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Schnee in NRW: Wintereinbruch führt zu chaotischen Szenen in der Region

Schnee in NRW : Wintereinbruch führt zu chaotischen Szenen in der Region

Hunderte Unfälle, Staus und Störungen im Bus-, Flug- und Bahnverkehr: Der heftige Schneefall hat NRW zeitweise lahm gelegt.

Düsseldorf. Während viele Familien das erste richtige Winter-Wochenende auf den Rodelpisten genossen, führte der heftige Schneefall an Rhein und Ruhr zu hunderten Unfällen und erheblichen Behinderungen im Verkehr. Im Bergischen Land klingelte das Notruftelefon der Polizei „ohne Unterbrechung“, wie die Wuppertaler Leitstelle mitteilte. In Düsseldorf hatte es die Polizei mit bis zu 40 Unfällen gleichzeitig zu tun. Ein Sprecher erklärte: „Es gab schon chaotische Szenen in der Stadt, aber bei weitem kein Vollchaos.“

Meist blieb es landesweit bei Blechschäden, doch in einigen Fällen kamen auch Menschen zu Schaden. Ein Lkw-Fahrer starb am Sonntagnachmittag bei einem Unfall in Heiligenhaus bei Ratingen. Er war mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Die Landesleitstelle der Polizei zählte bis Sonntagabend außerdem mehr als zehn Verletzte, zwei davon schwer.

Der Flughafen Düsseldorf stellte am Sonntagnachmittag für drei Stunden den Betrieb ein. 53 Ankünfte und 58 Abflüge seien annulliert worden, teilte der Airport mit. 20 Flugzeuge seien umgeleitet, weitere Flüge verschoben worden. Am Flughafen Köln/Bonn kam es zu zehn Flugausfällen.

Auch die Bahn kämpfte am Sonntag mit Eis und Schnee. In ganz NRW gab es Verspätungen, Umleitungen und Ausfälle. Im Fernverkehr mussten Züge wegen Störungen an den Weichen umgeleitet werden. So ging über Stunden rund um Wuppertal nicht viel. Die Bahn riet über Twitter, Reisen mit der Bahn ganz zu verschieben, weil der Schienenersatzverkehr ebenfalls ausfiel. Zeitweise war der Linienbusverkehr eingestellt worden. Auch in Düsseldorf kam es auf mehreren Linien der Rheinbahn zu Störungen.

Die Räumdienste mussten Schwerstarbeit leisten: So waren zum Beispiel in Krefeld seit Freitag 60 Mitarbeiter mit rund 30 Fahrzeugen bis zu 20 Stunden am Tag im Einsatz. „Das ist schon Knochenarbeit“, sagte Fuhrparkleiter Holger Funke. Die Feuerwehr musste an mehreren Orten Äste und ganze Bäume, die unter der Schneelast zusammengebrochen waren, von den blockierten Straßen entfernen. Der Wuppertaler Zoo blieb aus diesem Grund geschlossen.

In Eschweiler bei Aachen stürzte ein 15 Meter hoher Baum auf ein Kinderkarussel. Es wurden fünf Personen verletzt.

Foto: David Young

Die Bahn sperrte wegen des Wintereinbruchs die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main bis Montagmorgen. Die Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main sollte am Morgen wieder frei sein. Man habe sich für die Sperrung entschieden, um mögliche witterungsbedingte Schäden zu beheben, damit die Züge am Montag wieder pünktlich rollen, hieß es bei der Bahn. Am Abend mussten Reisende mit rund 40 Minuten Verspätung rechnen, einige strandeten etwa am Kölner Hauptbahnhof. Im Regionalverkehr sei am Montag vor allem in Norddeutschland noch mit Verspätungen zu rechnen, sagte eine Bahnsprecherin.

Wegen Schneeglätte kam es am ganzen Wochenende auf den Autobahnen zu Unfällen und Staus. Auf der A3 am Kreuz Breitscheid stellte sich bereits am Samstagmorgen ein Lkw quer. Die Autobahn blieb bis in den frühen Nachmittag hinein teilweise gesperrt. Auf der A4 nahe Köln das gleiche Bild: Mehrere Lastwagen, die trotz der Glätte mit Sommerreifen unterwegs gewesen seien, wie die Polizei mitteilte, hatten die Fahrbahn versperrt. Am Sonntag staute sich der Verkehr auf der A46 von Wuppertal nach Düsseldorf beim Sonnborner Kreuz für mehrere Stunden.

Auch außerhalb von NRW führte der Wintereinbruch zum Teil zu chaotischen Verhältnissen: Bis Sonntagnachmittag wurden am Frankfurter Flughafen 267 Flüge gestrichen. Hunderte Verbindungen hatten Verspätung. Eine Fraport-Sprecherin bezeichnete die Situation als „dramatisch“. Selbst auf den geräumten und gestreuten Bahnen seien wegen des anhaltenden Schneefalls nicht die vorgeschriebenen Bremswerte erreicht worden. Bei den Reisenden in Hessen lagen die Nerven blank, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen am frühen Morgen sagte. Auch in München, Hamburg, Berlin und Köln fielen Flüge aus.

In der Nähe von Cuxhaven starb ein Mann, der auf dem Seitenstreifen der A27 nach einer Panne auf den Abschleppdienst wartete. Er wurde von einem Wagen angefahren, der auf der teilweise glatten Straße nach rechts abgekommen war. red