Wegen Totenruhe: Wuppertaler Bezirksvertretung lehnt islamische Feier am Karsamstag ab

Islamisches Frühlingsfest : Wegen Totenruhe: Wuppertaler Bezirksvertretung lehnt islamische Feier am Karsamstag ab

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs Ortsgruppe Wuppertal möchte ihr Frühlingsfest am Karsamstag abhalten. Die Elberfelder Politiker empfehlen eine Verlegung der Feierlichkeiten auf Ostersonntag.

Zwar gab es anfänglich einige Meinungsverschiedenheiten am Mittwochabend, doch am Ende wurde bei der Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld unter dem Vorsitz von Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD) im Elberfelder Verwaltungshaus am Neumarkt weitgehend Übereinstimmung zwischen den Fraktionen erzielt.

Den ersten, zunächst sehr emotional ausgetragenen Streitpunkt bildete die unterschiedliche Auffassung zwischen den Sozialdemokraten und den übrigen Parteien über den Standort der Polizeifahrzeuge der neuen Polizeiwache. Die SPD hatte ihren Antrag, die Polizeifahrzeuge nicht in der Fußgängerzone am Wirmhof, sondern an der Schloßbleiche zu parken, zurückgezogen, nachdem bekannt geworden war, dass die Bezirksregierung berechtigt ist, Sonderparkgenehmigungen für Polizeifahrzeuge in der Fußgängerzone zu erteilen.

Der für die Sicherheit in Wuppertal zuständige Dezernent Matthias Nocke (CDU) hatte ebenso wie die Polizei sehr leidenschaftlich argumentiert, dass es mit den Persönlichkeitsrechten der betroffenen Personen nicht vereinbar sei, wenn die Polizei einen mutmaßlichen Straftäter durch die Fußgängerzone abführt. Ein weiteres Argument war die Gefahr durch mutwillige Beschädigungen der Polizeifahrzeuge, die unbeaufsichtigt in der Schloßbleiche abgestellt würden.

Absolute Übereinstimmung bestand darin, die Verwaltung zu beauftragen, in der Reitbahnstraße ein absolutes Halteverbot zu verfügen, weil die für den Ölberg eminent wichtige Buslinie 643 gerade hier rund 30 Mal im Jahr wegen vorschriftswidrig geparkter Fahrzeuge nicht weiter kommt. „Das aufgestellte Banner, mit dem für einen freien Fahrweg für die Busse geworben wurde, hat leider keinen Erfolg gehabt“, meinte Arno Haddasch (CDU) bedauernd.

Infoveranstaltung zu zugeparkten Gehwegen wurde angeregt

 „So viele Parkplätze wie nötig, aber so wenig wie möglich sollten wegfallen“, formulierte Gerta Siller von Bündnis 90/ Die Grünen den Auftrag der BV an die Verwaltung. Außerdem wurde eine Informationsveranstaltung mit Bürgerbeteiligung zum Thema „zugeparkte Gehwege auf dem Ölberg“ angeregt.

Einigkeit der in der BV vertretenen Parteien herrschte auch in der Ablehnung des Antrages der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs Ortsgruppe Wuppertal. Die hatte beantragt, ihr Frühlingsfest, das am Karfreitag zunächst auf dem Laurentiusplatz stattfinden sollte und dann auf den Karlsplatz verlegt worden war, schon am Gründonnerstag durch Aufbauten vorbereiten zu dürfen, um dann am Karsamstag zu feiern. Die Bezirksregierung hatte zuvor bereits eine Sonderregelung für ein Fest am Karfreitag abgelehnt.

„Eine derartige Feier am Karsamstag verträgt sich nicht mit der Feiertagsruhe an einem der höchsten christlichen Feste“, wurde argumentiert, wobei Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius von Respekt gegenüber der Totenruhe des am Karfreitag ans Kreuz geschlagenen Jesus Christus sprach. Der Islamischen Gemeinschaft wurde empfohlen, die ohne Musik oder übermäßigen Lärm zu bewerkstelligenden Aufbauten am Karsamstag durchzuführen und das Frühlingsfest am Ostersonntag zu feiern.

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