Annette Marks zeigt Zeichnungen der Passion Christi

Annette Marks zeigt Zeichnungen der Passion Christi

Die Tony-Cragg-Schülerin stellt aus.

Nordstadt. Bereits vor Ostern waren einige Werke von Annette Marks mitten in Elberfeld zu sehen — im Rahmen der Kunstaktion „Talpassion“. In Zusammenarbeit mit der Katholischen Citykirche präsentierte die Wuppertaler Künstlerin an öffentlichen Orten acht großformatige Reproduktionen ihrer Bilder, die den Tod und die Auferstehung von Jesu Christi thematisieren. Auf diese Weise machte sie die Parallelen deutlich, die oft zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem existieren.

Jetzt hat Marks „Die Passion Christi in verschiedenen Bildern“ wieder aufgegriffen und präsentiert in der Backstubengalerie auf dem Ölberg die begleitenden Vorzeichnungen zur „Talpassion“. An Ausdrucksstärke stehen die eher kleinformatigen Zeichnungen ihren großen Brüdern in nichts nach — transportieren darüber hinaus sogar eine gewisse Direktheit, die berührt.

Der Fokus liegt dabei auf den Gesichtern und Handlungen der abgebildeten Personen, deren Bewegungen durch die kräftige und dynamische Linienführung voll zur Geltung kommen. Mit statischen Elementen als Kontrast gelingt es der Künstlerin zudem, der Brutalität und der Härte ihrer Motive Ausdruck zu verleihen.

So zeigen ihre Zeichnungen zum Beispiel Szenen, in denen mehrere Personen auf einen einzelnen Menschen eintreten oder eine aufrecht stehende Person, die mit einem Gewehr auf eine am Boden liegende zielt. „Ich frage mich, wie ich die Dinge um mich herum ordnen kann. Dabei geht es mir nicht um Politisches, sondern um Menschen, Landschaften und anderes, was mich in unmittelbarer Nähe umgibt“, erklärt Marks.

Langwierigen Überlegungen zu einem Thema misst sie dabei eher weniger Bedeutung zu: „Meine Ideen und Zeichnungen entstehen einfach am Frühstückstisch“, verrät die Künstlerin, deren Arbeiten gut ankommen.

Stefanie Bach, Besucherin der Vernissage und ebenfalls künstlerisch tätig, ist begeistert: „Mir gefällt das Schemenhafte, und wie sie die Striche gesetzt hat, mal kräftig, mal nur angedeutet.“ Hella Plotrowski bewundert die Ausdrucksstärke: „Die Motive konzentrieren sich auf das Wesentliche. Keine Details oder Hintergrundmotive lenken ab. Außerdem finde ich, dass durch die noch sichtbaren Arbeitsspuren, wie Bleistiftverwischungen oder Hilfslinien, den Zeichnungen eine besondere Authentizität anheim ist.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung