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Wuppertal: Verkehrschaos in Schneemassen

Wuppertal : Verkehrschaos in Schneemassen

Unfälle und Ausfälle: Die WSW stellten den Busbetrieb zeitweise ein, bei der Polizei gab es Beschwerden über nicht geräumte Straßen. Zahlreiche Bäume stürzten um.

Wuppertal. Zu viel Schnee in zu kurzer Zeit führte am Wochenende in Wuppertal zu teils chaotischen Straßenverhältnissen: Die Polizei registrierte in der Zeit von Freitag bis Samstagabend 77 Unfälle in Wuppertal, Solingen und Remscheid. Dabei gab es mindestens drei Verletzte. Bis zum Sonntagabend seien weitere 35 Unfälle im Bergischen Städtedreieck gemeldet worden, bei denen niemand verletzt worden und insgesamt 103 000 Euro Sachschaden entstanden sei. Das sei jedoch nicht die Gesamtzahl der Unfälle, hieß es aus der Leitstelle: „Viele Autofahrer haben bei kleineren Blechschäden entschieden, sich doch selbst zu einigen, weil die Wartezeiten einfach sehr hoch waren.“

„Das Notruftelefon klingelt ohne Unterbrechung“, hieß es am Sonntag aus der Leitstelle: „Wir haben einen Bagatellunfall nach dem anderen, einen Ast nach dem anderen, eine Gefahrenstelle nach der anderen.“ Dass sich die Bewohner im Bergischen über eine nicht geräumte A 46 oder gar über zu wenige Räumfahrzeuge beschwerten, stieß bei den — dafür nicht verantwortlichen — Beamten auf wenig Verständnis. Vom städtischen Eigenbetrieb Straßenreinigung (ESW), zuständig für den Winterdienst in Wuppertal, hieß es gestern, man sei mit allen, am Winterdienst teilnehmenden Kollegen am Start. 45 Schneepflüge und rund 300 Handkolonnen sind laut ESW quasi im Dauereinsatz, doch es sei einfach zu viel Schnee, wie Carsten Melech vom ESW berichtet: „Das ist eine extreme Situation — auch für unsere Mitarbeiter.“

Bereits am Freitagabend hatten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) vorübergehend den Linienbusverkehr eingestellt, nachdem sich Unfälle mit Bussen gehäuft hatten. Insgesamt zählte ein Unternehmenssprecher am Samstag sieben Fahrzeuge mit Blechschäden. Nach Angaben von Augenzeugen und der Polizei kam es beispielsweise gegen 23.25 Uhr in der Nacht zu Samstag auf der Linderhauser Straße/ Ecke Wittener Straße zu einem Unfall. Ein Linienbus rutschte dabei gegen eine Hauswand und beschädigte ein Auto. Als ein Abschleppfahrzeug den Bus bergen wollte, rutschte der gegen ein weiteres Fahrzeug. Ein angeforderter weiterer Bus konnte den Linienbus ebenfalls nicht in der Spur halten und beschädigte einen anderen Pkw. Die Linderhauser Straße war für die Dauer des Einsatzes bis 1.15 Uhr gesperrt. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 8000 Euro.

Am Samstagmorgen wurde ein Bus-Pendelverkehr auf einigen Hauptachsen eingerichtet, doch ab Sonntagmittag hieß es angesichts des starken Schneefalls von den WSW erneut, man habe den Busverkehr eingestellt. „Wir werden die Wetterlage natürlich beobachten und entsprechend entscheiden“, sagte WSW-Sprecher Holger Stephan am Sonntag zur Planung des Busverkehrs. Probleme gab es auch im Bahnverkehr: Im Raum Wuppertal waren am Sonntag Strecken gesperrt. Betroffen waren der RE4, die S9, sowie die S5 und die S8.

Der sehr nasse und damit schwere Schnee machte auch der Natur zu schaffen und führte zu zahlreichen Einsätzen für die Feuerwehr: Sie rückte allein bis Samstagnachmittag zu 88 wetterbedingten Einsätzen aus. Oft waren Äste oder Bäume umgestürzt, blockierten Straßen und beschädigten sogar Häuser: An der Holsteiner Straße beispielsweise knickte am Samstagmittag eine große Weide im Innenhof eines Mehrfamilienhauses um, krachte vor die Hauswand und zersplitterte ein Fenster im Treppenhaus. Umgestürzte Bäume auch im Wuppertaler Zoo: Die Stadt hatte die Anlage am Samstag geschlossen, nachdem zwei Bäume umgestürzt und ein großer Ast abgebrochen waren. Der Zoo blieb auch gestern gesperrt. kas/juk/red