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Nach Unfall in Wuppertal: Kritik an Radwegführung

Sonnborn. : Nach Unfall: Kritik an Radwegführung

Bezirksvertretung Elberfeld-West bemängelt, dass die Stadt zwei Jahre nicht auf Hinweise reagiert hat. Die sagt, dass sie an einer Lösung arbeite.

Der Unfall an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Siegfriedstraße, bei dem Anfang des Monats eine Fahrradfahrerin von einem Lkw erfasst wurde, schlägt hohe Wellen bei der Bezirksvertretung Elberfeld-West und im Bürgerverein Sonnborn. Gerade die Verkehrsführung des Fahrradwegs löst erneut Kritik aus. Denn der Fahrradweg führt auf der Friedrich-Ebert-Straße, kurz vor der Ecke in die Siegfriedstraße (Richtung Zoostadion), zwischen dem Bürgersteig und dem Parkstreifen entlang. Kurz vor der Abbiegung wird der Radverkehr zudem auf die Straße geleitet. Das ist nicht nur laut der SPD eine Stelle, an der es immer wieder zu Problemen kommt.

„Wir haben der Stadt die Situation schon mehrfach geschildert. Nur passiert ist seither nichts. Da hätten schon einige Unfälle vermieden werden können“, sagt Guido Grüning. Er zielt auf einen Beschluss der Bezirksvertretung aus dem Jahr 2016 ab, nachdem die Situation geprüft werden sollte. Warum die Verwaltung in diesem Fall nicht tätig wurde, kann Grüning nicht beantworten. „Warum nicht? Die Frage haben wir uns hier schon oft gestellt.“ Laut Grüning habe es der Vorschlag nicht einmal in den Verkehrsausschuss geschafft.

Dass die Situation an der Ecke gefährlich ist, kann Martina Drecker, zweite Vorsitzende des Bürgervereins Sonnborn-Zoo-Varresbeck, bestätigen. Sie sagt: „Es ist in der Tat ein etwas kurzer Weg, bei dem man auf der Hut sein muss. Ich persönlich steige an der Ecke lieber aus und laufe den Weg über die Ampel.“ Das sei aber auch keine tolle Lösung, verliere man auf diese Art doch den Schwung, den man eigentlich zur Bewältigung des Bergs brauche.

Für Ärger sorgen auch die vielen Lastkraftwagen und deren Anhänger, die oftmals am Straßenrand abgestellt werden. Bei der Stadt bestätigte man auf Anfrage, dass der Knotenpunkt bekannt sei und man an einer Lösung arbeite. Zum genauen Stand der Planungen konnte die Stadt auf WZ-Anfrage am Dienstag keine Details nennen. Die zuständigen Mitarbeiter in den Dezernaten seien nicht erreichbar, hieß es.

Für Guido Grüning ist spätestens nach dem jüngsten Unfall die Zeit zum Handeln gekommen. Er sagt: „Dass man an einer Lösung arbeitet, höre ich schon lange. Es wäre schön, wenn diese Lösungen tatsächlich gefunden und in die Tat umgesetzt werden würden.“

Auch Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt wünscht sich eine zeitnahe Lösung der gefährlichen Situation. „Es ist generell eine unglückliche Situation, wenn ein Radweg zwischen einem Gehweg und einem Parkstreifen eingebettet ist.“ Die Lösung zwischen Sonnborn und Zoo halte er für nicht mehr zeitgemäß. Das habe die IG Fahrradstadt im Rahmen der Erstellung des Radverkehrskonzepts auch gegenüber der Stadt geäußert.

Kurzfristig könnte der Gefahrenbereich durch eine erweiterte Halteverbotszone entschärft werden, erklärt Grothe. Er schlägt einen Bereich von 20 Metern vor der Kreuzung vor. Langfristig sei eine längere Ampelphase für die Radfahrer denkbar.  „Wenn es um Sicherheit geht, ist warten auch für Autos nicht das schlechteste“, beschreibt Grothe einen klaren Vorschlag des Vereins, der sichtlich an einer Lösung des Problems bemüht ist.