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Wuppertaler Schüler stellen beim Neuen Kunstverein aus

Kultur : Kunst-Projekt: Wer bin ich?

Im Fokus der Ausstellung „Ich Du“ stehen Grafiken, Malerei und Zeichnungen von Schülern zwischen sechs und 18 Jahren von drei Wuppertaler Schulen, die mit ihren künstlerischen Experimenten in den öffentlichen Diskurs treten.

Die Frage nach dem Ich: Welche Ausdrucksformen der Selbstwahrnehmung und der Außenwirkung gibt es in der bildenden Kunst? Im Fokus der Ausstellung „Ich Du“ stehen Grafiken, Malerei und Zeichnungen von Schülern zwischen sechs und 18 Jahren von drei Wuppertaler Schulen, die mit ihren künstlerischen Experimenten in den öffentlichen Diskurs treten.

Beim Neuen Kunstverein Wuppertal im Kolkmannhaus sind die spannenden und kreativen Arbeiten seit 5. November zu sehen – allerdings aufgrund der Corona-Pandemie und des Lockdowns nur von außen und demnächst als Video-Ausstellung, die vom Wuppertaler Ralf Silberkuhl inszeniert wird.

Bildungskooperation
zwischen Verein und Schulen

„Wie toll sich die Lehrer auch in der achten Auflage der Kooperation engagieren, Themen ausarbeiten und sich auch am Wochenende damit beschäftigen, ist großartig“, sagt Künstlerin Andrea Raak, die seit vielen Jahren das Projekt gemeinsam mit Cordula Sauer für den Kunstverein betreut. Die Bildungskooperation zwischen dem Neuen Kunstverein und den Schulen OGS am Nocken, Gesamtschule Else Lasker-Schüler und dem Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium biete das, was Schule sonst nicht hat, so Raak weiter.

In der Ausstellung zu sehen ist ein breites Spektrum in unterschiedlichen Materialien. Rund 150 Selbstportraits auf Folie, die als Gemeinschaftsprojekt der drei Schulen bereits erahnen lassen, welch kreative Welt sich in den Räumen öffnet, empfangen die Besucher bereits an den Außenscheiben des Kolkmannhauses.

Das erfolgreiche kunstpädagogische Vermittlungs- und Arbeitsprojekt wurde durch den Lockdown zwar vor neue Herausforderungen gestellt, ist aber auch dank der Ehrenamtlichen des Neuen Kunstvereins zu einem weiteren Höhepunkt geworden, wenn man die Werke der Schüler betrachtet. So sind Fotoportraits in Anlehnung an kunsthistorisch bedeutende Werke als Selbstinszenierung zu sehen. Das Thema Asymmetrie zeigt neben einem Farbenrausch den Mut der Schüler, sich malerisch auf sich selbst zu besinnen.

Großflächige Collagen und Einlinien-Portraits, in malerischer Form oder mit Draht gearbeitet, scheinen der Fantasie und der Freude am Thema keine Grenzen zu setzen. Wie die Grundschüler der Schule am Nocken mit selbst gebauten Stempeln Gesichter erstellen, gibt trotz der wenigen Kontakte, die die Klassen im neuen Schuljahr hatten, einen Einblick in die künstlerischen Auseinandersetzungen. So muten Masken wie Reliefs an und expressive Portraits aus Pappe, Tonpapier und Folie wirken erstaunlich reif. Bei den Portraits „Wolle auf Pappe“ fungiert die Linie als Gestaltungselement.

„Es ist schade, dass die Schüler in diesem Jahr nicht vor den Leuten stehen und ihre Kunst zeigen können. Diese berührenden Momente werden fehlen“, bedauert Andrea Raak. Auch dabei sind die neuen Arbeiten einer ehemaligen Schülerin, die mittlerweile Kunststudentin ist und als Gast ihre Werke präsentiert. Bis zum 14. November kann man die Arbeiten an der Hofaue 51 besichtigen.