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Wuppertal: Dönberg: Wer dort lebt, will nicht mehr weg

Wuppertal : Dönberg: Wer dort lebt, will nicht mehr weg

Ruhig, im Grünen und doch in der Stadt zu wohnen, schätzen die Dönberger besonders. Allerdings wird ein Supermarkt vermisst.

Dönberg. Wuppertals Stadtteil Dönberg hat etwas Dörfliches. Wer sich dem Bezirk nähert, kommt in den meisten Fällen durch Wiesen und Wälder. Kleine Häuschen auf riesigen, gepflegten Grundstücken prägen das Bild. Sorgfältig geschichtet liegt das Feuerholz neben der Haustür. Hundebesitzer führen ihre kleinen und großen Lieblinge spazieren. Richtung Ortskern herrscht ein friedliches Miteinander aus alten Schieferhäusern und Neubausiedlungen.

Wer hier aufgewachsen ist, möchte in keinen anderen Stadtteil ziehen. „Wir wohnen seit 19 Jahren hier und wollten nie weg“, erzählt Maria Mager, die auf den Bus wartet. „Es gibt so viele aktive, engagierte Menschen hier.“ Ihre Freundin Maria Mathea pflichtet ihr bei: „Die Gemeinschaft ist einfach gut hier. Man ist am Rand und doch mitten in der Stadt.“

Der einzige Nachteil: Seit der Aldi geschlossen ist, müssen die Einwohner zum Einkaufen per Bus oder Auto in die umliegenden Stadtteile fahren. „Für viele älteren Leute ist das ein Problem“, sagt Maria Mathea. Der Ortskern wird von der Kirche geprägt. Hier treffen sich die Menschen montags und mittwochs zum Kaffeetrinken oder im Eine-Welt-Laden. Die evangelische Bücherei öffnet zweimal in der Woche. Der daneben liegende Spielplatz dient mit mehreren Schaukeln, Rutschen, Wippen und Sandkasten als Treffpunkt für junge Familien. An der Ecke Horather Straße/Höhenstraße gibt es eine kleine Geschäftsstraße. Der Blumenladen hat sein Schaufenster liebevoll dekoriert, eine Apotheke versorgt die Dönberger mit Medikamenten. Wer auswärts essen will, hat die Wahl zwischen einem Schnell-Imbiss und einer Kneipe im schmucklosen Flachbau.

Annette Chudaska leitet den Salon Droste Friseure und meint: „In 26 Jahren hat sich hier nicht viel verändert. Hier herrscht noch heile Welt.“ Klar, der Supermarkt fehle; aber sonst laufe das Leben beschaulich in Dönberg. „Abends ist es hier schon sehr ruhig. Dann sieht man nur ein paar Jogger oder Hundebesitzer und manchmal einen Autofahrer, der so richtig aufdreht.“

Ein weiterer wichtiger Anlaufpunkt — insbesondere derzeit bei dem schönen Wetter — ist das Eiscafé. Schon morgens trinken hier die Handwerker ihren Kaffee. Nachmittags kaufen sich die Schulkinder ein Eis auf die Hand, während ältere Paare gemütlich auf der Terrasse sitzen und das Treiben beobachten.

Auch in der Bäckerei ein paar Häuser weiter herrscht viel Betrieb. An zwei größeren Häusern bauen Handwerker. Der Wohnraum in Dönberg ist nachgefragt. „Als Familie fühlen wir uns sehr wohl hier“, sagt auch Ricarda Gärtner, die ihren zweieinhalbjährigen Sohn Christian in den Kindergarten bringt. „Von den Spielmöglichkeiten her ist es super hier.“ Es gebe Kindergärten, Grundschulen und die Tagesschule Dönberg mit Haupt- und Realschule. „Und es sind viele Bauernhöfe in der Nähe.“ Prägend sind für den Dönberg die Feuerwehr, die jedes Jahr ein großes Fest veranstaltet, und der Schützenverein.

Die Künstlerkolonie veranstaltet regelmäßig Ausstellungen. Musikalisch aktiv sind der Posaunenchor sowie die Reihe „Kultur und Kneipe“ im Pfarrsaal St. Maria Hilf.

Eine wichtige Funktion, nicht nur für das Quartier, sondern für ganz Wuppertal, erfüllt das Hospiz an der Höhenstraße. Und sogar einige alteingesessene Gewerbebetriebe haben in Dönberg ihre Hallen. Doch sogar mitten im Ort verbreitet ein langes Waldstück Ruhe.