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Kurzbahn-DM: Bestzeiten wie am Fließband - auch für Wuppertaler

Kurzbahn-DM: Bestzeiten wie am Fließband - auch für Wuppertaler

Lukas Nattmann schwimmt erstmals in ein A-Finale. Der Wuppertaler Nachwuchs macht beim Heimspiel große Fortschritte.

Elberfeld. "Wow, wo kommt das denn her", jubelt Lukas Nattmann, als er nach 200 Metern auf der Rücken-Strecke den Kopf aus dem Wasser streckt und zur Anzeigetafel blickt. 1:59,90min. blinkt dort auf. Zum ersten Mal hat der 18-Jährige vom SV Bayer die Zwei-Minuten-Schallmauer durchbrochen, die gemeinhin als Eintrittskarte gilt, um an die Tür zur nationalen Spitze klopfen zu können. Seine eigene Bestzeit verbesserte er dabei um sage und schreibe sieben Sekunden.

"Genau diese Augenblicke sind es, wofür wir hier Monate und Jahre hart arbeiten", freut sich Bayer-Cheftrainer Farshid Shami am Beckenrand mit seinem Sportler nach dem glänzenden Vorlauf, der ihm als Neuntschnellstem das B-Finale bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in der Schwimmoper bescherte. Vorher hatte er sich schon mit dem sensationellen fünften Vorlaufplatz über seine Paradestrecke 200 Meter Schmetterling für die vielen Trainingsmühen belohnt und dabei ebenfalls erstmals die zwei Minuten unterboten.

Auch wenn er ausgepumpt in den Finals am Nachmittag diese Zeiten nicht mehr ganz bestätigen konnte, so steht Nattmann an erster Stelle der vielen positiven Leistungen, für die das junge Team des SVBayer Wuppertal an den vier Tagen in der heimischen Schwimmoper sorgte.

Bestzeit, Bestzeit, Bestzeit - fast ausnahmslos konnte Shami in den Startlisten hinter die Namen seiner Schützlinge Haken machen. Und dass, obwohl Vielschwimmer wie etwa Julia Makaric oder Katharina Kurkuris mit jeweils rund einem Dutzend Starts ein Riesenpensum absolvierten.

"Wir trainieren ja auch viel, da darf das kein Problem sein", meinte Katharina Kurkuris, die gestern als 16.über 400 Meter noch einmal eine Top-Leistung abrief, trocken. Rücken-Spezialistin Julia Makaric setzte als 21. in 1:03,16min. ihr i-Tüpfelchen auf ein anstrengendes aber erfolgreiches Wochenende.

Nur über den Nachwuchs, das ist klar, kann die SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen die Lücken zu den derzeit weit enteilten Schwimmhochburgen in Essen, Hamburg oder Berlin wieder etwas verkleinern. Dass die SG Bayer dennoch in der Medaillenwertung auftauchte, dafür sorgte neben den Dormagenern Elisa Thimm (Gold über 1500 Meter und Silber über 800m Freistil) und Christoph Fildebrandt (Bronze über 50 Meter Freistil und in der fast reinen Dormagener Staffel) natürlich Sarah Poewe vom SVBayer Wuppertal.

Ihrem Sieg über 100 m Brust vom Freitag, ließ die 27-jährige "alte Dame" des SV Bayer, die gerne noch bis Olympia 2012 in London weiterschwimmen will, noch Bronze über 50 Meter und Silber über 200 Meter folgen. Übrigens verfolgt von Christian vom Lehn an der Kamera. Der Jugendeuropameister des SVBayer war wegen seiner langwierigen Adduktorenverletzung wie berichtet zum Zuschauen verurteilt, hätte sonst auf den Brust-Distanzen das Wuppertaler Ergebnis weiter aufpolieren können.

Auch die Wasserfreunde, deren größte Talente inzwischen mit dem Spitzennachwuchs des SV Bayer trainieren, durften zufrieden mit den Leistungen ihres kleinen Aufgebots sein. Jahrgangsmeister Max Mral (17) lieferte neue Bestzeiten, auch wenn er sich insgeheim noch eine größere Steigerung erhofft hatte, Anke Pfeifer (16) deutete über 50-Meter Kraul an, welches große Potenzial in ihr schlummert, und "Altstar" Markus vom Scheidt verpasste nur ganz knapp das A-Finale über 50 Meter Freistil.