Radfahren in Wuppertal - Planungen für Trassen ziehen sich hin

Wuppertal : Planungen für Trassen ziehen sich hin

Vor allem die Finanzierung für die Projekte ist derzeit noch unklar. Zur Langerfelder Trasse soll es jetzt ein Gespräch geben.  

Die Planungen für den Ausbau von Rad- und Wanderwegen auf der Langerfelder Tasse und der Hatzfeldtrasse dauern an, vor allem die Frage der Finanzierung hält die Projekte derzeit noch in der Schwebe. Für die Pläne zum Ausbau der Langerfelder Trasse muss zudem geklärt werden, ob und wie die Nutzung einer Röhre des rund 300 Meter langen Tunnels zwischen der Spitzenstraße in Langerfeld und der Öhder Straße an der Wupper aussieht. Die Bahn will den Tunnel, der aus drei Röhren besteht, sanieren. Dabei sollen zwei Röhren zu einer zusammengelegt werden, die dritte würde dann mit Abraum verfüllt. Diese Röhre würde der Verein Neue Ufer Wuppertal allerdings gerne als Tunnel für die Langerfelder Trasse nutzen.

Bereits im November hatte die Deutsche Bahn in der Bezirksvertretung (BV) Langerfeld-Beyenburg grundsätzliche Bereitschaft für eine solche Lösung signalisiert, allerdings von der Stadt verlangt, dass sie sich zu dem Projekt vor allem in finanzieller Hinsicht bekennt. Zu diesem Thema soll zwischen Stadt, Bahn und dem Verein Neue Ufer Wuppertal noch in dieser Woche ein Gespräch stattfinden.

Mit der rund zwei Kilometer langen Langerfelder Trasse möchte der Verein Neue Ufer Wuppertal einen Anschluss an die Nordbahntrasse erreichen und seinen Teil dazu beitragen, dass ein überregionaler Radweg entlang der Wupper – von der Quelle bis zur Mündung – entsteht. Für Dajana Meier, Vorsitzende des Vereins, ist die Stadt nun gefragt, sich zu dem Projekt zu bekennen und zumindest die Planungsvoraussetzungen dafür zu schaffen. „Die Stadt kann sich jetzt nicht zurücklehnen und sagen: ‚Die sollen mal machen!‘“ Rund 3,5 Millionen Euro wird das Projekt nach Einschätzung Meiers kosten. Die Summe soll vor allem über Fördergelder akquiriert werden.

Anders als die Bahn sieht Meier auch die Standsicherheit in dem Langerfelder Tunnel nicht so kritisch. Die grundsätzliche Standsicherheit sei gegeben, erklärt sie. Ein Experte der Deutschen Bahn hatte auf der BV-Sitzung dagegen erklärt, der Langerfelder Tunnel sei in einem deutlich schlechteren Zustand als etwa die Tunnel auf der Nordbahntrasse.

Ein Ausbau der Langerfelder Trasse macht nach Angaben von Meier auch deshalb Sinn, weil die Stadt Radevormwald den Radweg Obere Wupper plane, der von Radevormwald bis nach Oberbarmen führen soll.

Das Vorstandsmitglied des Vereins Fahrradstadt Wuppertal, Christoph Grothe, begrüßt grundsätzlich jedes Projekt, das den Radverkehr in Wuppertal stärkt, hat aber Zweifel, wie sinnvoll der Ausbau der Langerfelder Trasse tatsächlich wäre.

Die IG Fahrradstadt will
die Trasse nicht um jeden Preis

Die Umsetzung des Projekts wäre „sehr teuer“, zudem müsse die Trasse nicht nur für Touristen, sondern auch für Leute interessant sein, die mit dem Rad zur Arbeit oder mal eben zu Freunden fahren möchten, sagt er. Und da die Trasse einen großen Bogen mache, sei es gegebenenfalls sinnvoller, eine direktere Radverbindung zur Nordbahntrasse zu schaffen – etwa, indem man die Straße Rauental mit einer Radspur ausbaut.

Bei allem Verständnis für die Pläne sollte man nicht immer „nur versuchen, alte Bahntrassen zu Radwegen auszubauen“, mahnt Grothe.

Deutlich mehr Unterstützung finden bei ihm dagegen die Pläne zum Ausbau der Hatzfeldtrasse, da diese Strecke eine Verbindung in die Nordhöhen und nach Velbert sichern könnte.

Auch für dieses Projekt stehen die Planungen noch ziemlich am Anfang, räumt der Geschäftsführer der Wuppertaler Quartierentwicklungs GmbH, Sven Macdonald, ein. Die Kosten für das Projekt, das auf einer Länge von fünf Kilometern eine Verbindung vom Bahnhof Loh bis nach Hatzfeld ins Visier nimmt, liegen bei rund drei Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr habe man sich mit dem Vorhaben beim Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ beworben, allerdings keinen Erfolg gehabt, bedauert Macdonald.

Nun solle geprüft werden, inwieweit man sich auch in diesem Jahr wieder für den Wettbewerb bewirbt – dazu müssten allerdings die eingereichten Konzepte noch einmal überarbeitet und auch der Innovationsgehalt sowie die Einsparungen an Kohlendioxid, die durch das Projekt erreicht werden, nachgewiesen werden. Dafür würde der Bund – den Erfolgsfall vorausgesetzt – dann auch 90 Prozent der Kosten übernehmen.

Alternativ wird aber auch geprüft, ob es eventuell sinnvoller ist, ein Förderprogramm des Landes anzuzapfen. Da liege die Förderung dann zwar deutlich unter jener des Bundes, dafür wären die Auflagen für eine Bewerbung aber auch nicht so hoch wie beim Bundesprogramm.

„Ziel für 2019“ sei auf jeden Fall, einen neuen Förderantrag einzureichen, betont Macdonald. Zudem hätten auch die Stadtwerke, denen ein Großteil der Strecke gehört, schon ihre Bereitschaft erklärt, das Projekt finanziell zu unterstützen.

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