Frühere Gaststätte Haus Mees in Cronenberg wird Veranstaltungsort

Historisches Gebäude : Früheres Traditionslokal Haus Mees wird Veranstaltungsort

Das Gebäude öffnet am Samstag – aber nicht mehr als Gastronomie. Stattdessen gibt es in dem mehr als 200 Jahre alten Haus Feiern und Kultur.

Die schwarze Schieferfassade mit ihren historischen Fenstern zeugt von der langen Tradition des Gebäudes. Im Innenbereich fällt der Blick auf urige Räume mit alten Holzböden und viel Fachwerk. Haus Mees an der Hahnerberger Straße ist ein architektonisches Schmuckstück und fester Teil der Geschichte Cronenbergs. Vor über 200 Jahren erbaut, diente die Gaststätte mit ihrem großen Saal im Obergeschoss immer als beliebter Treffpunkt im Stadtteil. Entsprechend groß war die Betroffenheit, als Haus Mees vor vier Jahren seine Pforten schloss.

Am Samstag findet ein Tag der offenen Tür statt

Die lange Zeit des Leerstands ist nun vorbei. Am Samstag, 23. Februar wird die Wiedereröffnung mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Nach umfangreicher Kernsanierung erstrahlen die Räume im alten Glanz. Der Restaurantbetrieb ist allerdings endgültig Vergangenheit. Haus Mees wird als Veranstaltungsort geführt und kann ab sofort für Taufen, Geburtstage, Hochzeiten und andere Feiern gebucht werden. Im Business Bereich sind außerdem Seminare und Kundenveranstaltungen möglich.

„Der historische Charme des Gebäudes bietet einen tollen Rahmen“, sagt Chana Spoo. Die 28-Jährige kümmert sich um die Vermarktung und alle damit zusammenhängende Belange. Sie freut sich über das große Interesse. „Die Leute interessiert sehr, was hier entsteht und klopfen auch gern mal direkt an“, berichtet sie. Ihr Vater Michael Spoo hat das seit 1987 unter Denkmalschutz stehende Haus bei der Zwangsversteigerung 2017 für rund 100 000 Euro erworben. Über 150 000 Euro flossen in die Sanierung.

Der Schreinermeister überließ nichts dem Zufall. Sämtliche Böden wurden abgeschliffen und versiegelt, passende historische Fliesen ausgesucht und mit viel Liebe zum Detail Holztische in Handarbeit maßgefertigt. „Das soll dem Charakter der Räume gerecht werden“, erläutert Chana Spoo. Vier verschiedene Hölzer seien verwendet worden, um die unterschiedlichsten Lebensphasen und Zwecke darzustellen. Mit dem Denkmalamt habe es bei der Sanierung eine gute Zusammenarbeit gegeben.

Im 200 Quadratmeter großen Saal im ersten Stock für 100 bis 150 Personen sowie im kleineren gemütlichen Kneipenbereich für etwa 60 Gäste unten sollen Cronenberger und Wuppertaler künftig wieder für alle Anlässe des Lebens zusammenkommen.

Größere bauliche Veränderungen waren nicht erforderlich. Haus Mees erwies sich als recht gut in Schuss. Nur eine Stelle am Dach musste ausgebessert werden. Neu installiert wurden ein zusätzlicher Schallschutz von innen, eine moderne Heizungsanlage und die Elektrik. Das Veranstaltungskonzept wurde zusammen mit den Partnern Pilkens Catering, Jen Partyservice und Catering Royal entwickelt.

„Wir hatten zunächst nach einem Pächter gesucht, uns aber schließlich dazu entschieden, die Vermarktung selbst zu übernehmen“, erzählt Chana Spoo. Den Ausschlag für diese Entscheidung habe der einzigartige Charakter der Räume gegeben. „Urig und gemütlich, aber trotzdem hell und urban – so etwas gibt es in der Region nicht oft“, betont Spoo.

Mit dem Umbau wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Damit haben sich auch die Befürchtungen zerschlagen, das Gebäude könne durch längeren Leerstand verfallen. Beim kommenden Tag der offenen Tür können sich die Cronenberger vom Gegenteil überzeugen – und vor historischer Kulisse in die Historie des Stadtteils eintauchen. Dazu werden auch viele Fotos aus der alten Zeit beitragen.

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