Gedenken an den Märtyrer Laurentius

Der Heilige ist Wuppertals Stadtpatron und war in seiner Zeit ein wahrer Wohltäter.

Wuppertal. Die Laurentiuskirche in Elberfeld mit ihrer imposanten Bauweise ist über die Grenzen Wuppertals bekannt. Das Fest des Heiligen feierte die Gemeinde gestern. Um an seine guten Taten zu erinnern, verkauften die Mitglieder der Laurentius-Bruderschaft auf dem Platz vor der Kirche ein Brot, das ihm geweiht ist. Das eingenommene Geld kommt der Flüchtlingshilfe zugute.

Gedenken an den Märtyrer Laurentius
Foto: Uwe Schinkel

„Es wurden rund 200 Brote von der Bäckerin aus unserer Bruderschaft selbst gebacken und gespendet. Auch aus der Gemeinde haben einige ein Brot vorbeigebracht.“, sagt Marc Brandt, Vorsitzender der Bruderschaft. Viele neugierige Passanten schauen sich den Stand an und erkundigen sich über das Thema.

Helmut und Irmgard Neuhaus sind bereits gut informiert: „Wir sind selbst Mitglieder in der Laurentiuskirche. Wir finden es wirklich gut, dass das Geld Menschen zukommt, die es wirklich dringend benötigen und nebenbei noch an einen vorbildlichen Menschen erinnert wird. Deshalb haben wir ein Brot gekauft.“

Ursula Schlichtherle ist von dem Engagement der Bruderschaft sehr beeindruckt. Sie wolle mit dem Kauf eines Brotes ebenfalls etwas zu dem Projekt beitragen. Zum Dank erhalten die Käufer der Laurentiusbrote rote Gladiolen. „Wir haben die Blumen in der Farbe rot gewählt, weil es die Farbe des Märtyrers Laurentius ist“, sagt Brandt. Der Heilige ist nicht allen so vertraut. „Weshalb das Laurentiusbrot genau hier verkauft wird, weiß ich nicht genau. Aber ich bin ganz erpicht darauf zu erfahren, welchen Hintergrund und welchen Zweck der Verkauf hat“, sagt Cecilia Becker.

Geboren wurde Laurentius zur Zeit der Christenverfolgung im spanischen Huesca und kam als junger Mann nach Rom, wo er zum Diakon berufen wurde. Er kümmerte sich um die Finanzverwaltung und die Pflege der Armen und Kranken. Während der Bischof nur heimlich Krankenbesuche abstattete, war Laurentius ständig in der Gemeinde unterwegs. Eines Nachts wurden der Bischof und vier Diakone im Namen des römischen Kaisers gefangen genommen, als sie gerade Messe feierten.

Laurentius entging den Häschern, da er — wie so oft — bei den Kranken war. Doch er war unglücklich darüber, dass er seinem verehrten Bischof nicht beistehen konnte. Heimlich sprach er mit dem Bischof, der in aufforderte, weiterhin der Gemeinde zu dienen — was Laurentius tat. Er verwaltete die Sakramente und eilte durch die Häuser, um gute Gaben auszuteilen. Neben Geld brachte Laurentius den Ärmsten stets Brote mit. Schon am zweiten Tag wurde der fleißige Diakon ebenfalls festgenommen; freimütig bekannte er seinen christlichen Glauben.

Der Kaiser wusste, dass Laurentius die Finanzen der Kirche verwaltete, und wollte von ihm die Schätze haben. Doch Laurentius bat um eine Frist von drei Tagen, die ihm gewährt wurde. In der Zeit sammelte Laurentius alle Armen, Lahmen und Blinden. Die brachte er zum Kaiser und sprach: „Siehe, der ganze Vorhof steht voll güldener Gefäße! Das sind die ewigen Schätze, die nimmer gemindert werden, sondern wachsen in alle Zeit. Das Gold, nach dem du dürstest, ist die Ursache vieler Verbrechen; sein Glanz ist trügerisch. Das wahre Gold ist das Licht der Welt, Jesus Christus; diese aber sind des Lichtes Kinder und der wahre Schatz der Kirche, ihr Gold, Perlen und Edelgestein.“

Der verärgerte Kaiser ließ Laurentius schließlich auf ein glühendes Bett-Rost fesseln und ihn brennen. Laurentius aber betete und blieb fest in seinem Glauben. Mit den Worten „Herr, ich danke dir, dass ich zur Himmelstür eingehen darf“, hauchte er am 10. August 258 sein Leben aus.

Heute wird Laurentius für seinen bedingungslosen Einsatz für die Armen verehrt und dafür, dass er die Schätze der Kirche mit den Bedürftigen teilte. Dargestellt wird der Heilige meist mit Geldbörse, Broten und Rost. Dieses Rost findet man auch im Stadtwappen von Wuppertal wieder. Da hält es der Bergische Löwe.