Dönberger als Krippenfiguren

Die Vorbilder einiger Weihnachtsszenen leben und lebten im Stadtteil.

Wuppertal. Es ist eine Premiere am Dönberg: Erstmalig erwartet die Besucher der katholischen Kirche Sankt Maria-Hilf, die 1985 mit Teilen der 1870 erbauten Kapelle ergänzt wurde, eine „Milieukrippe“, die das Leben auf dem Dönberg mit dort bekannten lebenden und bereits verstorbenen Personen illustriert. „Die alte Tonkrippe mit den beweglichen Figuren war in die Jahre gekommen und die Kirchenbesucher wollten etwas Neues“, erzählt Theo Bröckerhoff, seit mehr als 30 Jahren Gemeindemitglied.

„Unser Pfarrer Michael Grütering meinte dann nur, wir müssen eine neue bauen“, erinnert sich Beatrix Bierenfeld, die ein theologisches Fernstudium absolvierte und sich auch seit rund 20 Jahren in der Kirche am Dönberg engagiert.

Sie kümmert sich um die Figuren und das Inhaltliche, während der 65-jährige Rentner Bröckerhoff die Häuser- und Landschaftsgestaltung übernommen hat. „Die Krippe wird einem typisch Bergischen Fachwerkhaus nachempfunden und misst rund eineinhalb Meter in der Höhe.“

Im zehnköpfigen ehren-amtlichen Werkstatt-Team wurden Tüftler genauso benötigt wie Strick- und Nähversierte. Denn die 40 Zentimeter großen aufbereiteten Atelierpuppen wollen schließlich angemessen bekleidet sein.

Für die zu modellierenden Tiere — Eulen und Hühner lassen die Szenen lebendiger wirken — und Körperteile, etwa Köpfe oder Hände, wurde den Ehrenamtlern die Wuppertaler Künstlerin Dajana Meier an die Seite gestellt, die „maßgeblich zum großartigen Ergebnis“ beigetragen hat, wie Bierenfeld zufrieden berichtet.

In den vergangenen 18 Monaten trafen sich die „Krippenbauer“ regelmäßig, aber auch in den Kellern zu Hause wurde unentwegt am Projekt gearbeitet. Fotografisch wurde die Entstehung durch Angela Scholl dokumentiert. Um die Attraktivität für die Gemeindemitglieder zu erhöhen, wurde an jedem Advents-Sonntag eine andere Szene dargestellt. So sind etwa Reisende auf dem Weg zur Volkszählung, die Marias und Josefs Weg nach Bethlehem zeigen.

„Kürzlich habe ich noch einen Türklopfer gebaut und laufend fallen uns Kleinigkeiten ein, die die Szenerie aufpeppen“, erzählen Bierenfeld und Bröckerhoff, denen die Begeisterung über ihr Werk anzumerken ist. Denn die Dönberger Bevölkerung soll doch endlich ihre neue Krippe und die „Milieu-Figuren“, die teilweise Modell gesessen haben, zu Gesicht bekommen.

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