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Tag und Nacht für Toleranz — aber nicht an einem Dienstag

Tag und Nacht für Toleranz — aber nicht an einem Dienstag

Vor dem Haus der Jugend traf man sich im Zeichen von Demokratie und Toleranz.

Wuppertal. Bundesweite Aktionen haben den Nachteil, dass man bei den Terminen nicht ausscheren kann. So brachte es die bundesweite Aktion „Wir für Demokratie — Tag und Nacht für Toleranz“ am vergangenen Dienstag mit sich, dass die Veranstaltungen auf dem Geschwister-Scholl-Platz und im Haus der Jugend nicht gerade die Massen anzogen.

„Ein Dienstag!“, stöhnt Nina Bramkamp nur vielsagend. Die Mitarbeiterin der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz bestätigt dennoch, dass angesichts des gelungenen Bühnenprogramms doch recht viele Bürger für das Grundanliegen sensibilisiert werden konnten.

Das wird bundesweit so definiert: „Rechtsextremen Einstellungen vorzubeugen, ist ein Kernanliegen der Bundesregierung. Nur durch das Zusammenwirken von Politik und Zivilgesellschaft kann unsere demokratische Gesellschaft im Einsatz für Toleranz und gesellschaftliche Vielfalt erfolgreich sein.“

Während die Podiumsdiskussion mit Wuppertalern zum Tagesthema nur eine halbe Stunde einnahm, war das Programm hauptsächlich von Musik geprägt. Fünf Bands spielten Populäres auf der Bühne, Anna Muminovic präsentierte Tanz im Haus der Jugend. Dort gab es zudem Lesungen von Wuppertaler Autoren, die sich als Streiter für Demokratie und Toleranz verstehen.

Als großen Erfolg bezeichnet Bramkamp das internationale Buffet, zu dem verschiedene Organisationen und Personen ihren Teil beisteuerten. Der Erlös wird gemäß dem Wunsch der beteiligten Migrantenorganisationen dem Kinderhospiz zugute kommen.

Den optischen Anziehungspunkt des Aktionstages bildeten die „Nachbarschaftsköpfe“ des Wuppertaler Künstlers Fridhelm Büchele, die in ähnlicher Weise schon auf anderen Plätzen der Stadt zu sehen waren. Auf große Ballons sind dort die Gesichter von Bürgern projiziert, die ihre Meinung kundtun. Während „Rieger Rockstar“ bis 22 Uhr den Platz mit Musik füllten, begannen die Kunstköpfe mit fortschreitender Dämmerung immer eindringlicher zu leuchten und die Atmosphäre zu bestimmen.