Bericht Situation bei der Pflege

Senioren : Wuppertal hat genug Altenheime

Bericht zur Pflege betrachtet erstmals auch Infrastruktur für Senioren in der Stadt. Bei den Einrichtungen sieht die Stadtverwaltungen keinen weiteren Bedarf, weitere Dienstleistungen sollten gefördert werden.

Wuppertal hat ausreichend Plätze in Seniorenheimen, es gibt genug Kurzzeit- und Tagespflegeplätze. Denn immer mehr Menschen wollen auch im Alter in den eigenen vier Wänden bleiben. Ob es genug Wohnraum dafür gibt, dafür müssen künftig Daten erhoben werden. Die Stadt hat erstmals eine so genannte örtliche Planung zur Situation alter und pflegebedürftiger Menschen vorgelegt.

176 Seiten stark ist der Bericht, der jetzt in den städtischen Gremien vorgestellt wird. Er schreibt einerseits die Bestandsaufnahme zu den Heim-, Kurzzeit- und Tagespflegeplätzen fort, die damit zum dritten Mal aufgestellt wird. Und richtet zum ersten Mal den Blick auch auf weitere Infrastruktur für ältere Menschen wie die Versorgung mit Wohnraum, Begegnungsangebote, Angebote zur Unterstützung im Alltag, die Beratung für ältere Menschen und ihre Angehörigen sowie die Angebote für besondere Zielgruppen wie Demenzkranke und jüngere pflegebedürftige Menschen.

Auslastung erreicht nicht
die gesetzlichen Vorgaben

Zum Stichtag des Berichts am 31. Dezember 2017 gab es in Wuppertals Seniorenheimen 3753 Pflegeplätze. Belegt waren davon 3629, zusätzlich 83 Plätze waren als Kurzzeitplätze vergeben. Das ergibt eine Auslastung von 96,9 Prozent. Was viel klingt, ist wenig. Im Jahr davor lag die Auslastung noch bei 97,8 Prozent und erwünscht sind 98 Prozent - nach den gesetzlichen Vorgaben sei mit 98 Prozent die Finanzierungen der Häuser berechnet, erläutert Sozialdezernent Stefan Kühn. Daher kommt der Bericht erneut zu dem Ergebnis, dass es in Wuppertal genug Pflegeplätze gibt - das gilt selbst nach dem Abbau von insgesamt 73 Pflegeplätzen zur Erfüllung der neuen Anforderungen an die Wohnqualität: Zum 31. Juli 2018 müssen in Heimen 80 Prozent der Zimmer Einzelzimmer sein.

„Die Zeiten, dass es lange Wartelisten gibt, sind vorbei“; sagt Kühn. Heute finde sich relativ schnell der Platz in einem Pflegeheim - wenn auch nicht immer sofort im Wunsch-Stadtteil oder im Wunsch-Haus. Doch auch ein späterer Umzug sei immer möglich.

Auch bei den Tagespflegeplätzen ist nach dem Bericht der Bedarf mit 232 Plätzen gedeckt, daher will die Stadt derzeit keine zusätzlichen Heimplätze oder Tagespflegeplätze genehmigen. Auch die Kurzzeitpflege ist mit 143 Plätzen ausreichend, sagt der Bericht. Doch zur Stärkung der häuslichen Versorgung soll es hier vorerst keine Begrenzungen geben.

Immer mehr Menschen bleiben länger zu Hause. Ob es für diesen Bedarf künftig genügend Wohnungen gibt, dafür fehlen bisher Zahlen. „Da gibt es wenige Daten“, sagt Marianne Krautmann vom Ressort Soziales, Mitverfasserin des Berichts. Viele Wohnungen seien frei finanziert und in Privatbesitz. Ob künftig Daten durch Befragungen gewonnen werden können, müsse geprüft werden. Für Seniorentreffs regt der Bericht an, auf eine wohnortnahe Versorgung zu achten. Zu solchen Einrichtungen sollten die Besucher nicht mehr als 1000 Meter laufen müssen.

Das Angebot der haushaltsnahen Dienstleistungen wie einkaufen, putzen oder Fahrdienste wachse, berichtet Marianne Krautmann. Viele Menschen machten sich in diesem Bereich selbstständig. Weil die Stadt diese Unternehmen genehmigen müsse, unterlägen sie einer Qualitätskontrolle. Der Bericht empfiehlt, den Bereich weiter zu fördern, auch im Rahmen der altengerechten Quartiersentwicklung. Er empfiehlt zudem, mehr Werbung für Beratungsangebote zu machen, die die Senioren und ihre Angehörigen unterstützen.

Die nächste Bestandsaufnahme der Pflegeeinrichtungen erfolgt in einem Jahr, der Bericht zur Infrastruktur wird in zwei Jahren aktualisiert.

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