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TiC-Theater in Geisterhand

TiC-Theater in Geisterhand

In Cronenberg spielen sich gespenstische Szenen ab. Schuld ist „Der schwarze Abt“.

Wuppertal. Die Musik geht unter die Haut, die Gardine weht unheilvoll, und aus dem Publikum tönt es schaurig "uhuuu" dazu. "Der schwarze Abt" von Edgar Wallace treibt sein Unwesen an der Borner Straße - und das TiC-Theater übertrifft sich selbst. Vor allem das Bühnenbild von Sandra Beckmann stellt alles bisher Gezeigte in den Schatten und erhält Szenenapplaus.

Wie von Geisterhand verwandelt sich der schön gestaltete Salon von Schloss Fossaway in das unheimliche Kellergewölbe der Abtei. Verschiedene Spezial-Effekte sorgen für zusätzlichen Reiz oder Schrecken und führen schließlich zum glücklichen Ende. Theater-Chef Ralf Budde hat die Bühnen-Adaption des Wallace-Klassikers direkt vom Hamburger Regisseur Frank Thannhäuser erhalten, noch bevor sie als Buch veröffentlicht worden ist.

Das Problem sind natürlich die vielen Schauplätze des Originals. Zu Beginn der Geschichte um den sagenhaften, verborgenen Schatz in der Abtei von Fossaway ist deshalb ein ständiges Kommen und Gehen im Salon, die Türen klappen reichlich. Auch die Figuren hat Thannhäuser der Bühne angepasst. Den ermordeten Jagdverwalter streicht er, ebenso den Gehilfen des Scotland-Yard-Beamten Puttler.

Doch schnell fesselt Budde die Zuschauer mit der gruseligen Geschichte und seinem professionellen Team. Andreas Wirth gibt den nur auf Bücher fixierten, lebensfremden Lord Chelford, der von seiner verstorbenen Mutter zur Suche nach dem Ahnenschatz angestachelt wird. Sein Stiefbruder Dick (Jean-Philippe Ili) ist gewissermaßen sein Gegenspieler, er leitet das Gut und agiert rationell, bleibt in der verzweigten Geschichte stets der gute Held.

Dazwischen steht Leslie, die Verlobte des Lords, die sich jedoch viel mehr zu Dick hingezogen fühlt. Mirca Szigat spielt die junge, wohlerzogene Dame selbstbewusst und gewandt. Elisabeth Wahle funkt als durchtriebene, aufreizend angezogene Sekretärin Mary dazwischen, und ein schmieriger Buchhalter (Andreas Mucke) setzt Leslies Bruder Arthur (Oliver Brick) mit dessen Spielschulden unter Druck. Als dann der unheimliche schwarze Abt wieder auftaucht und ein erster Mord geschieht, hoffen alle auf den Detektiv Puttler.

Hansotto Rademacher strahlt viel Autorität aus: Als Scotland-Yard-Beamter löst er manche Rätsel im Handumdrehen. Doch bis zur Entdeckung des Schatzes gibt es noch einen langen, aufregenden Show-Down. Begeisterter Jubel bei den Premierengästen.