Das Gedenken an die Kriegsopfer lebendig halten

Das Gedenken an die Kriegsopfer lebendig halten

Der ReservistenverbandBergisch-Land kümmert sich um Denkmäler.

Freudenberg. Das Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege findet im Stillen statt und sorgt selten für größere Aufmerksamkeit. Das ist auch in Wuppertal nicht anders: Selbst wenn sich in diesem Jahr der Ausbruch des 1. Weltkriegs zum 100. Mal jährt, fristet das Thema „Kriegstote“ eher ein Nischendasein. Dabei sind die Spuren durchaus da: „Wenn man mit offenen Augen durch Wuppertal geht, stößt man überall auf Gedenksteine“, sagt Jörg Orth, Kreisvorsitzender Bergisch-Land beim Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. Etwa 180 Mahnmale an die Kriege gebe es in der Stadt.

Gemeinsam mit Mitgliedern seines Kreisverbandes sorgt Orth regelmäßig für Pflege und Instandhaltung von fünf Kriegerdenkmälern, für mehr reicht die Personalstärke des Kreisverbands nicht. „In den Ortsteilen kümmern sich in der Regel die Verschönerungsvereine um die Gedenksteine“, erzählt Orth.

Bei den Einsätzen pflegen die Mitglieder des Reservistenverbandes die Anlagen, beseitigen Graffiti oder reparieren kleinere Schäden. Und auch die Teilnahme an den Veranstaltungen zum Volkstrauertag gehört zu den Aufgaben.

Bei der Pflege der Kriegerdenkmäler gehe es nicht um eine Verherrlichung des Krieges, sondern um das Gedenken an die Toten, sagt Orth. Auch eines der „markantesten Denkmäler“ wird von seinem Verband betreut: das Denkmal des 9. Lothringschen Infanterie-Regiments Nr. 173 am Freudenberg. Es wurde 1929 eingeweiht und erinnert an Opfer des 1. Weltkrieges: 4237 deutsche Soldaten des Regiments waren gefallen, etwa ein Zehntel kam aus Elberfeld.

Auf dem Pfeiler des insgesamt sieben Meter hohen Denkmals steht ein Löwe, der sich von der „welschen“ — also französischen — Schlange befreit, zudem steht auf der Rückseite des Denkmals: „Lebe kämpfe und strebe in unserem Geist! Im Werk ist Staerke die uns dem Tod entreisst“. Solche Worte seien nur aus dem geschichtlichen Zusammenhang der damaligen Zeit zu verstehen, betont Orth. Deutschland hatte den Ersten Weltkrieg verloren und fühlte sich durch die Bedingungen des Versailler Vertrages geknechtet und gedemütigt.

Dreimal im Jahr kümmern sich die Reservisten um das Denkmal. Im vergangenen Oktober mussten sie auch Graffiti-Spuren beseitigen, die ein mutmaßlicher Anti-Militarist dort hinterlassen hatte. „Leider kommen Vandalismus und Beschmierungen in Deutschland immer wieder vor“, bedauert Orth. Regelmäßig fährt der 67-Jährige auch in die Niederlande, nach Belgien oder Frankreich, um sich dort um die Gräber deutscher Soldaten zu kümmern. „Wir werden dort immer gut aufgenommen und begrüßt“, sagt Jörg Eckholdt, der ebenfalls Mitglied im Reservistenverband ist und bereits mehrmals mit im Ausland war.