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„Bei gleicher Zeit schaffen es doppelt so viele über die Ampel“

„Bei gleicher Zeit schaffen es doppelt so viele über die Ampel“

Richard Baumert vom Büro Brilon Bonzio Weiser hat den Verkehr am Robert-Daum-Platz neu geregelt.

Wuppertal. Die Brilon Bondzio Weiser Ingenieurgesellschaft für Verkehrswesen mbH aus Bochum hat in Wuppertal schon an mehreren Stellen Spuren hinterlassen. So in einem Gutachten für die Industrie- und Handelskammer, in dem sie die komplette Sperrung der B 7 für die Zeit des Umbaus am Döppersberg als Lösung vorschlug. Außerdem wurden Verkehrsuntersuchungen zur Ansiedlung von Ikea sowie zur Entwicklung des Gewerbeparks VohRang in Vohwinkel vorgenommen. Aktuell zeichnet sie für die aktuelle Optimierung des Verkehrsflusses auf dem Robert-Daum-Platz verantwortlich. Die WZ sprach mit Richard Baumert, Abteilungsleiter für verkehrstechnische Berechnungen und Gutachten.

Herr Baumert, haben sie in Bochum schon Rückmeldungen aus Wuppertal erhalten?

Baumert: Was man bisher aus Wuppertal hört, klingt positiv. Der Einzelhandel scheint mit den Veränderungen in der Verkehrsführung zufrieden zu sein. Abschließend sollte man die Maßnahmen aber erst nach dem Weihnachtsgeschäft beurteilen.

Es scheint, dass sie am Robert-Daum-Platz den Verkehrsknoten gelöst haben. Was war die Schlüsselstelle?

Baumert: Der Robert-Daum-Platz ist als Kreuzung leistungsfähiger als wir ihn vorgefunden haben. Es gab Vorschläge, zwei Rechtsabbiegespuren auf die Briller Straße einzurichten, aber schon vor der Prüfung hat die Stadt davon abgeraten. Wir haben in neun Monaten durch Videoaufnahmen, Auswertungen von Daten der Ampelschleifen sowie einer Computersimulation analysiert, dass der Verkehr nach Norden über die Briller Straße nicht abfließt. Ich war mehrfach zu verschiedenen Zeiten dort. Man muss den Verkehr und seine Probleme erleben, um gute Lösungen zu finden.

Was hat maßgeblich die Verbesserung bewirkt?

Baumert: Wir haben zwei Fahrspuren nordwärts geschaffen. Das Verhältnis der Fahrzeuge, die geradeaus die Briller Straße befahren, steht im Verhältnis zu denen, die links abbiegen, 4:1. Jetzt schaffen es bei der gleichen Zeit der grünen Ampel auf zwei Spuren doppelt so viele über die Haltelinie. Die Frage war, komme ich um die Kurve, ohne in den Gegenverkehr zu geraten.

Wie hat die Zusammenarbeit mit der Stadt geklappt?

Baumert: Hervorragend. Ich denke, dass wir das mit dem Team um Johannes Blöser gemeinsam gut auf den Weg gebracht haben. Toll war, dass die Stadt es geschafft hat, die Änderungen der Fahrbahnen und Markierungen in den zwei Wochen der Herbstferien im laufenden Betrieb hinzubekommen.

Mit der Empfehlung, die B 7 während des Umbaus am Döppersberg komplett zu sperren, lagen Sie da richtig?

Baumert: Ich denke, ja. Die Bauzeit wird dadurch mit Sicherheit kürzer. Wäre der Verkehr über die Baustelle geführt worden, hätten sich die Verkehrsteilnehmer ständig auf neue Situationen, Wege und Umfahrungen einstellen müssen. Inzwischen ist für alle ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten, die Leute finden ihren Weg.