3000 Fans feiern in der Uni-Halle

3000 Fans feiern in der Uni-Halle

Schülerrock-Festival bot auch bei der 32. Auflage gute Unterhaltung mit einem vielfältigen Programm.

Mit den Drums geht es los, nach sechs Sekunden setzten die beiden Gitarren und der Bass ein, der Gesang legt sich über den Klang der Instrumente: Aus den Boxen dröhnt das Lied „Rock ´n´ Roll“ von Led Zeppelin. Ein fast 50 Jahre altes Stück, gespielt von „NoSignal“, einer Band, deren Mitglieder gerade mal zwischen 18 und 27 Jahren alt sind. Die etwas älteren Besucher des Schülerrockfestivals trauen ihren Ohren nicht. „Woher kennen die das?“, hört man eine Stimme in der Zuschauermenge sagen. Die meisten Jugendlichen im Publikum kennen das Lied nicht. Egal. Es ist laut, es ist schnell und macht Spaß. 3000 Musikfans tanzen und jubeln den rund 30 Bands und zwölf Rappern zu.

Für „NoSignal“ war dies bereits die zweite Teilnahme am Schülerrockfestival. Schon im Jahr zuvor begeisterten Sänger Anton Antipin (18), die Gitarristen Philipp Pläcking (18) und Tim Braun (19), Schlagzeuger Dario Galesi (25) und Bassist Carmelo Nazzareno (27) die Zuschauer mit ihrer musikalischen Energie. „Rock ist ein Lebensgefühl und das möchten wir mit unseren Auftritten beziehungsweise unserer Musik an das Publikum weitergeben“, sagt Anton Antipin. Die Jungs aus Wuppertal, Remscheid, Sprockhövel und Castrop-Rauxel haben regelmäßig kleinere Auftritte, spielten schon beim Remscheider Bandfestival oder auch bei der Offenen Zeltstadt in Solingen. In ihrem Repertoire: Lieder ihrer Vorbilder. Das sind Led Zeppelin, Motörhead, AC/DC, die Foo Fighters oder auch Guns n´ Roses. Aber auch eine handvoll an eigenen Liedern haben die jungen Musiker bereits komponiert. „Da wollen wir aber noch nachlegen. Wir werden jetzt intensiver an eigenen Stücken schreiben“, sagt Philipp Pläcking.

Gerockt haben die 12 mal 16 Meter große Hauptbühne auch die Band „Deafless“. Die vier Jungs aus Bergisch Gladbach und Troisdorf spielten zum ersten Mal vor so großem Publikum wie auf dem Schülerrockfestival. In klassischer Besetzung (Schlagzeug, Gitarre, Bass und Gesang) heizten Tim Mansfeld (18), Sven Stefer (19), Jonathan Prickartz (17) und Daniel Regbgzinski (18) dem Publikum ein. Ihr Stil: Rock, ihre Vorbilder: Chuck Berry, Red Hot Chili Peppers und Black Sabbath. Zum Schülerrockfestival wurden sie persönlich von Kalle Waldinger eingeladen. „Wir nahmen am NRW Band Contest T2M teil. Wir haben unter 80 Bands den achten Platz belegt. Kalle saß dort in der Jury. Nach unserem Auftritt fragte er uns, ob wir Lust hätten, beim Schülerrockfestival mitzumachen. Da sagten wir natürlich sofort zu“, erklärt Jonathan Prickartz. Und die Schülerband überzeugte das Publikum in der Uni-Halle mit ihrem rockigen Auftritt: Deafless belegte den vierten Platz beim Festival.

Dass gute Musik nicht immer laut sein muss und wenige Instrumente für einen großen Auftritt völlig ausreichen, bewies Alina Paganfairy. Die Elberfelderin, die eigentlich Alina Kaczmarczyk (18) heißt, benötigte nicht viel, um das Publikum zu verzaubern. Eine Gitarre, ihre Stimme und ihren Freund Kevin Schneider (18), der sie auf einem Cajon begleitet. Seit drei Jahren gehen die beiden Schüler der Gesamtschule Ronsdorf einen gemeinsamen musikalischen Weg. Für das Publikum in der Uni-Halle hatte sich Alina unter anderem für das Lied „Fallschirm“ von Mia entschieden. „Normalerweise singe ich auch eigene Lieder. Aber für ein so großes Publikum habe ich etwas ausgesucht, dass die meisten kennen. Damit sie auch mitsingen und abfeiern können“, erklärt sie. Ihre selbst geschriebenen Lieder handeln von Liebe, Alltagsproblemen, aber auch von persönlichen, einschneidenden Erlebnissen und dem Tod. Die junge Künstlerin singt auf Deutsch und Englisch und ordnet ihre Musik dem Singer-Songwriter Genre zu.

Erstmals wurde beim Schülerrockfestival der Kreativpreis der Hartmut und Lore Schuler-Stiftung vergeben. Das Preisgeld von 3000 Euro ging an Martina Liedke. Die Sängerin (Kinderband „Pünktchen Pünktchen“, später „Pilos Puntos“) hat selbst aktiv am Schülerrockfestival teilgenommen und wurde nun für ihre Verdienste um das Projekt geehrt. Oberbürgermeister Andreas Mucke und Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn übergaben den Preis auf der großen Bühne.

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