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Einsatz für Flüchtlinge: Mehr Stellen für Bufdis in Wuppertal

Einsatz für Flüchtlinge: Mehr Stellen für Bufdis in Wuppertal

Der Bund schafft zusätzlich 10 000 Stellen im Bundesfreiwilligendienst. Auch Flüchtlinge selbst können am Dienst teilnehmen. Wuppertaler Träger profitieren davon.

Wuppertal. Unzählige Ehrenamtler sind in die Betreuung der Flüchtlinge involviert — auch in Wuppertal. Um diesen unter die Arme zu greifen, schafft der Bund jetzt 10 000 neue Stellen im Bundesfreiwilligendienst. 50 Millionen Euro stellt die Regierung dafür zur Verfügung. Die sogenannten Bufdis sollen für die Betreuung von Flüchtlingen eingesetzt werden. Auch Flüchtlinge selbst können den Dienst antreten.

Auch in Wuppertal kann das zu neuen Helfern führen. Hier werden Flüchtlingsunterkünfte von verschiedenen Trägern betreut, die sowohl Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres als auch Bufdis beschäftigen.

So wird die Flüchtlingsunterkunft an der Yorckstraße durch die Malteser betreut; die an der Hufschmiedstraße durch die Caritas; die an der Hastener Straße durch die Diakonie und die Jugendherberge Barmen durch den privaten Träger European Homecare, der aber keine Bufdis beschäftigen darf.

Die Caritas in Wuppertal ist nach Angaben der Sprecherin Susanne Bossy derzeit in den Vorbereitungen für die Anträge auf neue Stellen. Allerdings müsse die Finanzierung durchdacht werden, da die Träger die Kosten anteilig zahlen müssten. Denn ein Bufdi bekommt 360 Euro im Monat. Bisher, so Bossy, sei ein Bufdi in Wuppertal im Bereich Integration und Migration beschäftigt, der etwa Flüchtlinge bei Amtsgängen begleitet. Bossy steht der Idee, Flüchtlinge zu beschäftigen, positiv gegenüber. Es gebe in jedem Fall Potenzial für Muttersprachler anderer Sprachen, sagt sie.

Auch die Malteser sind offen für die Einbindung von Flüchtlingen, sagt Benjamin Thornton, Referent Notfallvorsorge der Malteser in Köln. Er ist verantwortlich für die Notunterkunft an der Yorckstraße. Das ginge nur mit Flüchtlingen, die Aussicht auf einen dauerhaften Aufenthalt hätten, vor allem Syrer, meint Thornton. Die Malteser hätten auch schon gute Erfahrungen gemacht: „Flüchtlinge, die deutsch und andere relevante Sprachen beherrschen, seien ein hervorragendes Bindeglied.“

Stefan Müller vom Regionalvorstand der Johanniter sieht bei der Verständigung aber Probleme. Die Flüchtlinge müssten ausreichend Deutsch können, damit die Sprache kein Hindernis darstelle, sagte Müller. Die Johanniter in Wuppertal betreuen zurzeit keine Flüchtlinge. Insofern betrifft sie die Stellenausweitung aktuell nicht.

Die Malteser sollen zwei Bufdis für die Notunterkunft an der Yorckstraße erhalten. Bisher hätten sie aber keinen in der Flüchtlingsbetreuung, sagt Andreas von den Borre, Dienststellenleiter in Wuppertal.

Angesichts der Mengen an Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern scheinen zwei Stellen nicht viel. Aber, so Benjamin Thornton, die zwei Stellen könnten „vor allem bei der Koordinierung für Entlastung sorgen.“ Das liege daran, dass vor allem ehrenamtliches Engagement anfangs oft unkoordiniert ablaufe. Das koste Ressourcen. Die könnten durch die Bufdis geschont werden.

Die Stadt werde zwei Bufdis für die Arbeit mit Flüchtlingen bekommen, sagt Angelika Leipnitz von der Servicestelle Ehrenamt. Es sei aber noch unklar, wie sie eingesetzt werden dürften.