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Röntgengerät schont kleine Patienten

Röntgengerät schont kleine Patienten

Ein neues Röntgengerät in der Kinderradiologie ermöglicht gleiche Qualität bei weniger Strahlenbelastung für die Kleinsten.

Wuppertal. Der Bauch tut weh, beim Wasserlassen läuft etwas nicht so, wie es soll. Es gibt viele Gründe, warum Kinder zum Arzt müssen und Röntgenuntersuchungen notwendig werden — nicht nur bei Knochenbrüchen. Gerade dann haben Eltern aber oft große Angst vor der Strahlenbelastung.

Um diese Belastung für die Kinder so gering wie möglich zu halten und dabei die Diagnosestandards auf gleichem Niveau, hat das Helios Klinikum in Barmen Ende 2012 ein neues Röntgengerät im Wert eines guten Einfamilienhauses angeschafft: ein spezielles Kinderröntgengerät für die Kinderradiologie.

Das Besondere an dem Gerät im Vergleich zu Standardgeräten: Bei der Durchleuchtung von Organen ist die Strahlenbelastung der kleinen Patienten so viel geringer, dass weniger als ein Fünftel des gesetzlich zulässigen Wertes erreicht werden. „Das Gerät nutzt speziell vorgefilterte Strahlen, die besonders schonend sind“, sagt der Leiter der Kinderradiologie und stellvertretende Chefarzt Dr. Werner Piroth.

Bei der Durchleuchtungsuntersuchung handelt es sich nicht um klassische Röntgenbilder, die viele von gebrochenen Knochen kennen. Viel mehr ist es eine Art dynamischer Durchleuchtung von Organen, bei denen mit Hilfe von Kontrastmitteln Fehlfunktionen sichtbar gemacht werden können. „Wenn ein Kind zum Beispiel mit Blasenbeschwerden kommt, können wir mit Hilfe der Durchleuchtungsfunktion schauen, ob beim Pipi machen Urin in die Nieren zurückfließt“, erklärt Piroth eine der wichtigsten Funktionen.

Möglich macht das die dynamische Durchleuchtungsfunktion des Gerätes, bei der drei Bilder pro Sekunde gemacht werden, die anschließend zu einer Art Daumenkino zusammengesetzt werden können und den Flüssigkeitsfluss erkennen lassen. Im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren müssen die Kinder nicht einmal komplett still liegen, was die Qualität der Bilder erhöht und eine Sedierung der Kleinen unnötig macht.

„In Deutschland gibt es gerade einmal 100 Kinderradiologen, drei davon arbeiten hier“, erzählt Chefarzt der Radiologie, Professor Patrick Haage von den positiven Nebeneffekten des neuen Gerätes. „Mit dem neuen Gerät und der Kinderradiologie können wir hier weitere Ärzte und Personal ausbilden, denn die Kinderradiologie ist ein Bereich mit anderen Anforderungen“, berichtet der Chefarzt der Radiologie Prof Patrick Haage.