden.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist ein Gutachten des Gebäudemanagements, das die Sanierung des Ofens auf seine Kosten hin überprüfen soll. „Da gab es leider Verzögerungen“, berichtet Hindrichs, jedoch werde es sehr bald fertig sein.

In Auftrag gegeben hatte dieses Gutachten der Kulturausschuss. Dessen Mitglied ist Sabine Schmitz, die zudem in direkter Nachbarschaft zum Kalkofen lebt. Der sei sehr wichtig für die Umgebung. „Es wäre schade, wenn das Denkmal ein Schattendasein führt“, findet Schmitz und spricht sich deshalb für die Pläne aus, die den Bereich zum „Naherholungs-Kleinod“ machen sollen. Der vor einigen Jahren erbaute Skatepark zeige bereits große Anziehungskraft.

Max Guder (SPD) aus der Bezirksvertretung Elberfeld-West signalisiert politische Unterstützung für das „Leuchtturmprojekt“. Das Gelände habe großes Potenzial. Guder ist „an der Auferstehung interessiert“.

Bernd Udo Hindrichs weiß, dass die Stadt allein die nötige Investitionssumme nicht wird stemmen können. Er kann sich Anträge auf Fördermittel vom Land vorstellen und ist auch bezüglich etwaiger Sponsoren aus der nahen Kalkindustrie zuversichtlich: „Es gibt in der Tat Kontakte.“ Dafür muss aber zunächst ein genaues Konzept her, an dessen Ausarbeitung aktuell weiter gefeilt wird.